In früherer Stasi-Kaserne entstehen Eigentumswohnungen

Investoren aus Burgstädt wollen den Komplex an der Walter-Janka-Straße einer neuen Nutzung zuführen. Vor ihnen hatten das schon andere versucht.

Adelsberg.

Große Werbebanner hingen schon seit Monaten an den Gebäuden. Jetzt haben auf dem ehemaligen Gelände der Staatssicherheit an der Walter-Janka-Straße in Adelsberg Bauarbeiten begonnen. Ein Investor mit Sitz in Burgstädt will zunächst in dem südlich, aus Richtung Sportplatz links gelegenen Haus Eigentumswohnungen errichten. Anschließend soll das zweite Gebäude zu einer Service-Wohnanlage mit Pflege- und Betreuungs-Dienstleistungen für ältere Menschen ausgebaut werden.

"Die Gesamt-Investitionssumme für die Entwicklung des 10.000 Quadratmeter großen Areals wird im unteren zweistelligen Millionenbereich liegen", sagt Andreas Scholz, Mitglied der Geschäftsleitung und Investor in der Firmengruppe Chreans aus Burgstädt, die sich darauf spezialisiert hat, Industriebrachen und verwahrloste Areale einer neuen Nutzung zuzuführen. Weitere aktuelle Projekte sind zum Beispiel das ehemalige Königliche Amtsgericht am Ahnataler Platz in Burgstädt, die frühere Trikotagenfabrik Guido Unger in Taura und die Marktterrassen in Hainichen.


"Die Bausubstanz der in Ziegelbauweise errichteten Gebäude an der Walter-Janka-Straße ist absolut erhaltenswürdig", erklärt Scholz. Für den ersten Bauabschnitt liege die Baugenehmigung vor, Arbeiten auf dem Grundstück und zum Entkernen im Inneren des südlichen Gebäudes haben begonnen. Es wurde bereits vom nördlichen Haus getrennt. Geplant ist, bis Ende 2017 im ersten Bauabschnitt insgesamt 17 Eigentumswohnungen mit variablen Grundrissen und Wohnflächen von 84 bis 167 Quadratmeter zu errichten. Als Besonderheit nennt Scholz den unverbaubaren Fernblick von den vielfältig gestalteten Balkonen und Terrassen. Alle Wohnungen sollen barrierearm, ein Teil davon barrierefrei und per Fahrstuhl vom Kellergeschoss aus erreichbar sein. Dort sind auch die Einzelgaragen geplant, die zur Wohnung gehören und teilweise direkt mit dem eigenen Keller verbunden sind. Weitere Pkw-Stellplätze sind im Außenbereich vorgesehen.

Beim zweiten Bauabschnitt, der Service-Wohnanlage, wird die Burgstädter Unternehmensgruppe mit einem Pflegedienstleister zusammenarbeiten. Dieser soll die Tagespflege in den Wohnungen und darüber hinaus Behandlungen in eigenen Praxisräumen im Haus anbieten. Auch das etwas weiter nördlich stehende ehemalige Gebäude soll dafür geteilt werden, sodass aus den bisher zwei großen Kasernen-Blöcken insgesamt vier stadtvillenartige Gebäude entstehen.

Die einstigen Unterkünfte der Wach- und Sicherungseinheit "Fritz Schmenkel" des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit waren 1990 der Treuhandanstalt übertragen und in der Folgezeit teilweise als Lager für Stasi-Unterlagen genutzt worden. 2006 ließ die Treuhand die Gebäude versteigern. Für rund 70.000 Euro erwarben damals Chemnitzer Investoren den Komplex. Auch sie hatten die Absicht, darin Eigentumswohnungen einzurichten. Ihren Antrag dafür lehnte das städtische Baudezernat jedoch im Jahr 2008 ab. Im Jahr 2009 wurden die Gebäude erneut versteigert.

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    1
    Schaulies
    16.07.2016

    Das nenne ich mal Sinnvoll! Statt die Blöcke platt zu machen, wird was neues draus und das wünsche ich mir für ganz Chemnitz. Auch der Hochbau gegenüber vom Bahnhof Mitte ließe sich zurück bauen und dann Eigentumswohnungen draus machen und günstig verkaufen! Man könnte so Geld einspielen um die Stadt attraktiver zu machen!



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