Großvermieter gibt Startschuss für Quartiersaufwertung in Bernsdorf

An der Altenhainer Straße sollen durch einen Umbau große familienfreundliche Wohnungen entstehen. Für die einen ein Viertel mit Potenzial, für andere ein Geheimtipp - noch.

Bernsdorf/Lutherviertel.

Ein wenig versteckt, doch bestens erschlossen; zwischen zwei großen Verkehrsadern gelegen und doch ohne nennenswerten Verkehr vor der Haustür: Die Gegend rund um die Altenhainer Straße und den Zschopauer Platz in Bernsdorf ist ein Viertel mit Potenzial. Davon ist jedenfalls die Chemnitzer Allgemeine Wohnungsbaugenossenschaft (CAWG) fest überzeugt.

Doch es gibt ein Problem, das ganz ähnlich auch andere Großvermieter in anderen Stadtteilen beschäftigt. Sein Name ist Q6 oder Q25 - ein Standard-Wohnungstyp, der Ende der 1950er-, Anfang der 1960er-Jahre in den neuen Wohn- gebieten des damaligen Karl-Marx-Stadt zu den meistgebauten gehörte. Drei Räume auf zusammen knapp 60 bis 70 Quadratmetern - das ist für heutige Verhältnisse oft zu wenig, um auf dem Wohnungsmarkt mithalten können. Gerade wenn es um Wohnraum für Familien mit mehreren Kindern geht.

Aus diesem Grund plant die CAWG nun auch an der Altenhainer Straße einen ersten Umbau. Ähnlich wie zuletzt an der Dürerstraße im benachbarten Lutherviertel sollen in einem Fünfgeschosser aus zehn kleineren fünf große, familienfreundliche Etagenwohnungen werden, erläutert Unternehmenssprecher Daniel Pfaff.

Angesetzt werden sollen dabei modernste Kriterien, wobei es den künftigen Bewohnern vorbehalten bleibt, eigene Akzente zu setzen. Zwei Bäder, offene Küchen, vier oder fünf Räume? Vieles sei denk- und machbar, so Pfaff. Alle Wohnungen erhielten neue Loggien, die im Erdgeschoss einen eigenen Garten hinterm Haus, so Pfaff.

Zum ersten Mal überhaupt biete die Genossenschaft auch den Anschluss eines Kamins an. "Entsprechende Anfragen erhalten wir immer wieder."

Bei dem Vorhaben, das in diesem Jahr vorbereitet und bis Mitte kommenden Jahres umgesetzt werden soll, profitiere die CAWG von positiven Erfahrungen im Lutherviertel, erläutert Thomas Schilling vom Vorstand. "Die Nachfrage nach den dort neu entstandenen großen Wohnungen war so groß, dass wir das Konzept an der Altenhainer Straße noch einmal auflegen." Weitere Projekte dieser Art seien bislang nicht geplant, punktuelle Umbauten und Zusammenlegungen einzelner Wohnungen zu größeren Einheiten aber immer denkbar.

Das Umbau- und Modernisierungsvorhaben an der Dürerstraße soll unterdessen in den kommenden Monaten mit der Gestaltung der Außenanlagen abgeschlossen werden. Befragungen der Anwohner hatten ergeben, dass sie sich neue Spielplätze für Kinder unterschiedlicher Altersklassen, Hausgärten, Stellplätze und Carports sowie Abstellboxen für Kinderwagen, Fahrräder oder Rollatoren wünschen. Diese sollen nun in den kommenden Monaten entstehen, zum Teil in Abstimmung mit dem kommunalen Wohnungsunternehmen GGG, das in der Nachbarschaft, an der Charlottenstraße, ebenfalls saniert hat.

Ideen, wie sie CAWG-Vorstand Schilling auch für die Altenhainer Straße für sinnvoll hält. "Ob in Gablenz, im Yorckgebiet oder im Lutherviertel: Es hat sich gezeigt, dass von einer Aufwertung der Quartiere letztlich alle Bewohner des Viertels profitieren."

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