Interesse an Alt-Kennzeichen wächst wieder

Rund 257.000 Fahrzeuge sind aktuell im Landkreis Mittelsachsen registriert. Die meisten haben FG auf dem Nummernschild stehen. Aber die anderen Buchstabenkombinationen holen auf, heißt es aus der Zulassungsstelle.

Freiberg.

Bei den Kraftfahrzeug-Kennzeichen im Landkreis Mittelsachsen haben Wortbildungsliebhaber nur wenige Optionen. Von den sieben Unterscheidungszeichen, die im Kreisgebiet zulässig sind, eignet sich im Grunde nur das Flöhaer Kürzel für sinnvolle Begriffe. Beispielsweise gab es laut André Kaiser vom Freiberger Landratsamt zum Jahreswechsel exakt 263 Fahrzeuge mit FLÖ-HA auf dem Nummernschild. Weitere 39 fahrbare Untersätze seien mit der Buchstabenverbindung FLÖ-TE ausgestattet gewesen, so der Behördensprecher.

Etwa 60 Prozent aller Fahrzeuge im Landkreis Mittelsachsen tragen auf dem Nummernschild FG (siehe Grafik). Dass dieser Anteil im Vergleich zum vergangenen Jahr gesunken ist, führt Kaiser auf die Wiedereinführung der Altkennzeichen zurück. Denn seit November 2012 ermöglicht eine Verordnung des Bundesverkehrsministeriums wieder die Vergabe der Buchstabenkombinationen, die in den Alt-Kreisen galten, die den aktuellen Landkreis bilden. In Mittelsachsen sind das neben FG und FLÖ auch HC (Hainichen), RL (Rochlitz), MW (Mittweida), BED (Brand-Erbisdorf) und DL (Döbeln).

Dabei muss der Fahrzeughalter nicht einmal im Gebiet des jeweiligen Altkreises wohnen, stellt Kaiser klar. Laut dem Sprecher des Landratsamtes führt die Zulassungsstelle aber keine Statistik darüber, wie oft sich ein Kraftfahrer mit fremden Federn schmückt, also mit dem Kennzeichen eines Altkreises unterwegs ist, in dem er nicht wohnt.

Für 10,20 Euro Zusatzgebühr vergibt die Zulassungsstelle sogenannte Wunschkennzeichen. Interessenten können zuvor auf der Internetseite der Kreisverwaltung prüfen, ob ihr Favorit noch verfügbar ist und diesen auch reservieren. Allerdings werde nicht jeder Wunsch erfüllt. So ist laut Kaiser im Landratsamt Mittelsachsen die Ausgabe von Kennzeichen mit den Buchstabenkombinationen HJ, KZ, NS, SA und SS verboten.

Auch die speziell bei Motorradfahrern beliebten Kurz-Kennzeichen mit nur zweistelliger Erkennungsnummer, zum Beispiel FG - A1, werde restriktiv gehandhabt. Wie Kaiser erklärt, ist die Zulassungsbehörde angehalten, langfristig ausreichend solcher kurzen Erkennungsnummern für Fahrzeuge vorzuhalten, an denen bauart- bedingt längere Kennzeichentafeln nicht angebracht werden können. Für Motorräder sei deshalb extra eine kleinere Schriftgröße beim Prägen zugelassen worden.

Gelegentlich sind in Mittelsachsen auch noch Nummernschilder ohne weitere Buchstaben nach dem Bindestrich zu sehen. Laut dem Sprecher des Landratsamtes handelt es sich dabei um alte Behördenkennzeichen. Diese würden seit dem Wirksamwerden der Fahrzeug-Zulassungsverordnung am 1. März 2007 nicht mehr vergeben.

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