Genossenschaft bringt kompletten Straßenzug auf Vordermann

Mehr Parkplätze, mehr Spielangebote für Kinder, neue Fassaden: Die Siedlungsgemeinschaft will im Flemminggebiet ein ganzes Viertel fit für die Zukunft machen. Folgeprojekte sind nicht ausgeschlossen.

Flemminggebiet.

Der Stellplatz fürs Auto eine Straße weiter, das Warmwasser kommt aus dem Gasboiler und das Haus selbst ist weder für den Möbelwagen noch für den Rettungsdienst zu erreichen: Wer an die Alfons-Pech-Straße zieht, muss einiges an Abstrichen beim Komfort in Kauf nehmen. Damit sich das ändert und das ruhig und im Grünen gelegene Viertel zwischen Flemmingstraße und Ottoteich auch in Zukunft attraktiver wird, plant der örtliche Großvermieter, die Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft (CSg), es gründlich umzugestalten. Betroffen sind acht viergeschossige Häuser aus den 1960er-Jahren einschließlich deren Außenbereiche.

Die ersten Arbeiten haben bereits begonnen, erläutert Vorstandschef Ringo Lottig. "Unser Ziel ist es, die Situation an der Straße komplett zu entkrampfen", verdeutlicht er.

Für die Bewohner der rund 350Wohnungen wird sich einiges ändern. Im Zuge der Modernisierung sollen die Küchen von Gas auf Elektro umgestellt werden; die derzeit über Durchlauferhitzer in den Wohnungen sichergestellte Warmwasserversorgung übernimmt künftig ein Fernwärmeanschluss. Vor den Hauseingängen, die bislang nur zu Fuß zu erreichen sind, entstehen breitere Zufahrten und wohnungsnahe Miet-Stellplätze, in den Außenbereichen gibt es künftig mehrere kleine Spielanlagen. Die Fassaden werden ebenso erneuert wie die Hauseingänge und Treppenhäuser. Wo es noch keine Balkons gibt, sollen diese nachgerüstet werden, benachbarte leerstehende Wohnungen zusammengelegt oder im Grundriss verändert werden.

Während die zusätzlichen Stellplätze bereits in diesem Jahr für alle Häuser zur Verfügung stehen sollen, werden die Arbeiten in und an den Gebäuden laut Lottig in mehreren Bauabschnitten erfolgen. Zunächst sind drei der unteren Blöcke an der Reihe, danach die übrigen links der der Alfons-Pech-Straße, zuletzt die restlichen auf der anderen Seite der Straße. Läuft alles wie geplant, wäre die Modernisierung im Jahr 2018 fertig - nicht viel später als die Sanierung der benachbarten Grundschule, die die Stadt vorgesehen hat.

Bei den betroffenen Mietern stößt das Vorhaben allerdings nicht nur auf ungeteilt positives Echo. "Wenn man berufstätig ist und die Handwerker im Haus hat, gibt es natürlich einiges zu organisieren", schildert eine Anwohnerin. Auch das Kochen mit Gas würde sie durchaus gern beibehalten. Worauf sie sich allerdings freue, das sei der Stellplatz fürs Auto vorm Haus. "Andere Mieter werden da möglicherweise nicht so erfreut sein - wenn ihr Schlafzimmerfenster zu den Stellplätzen rausgeht und sie früh hören, wie die Autos losfahren."

CSg-Vorstand Lottig ist dennoch guter Dinge. "Wir haben die Pläne den Bewohnern in kleinen Runden sehr genau vorgestellt und erläutert", schildert er. Ein erheblicher Teil der Kosten werde von der Genossenschaft selbst getragen. Die sogenannte Modernisierungsumlage solle "so moderat wie möglich" ausfallen. Sollte alles wie geplant laufen, könnte das Vorhaben als Pilotprojekt Vorbild sein für weitere, ähnliche Vorhaben im Wohngebiet.

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