Hilfe für vierbeinige Heimbewohner

Der Tierschutzverein Stollberg und Umgebung registrierte 2020 eine hohe Spendenbereitschaft. Das Geld wird dabei auch für Tierarztkosten gebraucht.

Stollberg.

Rund 95.000 Euro hat der Tierschutzverein Stollberg und Umgebung im Vorjahr für ein neues Dach für das Hundehaus, in dem sich auch die Katzenquarantäne befindet, ausgegeben. "Die Maßnahme wurde vom Freistaat Sachsens zu 90 Prozent gefördert", erklärt Vereinsvorsitzende Susann Scheibner.

Dass der Verein die zehn Prozent an Eigenmittel aufbringen konnte, verdanke er der Spendenbereitschaft von Privatpersonen und Unternehmen, sagt sie. Mit der Pauschale, die die Kommunen für die Aufnahme ihrer Fundtiere zahlen, finanziere man die Personalkosten. Der Rest müsse über Spenden laufen.

Obwohl das Tierheim wegen der Coronapandemie nicht mehr normal geöffnet ist und auch Feste wegfielen, bei denen Geld- und Sachspenden zusammenkommen, sei "die Spendenbereitschaft der Wahnsinn", so die Vereinschefin. "Die Leute denken an uns, obwohl viele doch jetzt eigene Probleme haben." Neben der Osterstrauchaktion im Frühjahr und drei Weihnachtswunschbäumen in der Adventszeit, die viele Sach- und Futterspenden gebracht haben, gab es auch private Aktionen von Tierfreunden - wie ein "Weihnachten im Schuhkarton" für die Kleintiere.

Geldspenden seien zwar wegen der fehlenden Feste insgesamt weniger eingegangen, aber man habe nach wie vor regelmäßige Unterstützer. Und es gebe auch viele Firmen, die das Tierheim am Jahresende mit Geldspenden bedachten. "Es würde sonst auch nicht funktionieren", erklärt Scheibner. Neben den Eigenmitteln für geförderte Baumaßnahmen seien da ja auch noch Versicherungen, Heizkosten und Tierarztkosten zu finanzieren.

Obwohl Corona auch die traditionellen Arbeitseinsätze mit vielen freiwilligen Helfern im Tierheim ausgebremst hat, ist einiges geschafft worden. So haben die Mitarbeiter begonnen, Schritt für Schritt Zimmer und Gänge im Hundehaus zu erneuern, sagt Scheibner. Daneben habe man kleine Teiche gebaut oder vorhandene saniert, ein Stück Zaun am Rehgehege sowie das Terrassendach an der Katzenquarantäne erneuert. Auch ein Teil des Kleintiergeheges wurde neu gestaltet, erklärt Scheibner.

Ein positives Resümee kann die Tierheimchefin zudem bezüglich der 350.000 Tiere ziehen, die im Frühjahr sozusagen "eingezogen" sind: Damals brachte Imker Sven Rudolph aus Mülsen sieben Bienenvölker ins Areal. Vom Fleiß der Honigsammler profitiert am Ende auch das Tierheim. Geschätzt 1500 Gläser des Honigs seien verkauft worden, sagt Scheibner. Wenn Rudolph die Abrechnung fertig hat, wird er dem Tierheim eine Spende überbringen, hat der Imker angekündigt. Die könnte durchaus im vierstelligen Bereich liegen, vermutet die Vereinsvorsitzende.

Zufrieden ist sie auch mit der Vermittlung von Tieren. Die sei trotz der coronabedingten Einschränkungen sehr gut gelaufen. Im Moment habe man dadurch nur noch sechs Hunde zu betreuen. Sogar die beiden Langzeitinsassen, Swistak und Luna, habe man vermitteln können. Beide Hunde waren 2013 aus Polen ins Stollberger Tierheim gekommen, wurden zuvor als Kettenhunde gehalten. Hoch ist hingegen die Anzahl der Katzen - 270 Samtpfoten sind es aktuell.

Personell kann sich das Team aus vier Festangestellten weiter auf einen Stamm von rund 20 Ehrenamtlern stützen. Zudem helfen drei 450-Euro-Jobber und drei junge Männer leisten ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr ab.

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