In Krankenhäusern werden Blutkonserven knapp

Ein Mediziner spricht von einem Engpass. Um zum Blutspenden zu animieren, geht der Facharzt selbst mit gutem Beispiel voran.

Glauchau.

Gabor Nagy schildert die Situation als dramatisch. "Wir haben einen erheblichen Engpass an Blutkonserven", sagt der Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Glauchauer Rudolf-Virchow-Klinikum. Um auf den Ernst der Lage hinzuweisen, will der Mediziner die Bevölkerung dazu aufrufen, mehr Blut zu spenden. Er selbst tat dies vor wenigen Tagen und ließ sich beim DRK-Blutspendedienst die rote Flüssigkeit abzapfen. Das macht er mehr oder weniger regelmäßig, doch diesmal ist die Motivation besonders stark. "Blutkonserven werden dringend gebraucht, die Vorräte gehen zur Neige" sagt Gabor Nagy. Derzeit stehe im Glauchauer Krankenhaus etwa ein Drittel weniger Blut zur Verfügung als in normalen Zeiten.

Blutkonserven halten sich nicht lange - maximal vier Wochen, sagt der Mediziner. Nagy und seine Kollegen ordern die Blutkonserven normalerweise tagesaktuell vom Chemnitzer Klinikum, an dem ein Blutkonservendepot angegliedert sei. Doch da sei kaum noch etwas vorhanden. Das bedeute in der Praxis, dass die Versorgung der Patienten mit Blut abgewogen werden müsse. Schlimmstenfalls müssten Operationen, für die Blutprodukte unabdingbar sind, auf das Nötigste reduziert werden, so Nagy.

Am Anfang der Coronapandemie sei das Problem der Blutkonservenknappheit noch nicht aufgetreten. Aber jetzt, da die Krankenhäuser zu großen Teilen wieder zum Normalbetrieb übergegangen sind, fehlen Blutvorräte, sagt Gabor Nagy. So auch im DRK-Krankenhaus Lichtenstein, das seine Blutkonserven vom DRK-Blutspendedienst Chemnitz bezieht. Die Lage sei derzeit sehr angespannt", sagt Sprecherin Sandra Schlömer.

Auch die Pleißental-Klinik in Werdau hat vom Blutspendedienst des DRK die Information zum sparsamen Mitteleinsatz und bestehenden Lieferengpässen erhalten. Das sagt Geschäftsführer Uwe Hantzsch. Derzeit sei es aber immer möglich, benötigte Blutprodukte über den DRK-Blutspendedienst Zwickau zu beschaffen. "Die weitere Entwicklung ist momentan nicht vorhersehbar. Wir sind bemüht, im Rahmen des Operationsgeschehens eventuell notwendige Konserven frühzeitig vorzuhalten", so Hantzsch weiter.

Nach Angaben des DRK-Blutspendedienstes gilt prinzipiell, dass auch währen der Coronapandemie Blut gespendet werden kann, wenn sich die Spender gesund und fit fühlen. Menschen mit grippalen oder Erkältungs-Symptomen sowie Durchfall würden generell nicht zur Blutspende zugelassen. Bei allen Terminen finden am Eingang Temperaturmessungen statt, um bereits von vornherein potenzielle Spender mit erhöhten Körpertemperaturen zu identifizieren, heißt es weiter. Alle Besucher der Blutspendeaktionen werden mit einer Mund-Nase-Schutzmaske ausgestattet.

Spendetermine des DRK-Blutspendedienstes sind im Internet unter der Adresse www.freiepresse.de/spendetermine zu finden.

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