Horch mal, was da klingt

An der Zentralhaltestelle sind jetzt Geräusche und Stimmen zu hören, die an die textile Vergangenheit der Stadt erinnern. Aber auch die Zukunft spielt eine Rolle.

Es klopft, rattert und schleift. Auch Stimmen sind zu hören. Was mag das sein? Wer in den kommenden Tagen an der Zentralhaltestelle am Kaufhof vorbeigeht, dürfte sich wundern. Die Geräusche kommen aus Lautsprechern, die unscheinbar unter dem Vordach des Kaufhauses angebracht sind.

Zusammengestellt hat sie Katja Manz. Sie ist Kultur- und Stadtgeografin und sammelt gern Geschichten. Für das Chemnitzer Stadtjubiläum hat sie die Klanginstallation, inspiriert von der Textilproduktion, die in Chemnitz Tradition hat, eingerichtet. Zuerst ging sie ins Industriemuseum. Dort nahm sie die Klänge der alten Webstühle auf und sprach mit einer Mitarbeiterin über die Geschichte der Textilproduktion in der Stadt. Danach führte sie ihr Weg in die Schönherrfabrik. Auch das ist ein Ort der textilen Vergangenheit der Stadt. Aber es ist auch ein Ort der Gegenwart, denn Designerin Doreen Thierfelder stellt dort noch heute Mode her. Mit ihr sprach Manz darüber, was uns Kleidung heute bedeutet und welchen Wert es hat, wenn sie lokal von Hand produziert wird. Durch Zufall lernte Manz schließlich ihre dritte Gesprächspartnerin kennen. Es ist eine Studentin, die von Berlin nach Chemnitz kam, um am sächsischen Textilforschungsinstitut an der Zukunft der Stoffe zu arbeiten. Die Klanginstallation ist noch bis zum 2. September zu hören.

Reiner Zufall auch das: Im Schaufenster des Kaufhofs präsentiert das Industriemuseum gerade Stücke der Chemnitzer Industriegeschichte, wie die Fewa-Johanna und ein Diamant-Motorrad. Damit soll auf die aktuelle Ausstellung "Das Herz von Chemnitz. 220 Jahre Industriekultur" aufmerksam gemacht werden.

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