Hetze, Beleidigung, Diebstahl - Gericht verhängt Haftstrafe

Wegen 50 Straftaten ist ein Chemnitzer jetzt verurteilt worden. Gegenüber Flüchtlingen hat er rechtsextreme Parolen gerufen.

Es ist eine lange Liste an Anklagepunkten gewesen, wegen denen ein 55-Jähriger vor dem Chemnitzer Amtsgericht stand und die ihn schließlich ins Gefängnis brachten. Ihm wurden in insgesamt 50 Fällen Körperverletzung, Beleidigung, Volksverhetzung, Hausfriedensbruch, Schwarzfahren und eine Vielzahl an Diebstählen, vor allem von alkoholischen Getränken, zur Last gelegt. Die Richterin sah ihn als schuldig an und verurteilte ihn zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten.

Die Taten wurden zwischen Januar und März dieses Jahres in Chemnitz verübt. Zu dieser Zeit verbüßte der einschlägig Vorbestrafte aufgrund einer vorherigen Verurteilung eine Bewährungsstrafe, war aber noch auf freiem Fuß. Seit April sitzt er in Untersuchungshaft. Bei der aktuellen Verhandlung kam ein Fall näher zur Sprache, bei dem der Mann an der Zentralhaltestelle gegenüber einer Gruppe von Flüchtlingen mehrfach den Hitler-Gruß gezeigt und diese mit rechtsextremen Parolen beleidigt haben soll. Auch ein Besuch bei seinem früheren Vermieter soll eskaliert sein. Gegenüber einer Angestellten habe der Mann gedroht, das Büro in die Luft zu sprengen.

48 der 50 Taten, die ihm der Staatsanwalt vorgeworfen hat, räumte der 55-Jährige ein. Bei zwei Vorwürfen widersprach er. So bestritt er, die Verkäuferin eines Geschäfts, die ihn beim Stehlen erwischte, mit dem Ellbogen geschlagen zu haben. Außerdem widersprach er dem Vorwurf, die Scheibe eines Schnellrestaurants an der Rathausstraße zertrümmert zu haben.

Zu letzterem Vorfall wurde ein früherer Mitarbeiter als Zeuge gehört. Der 26-Jährige sagte, dass es mit dem Angeklagten nahezu täglich Differenzen gegeben habe und er häufiger des Restaurants verwiesen werden musste. An diesem Tag seien beide verbal aneinander geraten. Danach sei die Scheibe zu Bruch gegangen, schilderte der Zeuge.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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1Kommentare
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  • 1
    1
    Hinterfragt
    20.08.2018

    "...Die Taten wurden zwischen Januar und März dieses Jahres in Chemnitz verübt..."

    Wow!
    Man staune, wie schnell doch unsere Justiz sein kann ...



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