Grünanlage in Helbersdorf: Beete, Pappeln und ein neuer Apfelbaum

Einst als Wohngebietspark angelegt, ist der Wenzel-Verner-Platz in den vergangenen Wochen neugestaltet worden. Die Auswahl der Pflanzenarten war dabei kein Zufall.

Helbersdorf.

Den besten Sonnenplatz in der neugestalteten Grün- anlage hat der Zierapfelbaum bekommen: Über sechs Meter ragt er in die Höhe, die Äste zur Seite ausgestreckt. Die neugestaltete Grünanlage in Helbersdorf mit dem Namen Wenzel-Verner-Platz ist gestern im Beisein von Baubürgermeister Michael Stötzer (Grüne) freigegeben worden. Dutzende Anwohner waren auf Einladung der Organisatoren zur Wiedereröffnung gekommen. Nahe dem Apfelbaum wurden zwei Beete mit zehn Staudenarten angelegt; auf der Wiese nebenan wurde gestern noch ein Rhododendron-Strauch gepflanzt. Zudem mussten beschädigte Bodenplatten ersetzt und alte Steinsitze abgerissen werden. 126.000 Euro kostete die Umgestaltung, die im November 2017 begonnen hatte. Zwei Drittel der Summe stammen aus Mitteln der Europäischen Union. Den Rest übernahm die Stadt. Maßgeblich an der Sanierung beteiligt war auch der Bürgerverein Helbersdorf.

Die Auswahl der Pflanzen war kein Zufall. Dagmar Badock vom städtischen Grünflächenamt kennt die Hintergründe: Von dem Zier- apfelbaum könnten die Anwohner doppelt profitieren - im Frühjahr durch die Blüten und im Herbst wegen der Äpfel. "Wer ein Auge für schöne Blüten hat, wird sich daran erfreuen", sagte Badock. Die neuen Pflanzen ersetzen acht Bäume, die aufgrund des Schattens der größeren Pappeln, Linden und Zierkirschenbäume eingegangen waren. Rhododendron und Stauden könnten auch im Schatten gedeihen, so Badock. Nur der Apfelbaum verträgt eben keinen Schatten und hat daher den einzigen sonnigen Platz in der Anlage bekommen.

Nun allerdings soll auch ein neuer Name für den Platz gefunden werden. "Wir werden demnächst eine Website freischalten, wo die Helbersdorfer Vorschläge machen können", sagte Bürgervereins-Chef Jörg Vieweg. Auch per Post könnten Anwohner schon ab heute einen Vorschlag samt kurzer Begründung einreichen.

Anwohnerin Annerose Hähnel ist von der neuen Gestaltung der Grünanlage begeistert: "Das ist wunderschön", sagte die 75-Jährige. Besonders froh ist sie über die neuen Bodenplatten, vorher habe man leicht stolpern können, da Wurzeln die Platten nach oben gedrückt hätten. Über einen neuen Namen denkt sie schon nach - eine Idee dafür hat sie nach eigenem Bekunden bisher aber noch nicht.


Wer war Wenzel Verner?

Der Mitbegründer der Kommunistischen Partei Deutschlands in Chemnitz stammte ursprünglich aus Böhmen, sagt der Vorsitzende des Chemnitzer Geschichtsvereins, Wolfgang Uhlmann. 1887 in Prag geboren, ließ sich der Sozialist als junger Mann in Chemnitz nieder und arbeitete dort als Bohrer. Nach der Machtübernahme durch die Nazis im Jahr 1933 wanderte er in die Sowjetunion aus. Dort sei er fünf Jahre später verschollen, sagt der Historiker. "Vermutlich ist er einer Säuberungsaktion zum Opfer gefallen", fügt Uhlmann hinzu. (jreb)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
 Artikel versenden
Die mit * gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...