Gelände rund um die Schule in Mohsdorf wird zur Baustelle

Der Hof wird saniert. Auch die Straße samt Brücke und Stützmauer sollen erneuert werden. Mehrere Probleme sind vor Baubeginn aber nicht geklärt.

Mohsdorf.

Die Außenanlagen hinter der Grundschule in Mohsdorf sind nicht mehr zeitgemäß. Bei Regen ist der ungepflasterte Schulhof überschwemmt, Fußballtore, Spielgeräte und Anlagen sind kaputt oder verschlissen. Jetzt soll sich das ändern.

Die Stadt Burgstädt lässt für 155.000 Euro das Gelände modernisieren. Dazu gibt es 40.000 Euro Fördermittel vom Programm Leader, heißt es aus dem Bauamt. Obwohl sich die Baupreise erhöht haben und die Stadt jetzt 32.000 Euro mehr bezahlen muss, hatte sich der Stadtrat trotzdem für den schnellen Bau entschieden. Eltern und Lehrer reagierten erleichtert. Doch die Außenanlagen sind zum Schuljahresbeginn noch nicht nutzbar. "Aber der Schulbetrieb ist trotzdem gesichert", sagt Bauamtschef Hannes Langen auf Anfrage. Die Arbeiten würden im Zeitplan liegen.

Fest steht aber, dass das Außengelände nicht die einzige Baustelle an der Schule bleibt. Bereits für das Frühjahr hatte das Landratsamt Mittelsachsen, das für die Kreisstraße zuständig ist, angekündigt, dass die Ortsdurchfahrt weiter saniert wird. Die Brücke und die Stützwände vor der Grundschule an der Dorfstraße sollen erneuert werden. Sie seien marode, hieß es. "Die Straße vor der Schule ist das Nadelöhr des Ortes", sagt Claudia Richter vom Landratsamt. Geplanter Baubeginn war im März. Doch bisher tat sich nichts. Eine Nachfrage am Donnerstag in der Schule ergab: "Wir haben keinerlei Informationen." Bekannt sei nur gewesen, dass die Straße ab 2. Mai gesperrt werden soll.

Zur letzten Stadtratssitzung vor der Sommerpause Mitte Juni hatte Bürgermeister Lars Naumann (Freie Wähler) angekündigt, dass ab 20. August der Landkreis ein neues Natursteingewölbe sowie links und rechts mehrere Stützwände erneuern lässt. Angekündigt sei, dass die Arbeiten bis Ende September 2019 dauern. Die Stadt sei mit dem Fußwegbau beteiligt. Dafür seien rund 150.000 Euro veranschlagt. "Doch wir hatten das nicht eingeplant", sagte Naumann. Im Haushalt seien rund 65.000 Euro vorgesehen, ein Mehrbedarf von rund 85.000 Euro sei notwendig. Da die Brücke Geld vom Hochwasserschutz erhalte, müssten die Kosten bis Juni 2019 abgerechnet werden. Konsequenz: Weil das Landesamt für Straßenbau und Verkehr dieses Jahr dafür keine Fördermittel vergibt, müssten Landkreis und Stadt allein die Kosten tragen. Die Behörde habe aber in Aussicht gestellt, dass trotzdem mit dem Bau begonnen werden könne. "Wir müssen also das Geld vorstrecken", sagte Naumann. Weil es im Haushalt fehlt, soll ein anderes Bauvorhaben gestrichen werden: der Ausbau der Beethovenstraße zwischen Friedrich-Marschner-Straße und Sebastian-Bach-Straße. Nun rückt das Vorhaben ins nächste Jahr. Der Stadtrat fasste den Beschluss einstimmig. "Was sollen wir machen?", fragt Anwohner und Linken-Stadtrat Ralf Jerke. Die Bauarbeiten in Mohsdorf seien notwendig, die Sanierung der Beethovenstraße werde also verschoben. Das sei zu verschmerzen. Auch die Sanierung des Daches am Bahnhof sei ins nächste Jahr verschoben worden, weil Baupreise für die Sanierung des Schul-Außengeländes gestiegen waren.

Warum können die Arbeiten nicht besser organisiert und die Mohsdorfer umfassend informiert werden? Isabel Siebert vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr, dem Fördermittelgeber, sagt: "Der kommunale Straßenbau wird auf einem bisher nie dagewesenen Niveau mit sehr attraktiven Fördersätzen unterstützt." Doch das Budget sei ausgeschöpft. Deshalb könnten nur begonnene Arbeiten, Förderneuanträge aus dem Jahr 2017 und Instandsetzungen berücksichtigt werden. Alle dieses Jahr gestellten Förderanträge würden erst nächstes Jahr berücksichtigt. Aber sie bestätigt, dass Bauvorhaben begonnen werden könnten. Ein Sprecher vom Landratsamt ergänzt: In Mohsdorf würden zwei Vorhaben kombiniert: der Bau einer neuen Natursteingewölbebrücke für 370.000 Euro und die Sanierung von zwei Stützmauern, die 260.000 Euro kosten würden. Der genaue Baubeginn stehe allerdings noch nicht fest, im Spätsommer, fügt er hinzu. Grund für die Verzögerung sei die noch nicht geklärte Finanzierung.

Befragte Eltern wollen die verschiedenen Geldquellen und Verzögerungen nicht kommentieren. "Hauptsache, es wird gebaut", sagt ein 37-jähriger Vater. Aber er kritisiert, dass bisher über den Baubeginn und -verlauf wenig bekannt sei. Er wisse noch nicht, wie seine Tochter im August zur Schule komme. "Wir haben schon schlechte Erfahrungen mit der Kreisbehörde gemacht", sagt eine Mutter. Monatelang sei die Ortsdurchfahrt gesperrt und Umleitungen unzumutbar lang gewesen. Sie hoffe nicht, dass sich das wiederholt.

In der Schule gibt es bereits einen Notfallplan, sagt eine Lehrerin. Die Zufahrt zur Schule werde gewährleistet. Sobald der Baubeginn feststehe, würden die Eltern informiert. Und Bauamtschef Langen fügt hinzu: "Auch die Schulbushaltestelle wird verlegt, damit die Kinder sicherer in die Schule kommen." Die Vollsperrung direkt vor der Schule ist sicherlich ein großes Problem, sagt eine Sprecherin der Kreisbehörde. Während des Baus der Stützwand 2014 wäre die Schule über den parallel verlaufenden Querweg erreichbar gewesen. Die Details dazu würden aber mit dem Baubeginn bekannt gegeben, verspricht sie.

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