Hauptbahnhof: Tunnel-Bau startet nach Verzögerung

Die Unterführung wird verlängert. Später als geplant haben die Arbeiten jetzt begonnen. Deshalb verspätet sich auch ein zweites Tunnelprojekt.

Sonnenberg.

Warnbaken und eine Absperrung auf der Dresdner Straße deuten darauf hin: Die Arbeiten für einen zweiten Zugang zum Hauptbahnhof haben begonnen. Der Bahnsteigtunnel wird bis zur Dresdner Straße verlängert. Damit entsteht auch eine kurze Verbindung zum Sonnenberg. Dass es nach mehreren Verzögerungen endlich los- geht, wollen Anwohner mit einem kleinen spontanen Fest am heutigen Freitag, ab 17 Uhr, an der Baustelle feiern, kündigt die Sonnenbergerin Katharina Weyandt an. Damit kommen sie dem offiziellen ersten Spatenstich zuvor, der nach Angaben der Stadt am 8. Mai erfolgen soll.

Ursprünglich für 2016 vorgesehen, hatte die Stadt nach jahrelangen Verhandlungen mit der Deutschen Bahn eigentlich gehofft, den östlichen Zugang zumindest bis Ende 2018 fertigstellen zu können. Allerdings war laut Baubürgermeister Michael Stötzer auf die Ausschreibung hin kein Angebot eines Bauunternehmens eingegangen. Die Arbeiten wurden ein zweites Mal ausgeschrieben - mit dem Ergebnis, dass der Bau nicht nur später beginnt, sondern auch teurer wird. Die Kostenschätzung liegt jetzt bei rund vier Millionen Euro. Das entspricht laut Baudezernat einer Steigerung von 770.000 Euro. Der Stadtrat hat den Mehrausgaben im März zugestimmt. Die "Freie Presse"-Anfrage, bis wann der Bau des Fußgängertunnels abgeschlossen sein soll, blieb von der Stadt unbeantwortet. Die Unterführung ist eine Voraussetzung für das Fernbusterminal, das an der Dresdner Straße eingerichtet werden soll. Die Inbetriebnahme ist für Dezember 2020 vorgesehen. Der Busbahnhof soll perspektivisch an den Hauptbahnhof umziehen.

Sascha Aurich

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Und wie geht es mit der sogenannten Bazillenröhre weiter? Auch deren Neugestaltung ist seit vielen Jahren geplant, damit sie ihrem Namen nicht mehr alle Ehre macht. Ein Lichtkonzept der Künstlerin Anke Neumann vom Sonnenberg liegt bereits seit 2015 vor. Für einen Test auf einer Musterfläche war die Fußgängerunterführung Ende 2016 bereits für drei Wochen gesperrt. Jetzt steht fest, dass erst nach Fertigstellung des verlängerten Tunnels die Arbeiten in der Bazillenröhre beginnen, damit zumindest eine Verbindung für Fußgänger bleibt.

Vorgesehen ist, den Fußboden zu asphaltieren und die Wände zu streichen. Zudem sollen 170 LED-Leuchten die Liedpassage "Ich wär' gern weniger wie ich. Ein bisschen mehr so wie du" der Rockband Kraftklub an den Wänden in Szene setzen. Für die Neugestaltung rechnet die Stadt derzeit mit Kosten von 300.00 Euro. Bis vor zwei Jahren war noch von 100.000 Euro die Rede.

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