Hartmannsdorf sucht Konzepte für Brachen und ehemalige B 95

Einwohner sollen bis 21. Juli Fragen zu Wohnsituation, Verkehrsanbindung und Ärzteangebot beantworten

Hartmannsdorf.

Die Gemeinde geht der Frage nach, wie sich bis 2030 das Dorf entwickeln soll. Dabei hat sich der Gemeinderat professionelle Hilfe geholt. Ein Ingenieurbüro erstellt ein sogenanntes Gemeindeentwicklungskonzept. "Freie Presse" beantwortet Fragen.

Warum braucht Hartmannsdorf ein Gemeindeentwicklungskonzept?


Die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat in Hartmannsdorf treibt die Frage um, wie Hartmannsdorf fit für die Zukunft gemacht werden kann. Ein Gemeindeentwicklungskonzept soll auf diese Frage Antworten finden. Aufbauend auf detaillierte Analysen sowie durch Bürgerbeteiligung sollen gemeinsam mit Politik und Verwaltung Strategien für die künftige und nachhaltige Entwicklung von Hartmannsdorf definiert werden.

Ganz oben bei Definitionen stehen Bevölkerungsrückgang und knappe Haushaltsmittel. Das trifft aber bei Hartmannsdorf nicht zu.

Wohn- und Gewerbeflächen können nicht mehr ausgedehnt werden, außerdem fehlen Wohnungen für junge und alte Menschen, hieß es im Gemeinderat. Laut Katharina Richter von der Westsächsischen Gesellschaft für Stadterneuerung (WGS) geht es speziell um eine bessere Verkehrsanbindung mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) an die umliegenden Städte, die Neunutzung von Brachen und die Umgestaltung der ehemaligen B 95.

Was ist ein Gemeindeentwicklungskonzept?

Ein Gemeindeentwicklungskonzept beinhaltet eine Bestandsaufnahme, also Bevölkerungsentwicklung, Wirtschaft, Wohnen, soziale Infrastruktur, Freizeit, Verkehr, Umwelt, Daseinsvorsorge. Außerdem gehören dazu eine Bürgerbeteiligung, die aktuellen Ziele und geplanten Projekte der Gemeinde. Darauf aufbauend, erfolgt eine Stärken-Schwächen-Analyse, aus der dann Maßnahmen für eine zukunftsfähige und nachhaltige Entwicklung Hartmannsdorfs zu einem attraktiven Wohn- und Arbeitsort entwickelt werden.

Wer kann an diesem Konzept mitarbeiten?

An dem Konzept arbeitet die Gemeindeverwaltung intensiv mit. Gleichzeitig erfolgt eine Einbindung vieler Akteure, die Einfluss auf die Entwicklung von Hartmannsdorf haben. So wurden die bedeutendsten Arbeitgeber und Unternehmen, Landesbehörden, das Landratsamt, der Verkehrsverbund, verschiedene Versorgungsträger und der Planungsverband um Stellungnahme gebeten. Ebenso erfolgt die Einbindung der Bürgerschaft.

Was haben die Bürger von so einem Konzept?

Das Konzept stellt künftig eine Arbeitsgrundlage für die Gemeindeverwaltung dar. Ziel ist es, dass alle künftigen Projekte nicht losgelöst voneinander betrachtet werden, sondern alle umgesetzten Maßnahmen der Gemeinde darin einmünden, dass Hartmannsdorf ein noch zukunftsfähigerer und lebenswerterer Wohn- und Arbeitsort wird. Von diesen Entwicklungen sollen alle jetzigen und künftigen Einwohner Hartmannsdorfs profitieren.

Reichen bisherige Konzepte und Planungen nicht aus?

Bisher hat die Gemeinde Hartmannsdorf kein Gemeindeentwicklungskonzept. Das neue Konzept greift alle bestehenden Planungen auf und verbindet diese zu einem großen Gesamtplan.

Bis 21. Juli läuft eine Bürgerbefragung. Was kommt danach?

Nach der Bürgerbefragung wird diese ausgewertet. Diese Auswertung und die bereits erfolgte Analyse der gegenwärtigen Situation fließen in die Stärken-Schwächen-Analyse mit ein. Anhand dieser werden die Schwerpunkte für die Bürgerwerkstatt, die im September stattfinden soll, festgelegt. Nach dieser wird das künftige Maßnahmenkonzept für die Gemeinde Hartmannsdorf entwickelt.

Wie läuft die Bürgerwerkstatt ab?

Geplant ist eine offene Veranstaltung. Es wird voraussichtlich zunächst der aktuelle Stand des Konzeptes und der Analyse vorgestellt. Anschließend wird es kleinere Gruppen zu einzelnen Themenschwerpunkten geben.

Die Bürgerbefragung umfasst 18 Fragen zu Wohnsituation, Ärzteangebot und Verkehrsanbindung. Warum diese Themen?

Die Fragen zielen auf eine Meinungsäußerung der Bürger zu verschiedenen Themen ab, die die Ortsentwicklung beeinflussen. Des Weiteren möchten die Macher durch den Fragebogen herausfinden, welche Probleme und Handlungsbedarfe bestehen. Die Fragen beruhen auf Erfahrungswerten der WGS, wissenschaftlichen Methoden der quantitativen empirischen Sozialforschung und wurden mit der Gemeindeverwaltung abgestimmt. Ziel ist es, ein Stimmungsbild über die Situation vor Ort zu erlangen.

Wie erfolgt die Auswertung?

Die WGS überträgt die Daten in ein Auswertungsprogramm und analysieren mit Hilfe statistischer Methoden die inhaltlichen Zusammenhänge und Ergebnisse. bj

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