Investor plant großen Solarpark

Eine Firma will 5,5 Millionen Euro auf dem Gelände einer alten Kiesgrube investieren. Dabei wird eine Forderung laut.

Lunzenau.

Für den Bau eines Solarparkes im Ortsteil Cossen hat der Lunzenauer Stadtrat in seiner Sitzung am Montagabend grünes Licht gegeben. Auf einer Fläche von sechs Hektar soll eine Anlage mit einer Leistung von rund sechs Megawatt gebaut werden. "Mit dieser Leistung können jährlich 1500 Vier-Personen-Haushalte mit Solarstrom versorgt werden", sagte Dirk Kühnel, Chef der Firma Ingenieurdienstleistungen für regenerative Energien.

Er plant zusammen mit einer Firma aus Rheinland-Pfalz den Bau. Insgesamt sollen 5,5 Millionen Euro investiert werden. "Wir stehen dem Vorhaben geschlossen positiv gegenüber", sagt Bürgermeister Ronny Hofmann (CDU). Zum einen bekräftigte die Stadt ihre Einstellung zu erneuerbaren Energien, zum anderen würden auch Gewerbesteuereinnahmen erwartet.

Die geplante Fläche - etwa acht Fußballfelder - wird derzeit noch durch die Firma Höpf Mulden Kies & Sand genutzt. Diese hatte dort Sand und Kies abgebaut, die Grube aber in den vergangenen Jahren wieder verfüllt. Der Abbau von Kies und damit Bodenschätzen fällt unter das Bergrecht und damit in den Verantwortungsbereich des Oberbergbauamtes. Wenn dieses den Bau des Solarparks auf der Fläche der ehemaligen Kiesgrube zulässt und auch das Landratsamt eine Baugenehmigung erteilt, könne das Projekt umgesetzt werden, so Kühnel.

Der Ingenieur rechnet damit, dass noch in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden kann. Das betreffe im Wesentlichen die Errichtung der Module. Lediglich das Verlegen des Kabels zur Einspeisung des gewonnenen Solarstroms in das Netz werde erst im Frühjahr 2017 erfolgen können. Wie Kühnel betont, greife man mit dem Bau nicht ökologisch wertvolle Flächen an. "Wir errichten die Anlage dort, wo Menschen schon Spuren in der Natur hinterlassen haben. Der Wald ringsherum bleibt unangetastet, ebenso wie die Wege die zu ihm und durch in führen", so Kühnel. Er sei nicht daran interessiert, Dinge zu errichten, die die Bürger als störend empfinden. Entsprechende Äußerungen von Stadtratsmitgliedern erhärten das: "Betrachtet man die Pläne auf der Karte, so geht daraus hervor, dass die Natur rings um die Grube, auf der die Anlage entstehen soll, unberührt bestehen bleibt. Es spricht also nichts gegen das Projekt", sagte Jürgen Endmann (CDU). Und Freie-Wähler-Stadtrat Tommy Haeder fügte hinzu: "Der Solarpark liefert regenerative Energie und macht landschaftlich nichts kaputt. Durch den Wald davor wird er gar nicht zu sehen sein."

Die Firma aus Rheinland-Pfalz betreibt bereits in Chemnitz eine etwas größere Fotovoltaikanlage. Für den Bau dieser Anlage hatte 2014 die Firma Höpf den Sand geliefert. Dass man nun den Solarpark auf der Fläche von deren Kiesgrube errichten wolle, sei aber ein Zufall, so Kühnel. Die Firma habe einen Standort im Großraum Chemnitz gesucht. Dieser zeichne sich durch eine sehr gute Sonneneinstrahlung aus, was wiederum wichtig sei für die Wirtschaftlichkeit der Anlage.

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