Gemeinde hält an Plan für neue Häuser fest

Niederdorf sieht Entwicklung von Ortstsgebiet blockiert

Niederdorf.

Die Gemeinde Niederdorf hält an ihrem Ziel fest, den Bereich zwischen Dorfstraße und Schichtstraße zum Wohngebiet zu entwickeln. Daraus wurde bislang nichts, weil dort ein Asylheim steht, das dem Landkreis gehört. "Wir sehen die Ortsentwicklung blockiert", sagte Bürgermeister Stephan Weinrich. Deshalb hat die Gemeinde nun Schritte eingeleitet, um ihre Ausgangslage zu verbessern.

Zunächst wurde der Bebauungsplan für das Gebiet konkretisiert. Laut Ratsbeschluss verkleinert sich das Plangebiet - von sieben auf knapp vier Hektar. Ein paar Bauernhöfe und Häuser, die ursprünglich dazugehörten, wurden ausgegliedert, weil die Besitzer keine Weiterentwicklung wünschten. Ein Fußweg zwischen Dorf- und Schichtstraße soll entstehen. Und statt eines Kleinsiedlungsgebiets strebt die Kommune nun ein allgemeines Wohngebiet an. Letzteres ist in erster Linie für Wohnhäuser gedacht, während in einem Kleinsiedlungsgebiet auch Nutzgärten und landwirtschaftliche Nebenerwerbs-Stellen möglich sind. Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in der Gemeinde sei groß, erklärte Stephan Weinrich.

Darüber hinaus legten die Räte eine Veränderungssperre fest. Das heißt: Wesentliche Veränderungen von Grundstücken oder Anlagen sind in dem Gebiet - bis auf einige Ausnahmen - nicht gestattet. Mehr noch: Die Gemeinde hat sich das Vorkaufsrecht für den Bereich des Bebauungsplans gesichert. Wenn ein Eigentümer ein Grundstück an einen Bieter verkaufen will, muss er Niederdorf den Vorrang einräumen.

Diese Beschlüsse ändern allerdings nichts daran, dass der Landkreis Herr über das Asylheim bleibt. "Aber wir wollen zeigen, dass wir mit der Lage nicht zufrieden sind", sagte Weinrich. "Wer nichts fordert, kriegt auch nichts." Bis März 2014 war das Sozialamt in dem Haus untergebracht. Nach der Schließung wollte die Gemeinde das Areal kaufen und das Gebäude in eine Schule umwandeln. Doch als 2015 Flüchtlinge nach Deutschland kamen, richtete das Landratsamt ein Asylheim ein. Zum 20. Juli dieses Jahres lebten 86 Personen in der Unterkunft, sagt Stefan Pechfelder, ein Sprecher des Landkreises. Derzeit sei nicht absehbar, ob die Einrichtung geschlossen wird. (mit kan/joe)

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