Handel soll in neuem Zschopauer Gewerbegebiet draußen bleiben

Nur in bestimmten Ausnahmefällen sind Verkaufsstellen zulässig. Dieser Kompromiss wurde im Stadtrat erzielt. Einige Bedenken bleiben aber dennoch.

Zschopau.

Wer darf im Gewerbegebiet Zschopau-Nord künftig bauen und was gilt es dabei zu beachten? Antworten darauf gibt der Vorentwurf zum Bebauungsplan für die Gebietserweiterung. Zu den darin enthaltenen Festlegungen bestehen im Stadtrat durchaus verschiedene Auffassungen.

Ein umstrittener Punkt in dem Papier: Einzelhandelsbetriebe und Verkaufsstellen von Handwerksbetrieben sowie andere Gewerbebetriebe, die sich an Endverbraucher wenden, sind unzulässig. Nur wenn Verkaufs- und Ausstellungsflächen 200 Quadratmeter nicht überschreiten und ein unmittelbarer räumlicher und betrieblicher Zusammenhang mit produzierendem Gewerbe besteht, sind Ausnahmen möglich.

"Ist das wirklich so gewollt?", fragte Otmar Müller (Fraktion BFW/ FDP) zur jüngsten Stadtratssitzung. Beispielsweise könnten dann Autohäuser nicht gebaut werden. Die Branche mag Müller aber nicht ausklammern.

Niels Sigmund (B90/Die Grünen) hingegen sagte:. "Ich bin dagegen, alles freizugeben. Wir haben immer noch eine funktionierende Innenstadt und können es uns nicht leisten, Konkurrenz zur Innenstadt aufzubauen." Der Linke-Fraktionschef Jürgen Hetzner hätte gern den Handel, der im Stadtzentrum keine Rolle spielt, nicht von vornherein ausgeschlossen. So könne ein Möbelhaus für Zschopau eine Bereicherung sein. Lebensmittelmärkte möchte er dagegen nicht zulassen: "Da haben wir in Zschopau schon genug." In der Stadt gibt es laut Industrie- und Handelskammer (IHK) schon recht viel Verkaufsfläche - 2,14 Quadratmeter je Einwohner. Der Bundesdurchschnitt liegt hier bei 1,5. Die IHK hatte sich mit Hinblick auf die jeweiligen Zahlen der Statistik zu den Verkaufsflächen schon 2016 gegen die damaligen Erweiterungspläne der Saller-Gruppe im Gewerbegebiet Zschopau/Gornau (Kaufland) ausgesprochen.


Bedarf für weitere Gewerbeansiedlungen

Auslöser für die Erweiterungspläne war 2015 ein Antrag der Fleischerei Göhler. Das 1842 in Zschopau gegründete Unternehmen möchte einen Teil seiner Produktionsanlagen von Unterwaldkirchen nach Zschopau verlegen. Dazu beantragte die Fleischerei die Erweiterung des Geltungsbereiches für das Gewerbegebiet Zschopau-Nord. Weil Bedarf für weitere Gewerbeansiedlungen gesehen wurde, begann die Stadt, weitere Flächen einzubeziehen und zu kaufen. Die Flurstücke, die sich das Waldkirchener Unternehmen sicherte, hat die Stadt aber nicht erworben.

Die Folgen fehlender Alternativen für Unternehmen bekam Zschopau mehrfach zu spüren: 2004 musste die Stadt den Weggang der Schüler Zerspanungstechnik ins Gornauer Gewerbegebiet verkraften. 2015 folgte der Umzug von Klädtke Metallverarbeitung nach Hohndorf.

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