Gedenkstätte Hoheneck - Zwischen Abriss und Umbau

Die umfangreichen Arbeiten am ehemaligen Frauengefängnis sind in vollem Gange. Trotzdem ist Geduld gefragt. Bald soll sich von außen eine ungewohnte Ansicht auf den Gebäudekomplex bieten.

Stollberg.

Wer dieser Tage das Gelände des ehemaligen Frauengefängnisses Hoheneck betritt, der kann den Eindruck eines verwaisten Areals gewinnen. Lediglich ein paar Fahrzeuge von Handwerkern legen Zeugnis davon ab, dass im Innern emsig gearbeitet wird. Priorisiert ist dabei die Fertigstellung der Gedenkstätte, also die Errichtung der Dauerausstellung, und des Kinder- und Jugendtheaters.

Beides ist im Westflügel am hinteren Ende des Innenhofes vorgesehen. "Wir gehen davon aus, dass wir in den nächsten zwei bis drei Jahren einen Abschluss finden", sagt Oberbürgermeister Marcel Schmidt über den Zeitplan.

Gebaut wird zeitgleich an verschiedenen Teilbaustellen. "Es gibt keine bauseitige Trennung der zukünftigen Nutzungsbereiche", sagt Thomas Jubelt, Leiter der Abteilung Bauausführung im Rathaus. Vielmehr gebe es technologische Abhängigkeiten im Bauablauf. Zurzeit steht der Rohbau auf dem Programm. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Ertüchtigung und dem Neubau von Geschossdecken. Besonders augenfällig ist das beim Saal des Theaterpädagogischen Zentrums (TPZ). Dort ist die ehemals exponierte Bühne nur noch ein Loch in der Wand. "Die Bühne wird komplett neu gebaut", sagt Jubelt. Das geschehe in Absprache mit dem TPZ. Die Bestuhlung wird mit der vorhandenen, eingelagerten Konstruktion als eine der letzten Arbeiten realisiert.

Fortgeschritten ist auch der Bau des Schachtes für den Lasten- und Personenaufzug. Dieser ist bereits auf Saalebene angekommen. Der Aufzug selbst wird derzeit vorproduziert. "Der Einbau erfolgt in Abhängigkeit vom Baufortschritt des Rohbaus und des Fußbodeneinbaus", sagt Jubelt. Parallel dazu entstehen im zweiten Obergeschoss Schulungs- und Büroräume für das TPZ und im ersten Geschoss die Flächen für die Dauerausstellung. Auf Hofebene ist ein Durchgang vom Kassenbereich der Phänomenia zur Gedenkstätte geplant. Im hinteren Bereich ist mittelfristig Gastronomie vorgesehen, die dem Umfeld und den Besuchern des Areals Stalburc/Hoheneck angemessen gestaltet werden soll. Eine weitere große Baustelle des Westflügels ist das Dach. Dachdecker- und Installationsarbeiten sollen nach Möglichkeit noch im April beginnen, um idealerweise vor Beginn der kalten Jahreszeit abgeschlossen zu sein.

Ebenfalls in diesem Jahr soll ein Teil des Blocks, der einst Krankenstation und Wäscherei beheimatet hat und hinter der Phänomenia steht, abgerissen werden. "Hierfür laufen derzeit Planung und Genehmigungsverfahren", sagt Jubelt. In Kürze werde das Ausschreibungs- und Vergabeverfahren gestartet. Der östliche Gebäudeteil bleibt erhalten und wird zu einem Fitnessbereich umgebaut. Außerhalb des eigentlichen Gefängnisareals befindet sich ein baufälliges Fachwerkhaus, das zur Begegnungsstätte umgebaut werden soll. "Der Fördermittelbescheid ist da und der Bauantrag ist gestellt", sagt die Objektleiterin Bianca Eichhorn, die von einer zweijährigen Realisierungszeit ausgeht.

Wie sich die aktuelle Kostenentwicklung konkret darstellt, kann oder möchte Oberbürgermeister Marcel Schmidt nicht genau beziffern: Die Finanzierung, so sagt er dazu, erfolgt über mehrere Förderprogramme mit unterschiedlichen Fördersätzen, sodass derzeit zwar eine gesicherte Gesamtfinanzierung abzusehen ist, jedoch noch nicht abschließend die Höhe des städtischen Eigenanteils.


Einen Monat für
nur 1€ testen.
Verlässliche Informationen sind jetzt besonders wichtig. Sichern Sie sich hier den vollen Zugriff auf freiepresse.de und alle FP+ Artikel.

JETZT 1€-TESTMONAT STARTEN 
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.