Gewaltbereitschaft bereitet Polizei Sorgen

Die Anzahl der Fälle von Raub, Körperverletzung und ähnlichen Delikten ist im Landkreis Zwickau gestiegen. Selbst ältere Menschen schrecken vor Schlägereien nicht zurück, sagt der Polizeipräsident.

Zwickau/Limbach-O..

Als Conny Stiehl Anfang des Monats die Kriminalstatistik für das Jahr 2018 vorstellte, versprühte Zwickaus Polizeipräsident Optimismus. Er verwies darauf, dass die Anzahl der registrierten Straftaten im gesamten Direktionsbereich - dem Landkreis Zwickau und dem Vogtlandkreis - im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist. Betrachtet man nur den Landkreis Zwickau, steht zwar ein leichter Anstieg zu Buche. Dieser relativiert sich aber, wenn man einen längeren Zeitraum in den Blick nimmt. Von 2014 bis 2016 wurden noch deutlich mehr Straftaten begangen.

Trotz der insgesamt erfreulichen Entwicklung konnte sich Stiehl einige Worte nicht verkneifen, die Entsetzen ausdrückten. "Was uns Sorgen macht, ist die Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft", sagte er und verwies darauf, dass das Problem alle Altersschichten betreffe. "Es gibt jetzt Schlägereien am Gartenzaun, da kämpft ein Opa mit dem anderen", berichtete Stiehl. "In meiner 40-jährigen Dienstzeit habe ich das noch nicht erlebt."


Bei genauer Betrachtung der Daten in einem längeren Zeitraum lässt sich feststellen, dass der Rückgang der Straftaten vor allem Diebstähle und Vermögensdelikte betrifft. Dagegen stagniert die Gewalt. Zwar ist im Landkreis das Risiko, Opfer einer Straftat gegen das Leben zu werden, weiterhin sehr niedrig. Im Bereich Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen fielen fünf Personen einer Straftat zum Opfer, 2014 waren es dreimal so viele. Bei den Sexualstraftaten dagegen gab es einen Anstieg, genauso wie in der Kategorie Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit. Darunter fallen unter anderem Raub. Körperverletzung, Nötigung und Bedrohung.

Auffällig ist, dass die Anzahl der ausländischen Tatverdächtigen in den Kategorien angestiegen ist. Die Zwickauer Polizei spricht in dem Zusammenhang von einem augenfälligen Missverhältnis, wenn überproportional häufig zu ihrem Anteil an der Bevölkerung Ausländer als Täter infrage kommen. Dabei wird nicht unterschieden zwischen Zuwanderern, EU-Bürgern mit Wohnsitz in Deutschland und möglicherweise reisenden Banden. Kriminologen führen erhöhte Zuwanderer-Kriminalität auf spezifische Merkmale der Gruppen zurück. Demnach sind junge Männer unter den Zuwanderern stark überrepräsentiert, zudem seien sie im Schnitt schlechter gebildet. Beides erhöhe statistisch die Neigung zur Kriminalität.

Als Folge der konstant hohen Zahlen bei der Gewaltkriminalität wollen die Beamten den Opferschutz stärken. Zudem soll die Polizeipräsenz erhöht werden. "Mancher dachte, mit dem Rückgang der Bevölkerung gehen auch die Straftaten zurück", stellte Polizeipräsident Stiehl fest. "Heute wissen wir: Das ist mitnichten so." Er spielt damit auf das Vorgehen der Landesregierung an, die noch vor wenigen Jahren spürbar Personal abbaute und Polizeireviere zu nicht ständig besetzten Polizeistationen degradierte. Auch der Standort in Limbach-Oberfrohna besitzt nicht mehr den Status eines Reviers, sondern ist demjenigen in Glauchau zugeordnet. Inzwischen steuert der Freistaat aber gegen, im Gebäude an der Frohnbachstraße ist wieder mehr Personal tätig als zuvor. Bis die Trendwende flächendeckend geschafft ist, werden wegen bevorstehender Eintritte von Polizeibeamten in den Ruhestand und der langen Ausbildungszeiten der Anwärter aber noch Jahre vergehen. (mit jop)

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9Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    2
    Malleo
    02.05.2019

    cn3
    Quellenschutz
    Bei dem einen Fall von 105 % geht es "nur "um Tötungsdelikte.
    Fazit
    Flüchtlinge sind nicht krimineller als Deutsche- sie begehen nur mehr Straftaten.
    cn3 Wenn alles so easy ist, warum interessiert sich dann das BKA dafür?

  • 2
    4
    kartracer
    02.05.2019

    Ich halte diese Entwicklung, für ein globales Problem, das mit Deutschland nur sekundär zu tun hat!
    Die Hemmschwelle und Achtung vor dem LEBEN nimmt stetig ab, wo auch die Argumentation von @Malleo seine Bestätigung findet, und eine der Ursachen zu erkennen ist.
    Eine weitere, ist natürlich ein großer Teil der Internetfunktionen, mit all seinen Vernetzungen.
    Digitale Gewaltspiele, wo Menschen umgebracht werden, die dann im nächsten Spiel wieder zur Verfügung stehen, sind eben nicht real, das minimiert das Verhältnis zum tatsächlichen Tod extrem, auch wenn das kaum jemand wahrhaben will. (Erkennbar an immer jüngeren gewaltbereiten Kindern)
    Wir haben uns auch nicht unbedingt selten geprügelt, aber wer auf dem Boden lag, hatte eben einfach verloren, da wurden auch keine Notdienste angefordert, da war Ende wie im Boxen auch, das ist der kleine Unterschied.
    Vor der Polizei gab es einen erheblichen Respekt, das ist heute wohl das komplette Gegenteil, das sind die staatsbediensteten Prügelknaben!
    Noch Eines, wenn jemand der Meinung ist, der Islam gehört zu Deutschland, sollte er sehr jung sein, um seine realistische Einschätzung, auch im Alter noch korrigieren zu können, denn dieser Prozess wird nach meiner Meinung nicht von heute auf morgen geschehen, die Grundsteinlegung ist jedoch 2015 schon erfolgt.
    Das Ganze muß man nicht an statistischen Erhebungen festmachen, das ist nichts anders als eine Predigt, deren Aussage bisher KEINER gesehen hat, es sei denn, GOTT hat eine vielfach gespaltene Zunge, wie die Indianer sagen.

  • 3
    5
    cn3boj00
    01.05.2019

    Lieber Malleo, welcher Insider hat Ihnen denn den Begriff "mobile ethnische Minderheiten" verraten? In Polizeiberichten taucht der jedenfalls nicht auf, aber bezeichnend ist das schon.
    Nun, da Sie sio schön aus dem Bericht des BKA zitieren tue ich das auch mal. In Deutschland lebten 2018 11,5% Nichtdeutsche, 9,2% waren Zuwanderer, also nichtdeutsche im Ausland geborene, das als Vorbemerkung.
    Nun lesen wir auf Seite 7 des BKA-Berichts, dass unter den 1,9 Millionen Tatverdächtigen 8,6% Zuwanderer waren. Weiter auf Seite 10: der größte Anteil Asylsuchender kam aus Syrien, 34,6%. Aber nur 20,2% der Tatverdächtigen kamen aus Syrien. 11,6% der Asylbewerber kamen aus dem Irak, doch nur 7,2% der Tatverdächtigen. Ich wage daraus den Schluss: gerade die Bürgerkriegsflüchtlinge, welche Auslöser der ganzen Ausländerkrawalle waren, welche von verschiedenen Kräften zur Panikmache benutzt wurden (und wie man sieht erfolgreich) waren eher die weniger kriminellen. Oder?
    Was Ihre Zitate von den Seiten 52 und 53 betrifft: Der Anstieg um 105% resultiert aus einem einzigen Fall und wird im Bericht erläutert, was Sie natürlich weglassen. Auch die wichtigste Zahl lassen Sie weg: Der Anteil Deutscher als Opfer bei Straftaten, an denen ein Zuwanderer beteiligt war, betrug 45% (bei 90% Bevölkerungsanteil), oder anders ausgedrückt: die Mehrzahl der Straftaten, nämlich 55%, bei denen Zuwanderer beteiligt waren, richtete sich gegen Nichtdeutsche.
    Das sind die Fakten, welche mir die gleiche Quelle sagen die Sie benutzen. Und im Gegensatz zu Ihnen, die Sie Ihre aus dem Zusammenhang gerissenen Zahlen eine Stimmung erzeugen wollen, will ich mit meinen Zahlen Ausländerkriminalität nicht beschönigen. Ich will nur zeigen, dass Statistike in der Regel gut sind, um aus ihnen genau die Zahlen herauszupicken, mit denen man scheinbar alles "beweisen" kann was man will. Meine Interpretation des KBA-Berichtes heißt einfach: mal Ball flach halten, Zuwanderer sind nicht krimineller als andere, man spricht nur öfter über sie.

  • 1
    2
    j35r99
    01.05.2019

    Malleo, ein sehr guter Beitrag!
    Aber jeder Tropfen hölt den Stein.
    Die Presse trägt ihren Anteil dazu bei.
    Herrn Stiel seinen Werdegang kenne ich, als er noch Angehöriger der BdVP Karl-Marx-Stadt war.
    Conni hat es weit gebracht.
    Zur Statistik: Wenn die Aufklärungsquote zu gering war, wurden Kontrollen im ÖPNV angeordnet. Eine Straftat (Schwarzfahrer/Leistungserschleichung)- eine Aufklärung und damit 100 % Aufklärung . Hat statistisch geholfen, aber die Sicherheit nicht erhöht.

  • 4
    4
    Malleo
    01.05.2019

    So so, die PD Zwickau spricht von einem „augenfälligen Missverhältnis“, wenn überproportional, gemessen am Anteil zur Gesamtbevölkerung, NDH als Täter bei Gewaltdelikten in Frage kommen!
    Was hat er denn erwartet??
    Nach diesem, nicht überraschenden Fakt, beginnt die Quadratur des Kreises.
    Mit weichgespülten, der „political correctnes“ geschuldeten Sprache um Dinge nicht so beim Namen zu nennen, werden Erklärungsversuche mobilisiert.
    Die Statistik macht keine Unterscheidung zu „EU Bürgern“ und den mobilen ethnischen Minderheiten(Polizeisprache).
    Der Hinweis auf die Schrottsammler aus Halle, wie erst kürzlich im MDR vorgestellt, sollte genügen, wer hier gemeint ist.
    Dann natürlich die (ungebildeten(??), testosterongesteuerten) jungen Männer, die in der Gruppe der Zuwanderer überrepräsentiert sind.
    Speziell bei dieser Klientel sprach MP Kretschmann „vom Gefährlichsten, was die menschliche Evolution hervorgebracht hat, sind junge Männerhorden(Die WELT).
    Wen meinte er da wohl?
    Um diese „Gewalt-Phänomene“ im Zusammenhang mit der Zuwanderung einmal zu verifizieren, wurde in der kürzlich veröffentlichten PKS des BKA zur „Kriminalität im Kontext der Zuwanderung“ ein exaktes Lagebild veröffentlicht.
    Das muss natürlich nicht in einer Regionalzeitung erscheinen, wenngleich die dpa-Berichte kaum noch zu zählen sind.
    Hier erinnere ich gern an eine entwaffnende Sicht des ehemaligen Innenministers de Maiziere:
    „Ein Teil dieser (Fragen)Antworten würde die Bevölkerung verunsichern.“
    Im Jahr 2018 wurden in diesem Land 1,025 Millionen Opfer von Gewalttaten gegen das Leben, die sexuelle Selbstbestimmung und von Rohheitsdelikten.
    Im Bereich Mord, Totschlag, Tötung auf Verlangen fielen 230 Deutsche einer Straftat zum Opfer, wo mindestens ein Zuwanderer beteiligt war. Das ist ein Anstieg von 105 % gegenüber 2017.
    102 Personen wurden getötet.
    Im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind 3261 Deutsche zum Opfer geworden mit mindestens einem tatverdächtigen Zuwanderer, eine Steigerung um 21%.
    Um es noch einmal zu verdeutlichen.
    Das BKA Lagebild zeigt 33 Asylbewerber und Flüchtlinge, die Opfer von mindestens einem Deutschen wurden und 230 deutsche Opfer von Zuwanderern.
    Bei den Sexualstraftaten liegt dieses Verhältnis bei 89 zu 3261!
    Bemerkenswert ist auch, dass 2018 „nur“ 18 % der Fälle, wo Flüchtlinge Opfer einer Straftat wurden, ein Deutscher als Täter in Frage kam.
    Lässt sich daraus nicht ableiten, dass in 82% der Straftaten gegen Asylbewerber und Flüchtlinge diese von anderen Ausländern begangen werden?
    Spricht das nicht für einen (gewollt) verengten Blick auf die gern von Politik und Medien zelebrierte Ausländerfeindlichkeit „der Deutschen“?
    Diese Erhebung bestätigt mehr als deutlich, dass die „gefühlten Wahrnehmungen“ der Realität entsprechen.
    Der Angelsachse sagt: „Perception is reality“.
    Einen regionalen Bezug stellte der ehemalige Chemnitzer Polizeipräsident Reißmann einmal her:
    Zwei Prozent der Bewohner von Chemnitz sind für 20% der Straftaten zuständig.
    Eine niedrige dreistellige(!) Zahl von Intensivtätern(mit Migrationshintergrund) belastet den Frieden in der Stadt.
    Die Reaktionen mit mehr Polizeipräsenz und Opferschutz sind Makulatur, die Ursachen bleiben:
    Unkontrollierte Zuwanderung, Duldung von 240.000 abgelehnten Asylbewerbern und islamistischen Gefährdern im Land.
    Das sind wahrlich Repräsentationswüsten dieser Regierung, der Rechtstaat wird vor aller Welt mit dem Nasenring durch die Arena geführt.

  • 3
    8
    Blackadder
    01.05.2019

    @thomboy: Ich habe den Text und damit die Aussage der Polizei zitiert. Wo sagt die Polizei das mit den Familienclans in Zwickau?

  • 7
    4
    01.05.2019

    Diesen kleinkrieg gab's schon immer. Das ist noch das kleinste Problem. Aber die Kriminalität die neu entstanden ist mit Messern und durch Familienclans ist das weitaus größere.

  • 2
    7
    Blackadder
    01.05.2019

    Tja, Thomboy. Wie will man denn dagegen vorgehen, wenn ein Opa am Gartenzaun gegen den andren Opa kämpft? Lösungsvorschläge?

  • 5
    4
    01.05.2019

    Und das im angeblich "sichersten Deutschland ever"?



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