Inkaland - Nächster Meilenstein für Tierpark lässt auf sich warten

Von einem großen Streichelgehege für Alpakas und Nandus ist seit Jahren die Rede - realisiert wurde es bislang aber nicht. Denn noch immer ist eine wichtige Frage nicht geklärt.

Limbach-Oberfrohna.

In jüngerer Vergangenheit hat es drei Meilensteine bei der Entwicklung des Tierparks Limbach-Oberfrohna zum Amerika-Zoo gegeben: Der Beschluss des entsprechenden Masterplans im Stadtrat 2010, die Eröffnung des Flamingolandes 2013 sowie des Pinguinlandes 2016 kurz vor dem Tag der Sachsen. Seitdem ist es ruhiger geworden. Zwar hat der Förderverein einige Projekte realisiert wie den Bau eines Geheges für die Mähnenwölfe, doch ein Publikumsmagnet ist seit nun knapp vier Jahren nicht mehr hinzugekommen.

Das ist nicht im Sinne des Fördervereins und seinem Vorsitzenden Klaus Eulenberger. "Wir haben uns Intervalle von drei bis Jahren vorgestellt", sagt der frühere Cheftierarzt des Leipziger Zoos, der den mehrere Ausbaustufen vorsehenden Masterplan einst vorgelegt hatte. An mangelnden Visionen scheitert es also nicht. Schon 2013 war erstmals von einem Inkaland die Rede, das im Masterplan noch unter dem Namen Patagonien auftaucht, einer Landschaft im Süden Argentiniens und Chiles. Unter dem Inkaland stellt sich Eulenberger ein großes, begehbares Streichelgehege unter anderem mit Alpakas und Nandus vor. Das Gelände solle an eine Prärie in Patagonien erinnern. "Wir wollen einen Erlebnisbereich für Kinder schaffen", erklärt der Limbach-Oberfrohnaer Ehrenbürger. Kleine und große Besucher sollen dabei in engen Kontakt mit den Tieren treten können. Das derzeitige Streichelgehege sei schließlich recht klein, verdeutlicht Eulenberger.

Obwohl der Förderverein also schon klare Vorstellungen hat, befindet sich das Projekt noch in einer frühen Planungsphase. Dabei wird das Inkaland laut dem Vereinschef vergleichsweise günstig: Weder das Anlegen einer großen Wiese noch der Bau von unbeheizten Unterständen für die Alpakas und Nandus sei teuer. "Höchstens bei den gestalterischen Elementen könnte das anders sein." So sei es denkbar, dass die Anden im Inkaland nachempfunden werden.

Knackpunkt ist eine wichtige Frage, über die schon Ende 2017 erstmals gestritten wurde: Soll der Tierpark für den Bau des Inkalandes erweitert werden? Für Eulenberger stellt sich diese Frage nicht. "Ohne Erweiterung kein Inkaland. Und einen Stillstand kann es nicht geben." Möglich wäre eine Erweiterung in Richtung Teichgebiet, also auf der anderen Seite des Frohnbaches. Der Landkreis Zwickau hat dagegen nach Angaben einer Sprecherin keine grundsätzlichen Bedenken, auch wenn wegen der Nähe zum Vogelschutzgebiet Auflagen erlassen werden könnten.

Doch es gibt auch Gegner einer Erweiterung. Linke und Grüne im Stadtrat betrachten den Umbau des Tierparks zum Amerika-Zoo seit jeher kritisch - daran hat sich nichts geändert. Der Tierpark sei auch schon vor der Umsetzung des Amerika-Konzepts eine schöne Anlage gewesen, sagt Jörn Wunderlich, Vorsitzender der Fraktion von Linken, SPD und Grünen. Es spreche zwar nichts dagegen, das Gelände attraktiver zu machen, doch müsse man auch die Unterhaltungskosten im Blick behalten. "Es darf nicht ausufern. Sonst müssen wir uns irgendwann die Frage stellen, was wir uns da aufgehalst haben." Wunderlich hatte sich vor zwei Jahren auch gegen eine Erhöhung der Eintrittspreise ausgesprochen, die Mehrheit der Stadträte sah das aber anders. Der Lokalpolitiker warnt zudem davor, die Anziehungskraft des Tierparks zu überschätzen. Zwar locke dieser Gäste nicht nur aus der Stadt selbst an, sondern auch aus der Umgebung. "Aber aus Leipzig wird niemand einen Ausflug in den Tierpark Limbach-Oberfrohna machen."

Oberbürgermeister Jesko Vogel (Freie Wähler) hatte in dem Streit 2018 einen Kompromissvorschlag gemacht. Demnach sollte das Inkaland in kleinerer Form und ohne Erweiterung gebaut werden, indem man einige Flächen des Tierparkgeländes anders nutzt als zuvor. Doch dieser Plan ist bislang nicht umgesetzt worden. Eulenberger war schon damals von dem Vorschlag nicht begeistert gewesen.

Zu der Frage, wann und in welcher Form die Stadt das Projekt Inkaland umsetzen will, will sich Vogel derzeit nicht näher äußern. "Es laufen Gespräche mit verschiedenen Seiten", sagt er lediglich. Es ist nicht das einzige Problem im Tierpark, mit dem sich die Stadtverwaltung beschäftigen muss. Die Netze des Pinguin- und des Flamingolandes, die Anfang 2019 durch nassen Schnee beschädigt worden waren, sind noch immer nicht abschließend repariert worden. Gute Nachrichten gibt es hingegen vom neuen Eingangsgebäude: Es soll in wenigen Wochen fertiggestellt werden.

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