Genossenschaft hält an umstrittenem Neubauprojekt fest

Glösaer haben Vorbehalte gegen geplante Mehrfamilienhäuser. Angebotene Zugeständnisse gehen Anwohnern nicht weit genug.

Glösa-Draisdorf.

An der Straße An der Kohlung in Glösa sind die Fronten verhärtet. Seit bekannt geworden ist, dass die Sächsische Wohnungsgenossenschaft (SWG) dort auf einem eigenen freien Grundstück zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 14 Wohnungen errichten will, laufen Anwohner dagegen Sturm - mit zwei Begründungen: Zum einen passten die großen Baukörper mit Flachdächern nicht in die kleinteilig bebaute Siedlung, wie Nachbarn finden. Und zum anderen fürchten sie, dass an der schmalen Straße, an der bereits sieben Vier-Familien-Häuser aus den 1920er-Jahren stehen, mit den Neubauten Parkplatz-Notstand ausgelöst wird.

Gegner des Projektes verteilten im Viertel Fotomontagen, die die Dimensionen des Projektes verdeutlichen sollen, legten Widerspruch dagegen ein und wandten sich mit der Bitte um Unterstützung an den Verein "Gemeinsam für Glösa". Der Verein organisierte ein Treffen mit Verantwortlichen des Baudezernates der Stadtverwaltung, dessen Baugenehmigungsamt den geplanten Neubauten bereits zugestimmt hat. Sie erklärten den Anwohnern, dass das Bauvorhaben rechtmäßig sei und es keine Handhabe dagegen gebe. Trotz vorliegender Baugenehmigung unternahm die SWG unlängst noch einen Versuch, die Nachbarschaft zum Einlenken zu bewegen. Sie verschickte Schreiben, in denen eine Höhenreduzierung der beiden Häuser um 50 Zentimeter und des Verbindungsbaus dazwischen um etwa 1,80 Meter angeboten wurde. Bedingung: Alle Nachbarn des Baugrundstücks müssten sich schriftlich mit den geänderten Plänen einverstanden erklären. Nur dann sei die SWG bereit, Geld auszugeben, um eine Genehmigung der Planänderungen zu beantragen.

Das Angebot fand in Glösa jedoch wenig Beifall. An dem Parkplatz-Problem ändere sich damit nichts, kritisierte ein Anwohner in einer Versammlung der Bürgerplattform Chemnitz-Nord. Denn die SWG habe für jede Wohnung nur einen Stellplatz auf dem Grundstück vorgesehen. Viele jüngere Familien benötigten aber zwei Pkw, zumal Busse in Glösa recht selten fahren, so der Einwohner. Er wünschte sich, dass die SWG guten Willen zeige, indem sie zunächst neue Stellplätze auf den Grundstücken ihrer Vier-Familien-Häuser an der Straße schafft.

SWG-Vorstandsmitglied Andreas Kunze bestätigte auf Anfrage, dass die Grundstücksnachbarn den vorgeschlagenen Änderungen nicht zugestimmt haben. "Damit bleibt es beim alten Projekt, für das uns die Baugenehmigung vorliegt", sagte er. Geplant sei, es 2020/21 umzusetzen. Neue Stellplätze auf den Grundstücken der vorhandenen Vier-Familien-Häuser werde die SWG wie angekündigt schaffen, versicherte er.

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