Gemeinderat durchkreuzt Pläne des Landkreises

Lokalpolitiker lehnen geplanten Standort für Straßenmeisterei ab

Callenberg.

Das ist neu: Szenenapplaus in der Callenberger Gemeinderatssitzung. Der Grund: Erleichterung bei den Mitgliedern der Bürgerinitiative (BI) "Grünes Band Callenberg", nachdem der Gemeinderat den Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplanes für den Neubau der Straßenmeisterei an der Nordstraße mit drei Ja-, zwölf Nein-Stimmen und einer Enthaltung abgelehnt hatte. Seit Bekanntwerden der Pläne des Landkreises Zwickau hatte die BI über Monate hinweg gegen die Ansiedlung der fusionierten Straßenmeistereien Reinholdshain und Hermsdorf in der Nähe eines Wohngebietes gekämpft. Dort sollten ein Verwaltungsgebäude gebaut werden, außerdem Garagen, Baustofflager und Salzsilos. Die Anwohner befürchteten Lärmbelästigung sowie die Zerstörung der renaturierten Bergbaulandschaft. Eine Petition der Bürgerinitiative mit 625 Unterschriften lehnte der Hauptausschuss des Kreistages ab.

Am Montagabend sollte der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss fassen, doch das Gremium stellte sich mehrheitlich auf die Seite der Bürger. Bürgermeister Daniel Röthig (CDU) fasste die herrschende Meinung im Rat zusammen: "Ich glaube, die Callenberger lehnen die Straßenmeisterei im Ort nicht grundsätzlich ab. Die Gemeinderäte machten mit der Entscheidung deutlich, dass nur der Standort nicht der richtige ist." Das bestätigte Ortsvorsteher Björn Wetzel: "Wir wollen, dass die Straßenmeisterei an einen vernünftigen Standort in Callenberg kommt." Bereits im Vorfeld der Abstimmung hatte Gemeinderat Peter Reichel (Die Linke) angemahnt: "Bei dem Gegenwind, den es schon gibt, wäre es unfair gegenüber dem Landkreis, den Aufstellungsbeschluss zu fassen. Wir würden eine Planung in Gang setzen, die viel Geld kostet, um dann später zu sagen, wir wollen die Straßenmeisterei an dem Standort doch nicht."

Nach der Entscheidung fanden Vertreter der Bürgerinitiative versöhnliche Worte. Sprecher René Engelhardt: "Wir gehen davon aus, dass unser Landrat diese demokratische Entscheidung akzeptiert und damit einen Schlussstrich unter die Pläne an der Nordstraße zieht." Heiko Scheu von der BI bekam Rederecht und bedankte sich bei allen, die zu der Entscheidung beigetragen haben. "Wir wünschen dem Landratsamt, dass es einen besseren Standort mit mehr Platz findet."

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