Jeder vierte Lehrer arbeitet in Teilzeit

Schulbehörde sucht weitere Pädagogen für Landkreis Zwickau

Zwickau.

Die Meinungen gehen auseinander. Während Arndt Schubert, Pressesprecher der Regionalstelle des Landesamtes für Schule und Bildung, verkündete, dass mit Beginn des neuen Schuljahres vor jeder der etwa 1500 Klassen im Landkreis Zwickau ein Lehrer stehe, sprechen andere erneut von einem Lehrermangel. Dazu gehören Lehrkräfte, die sich jedoch nicht in der Öffentlichkeit äußern wollen. Sie befürchten, auch im gerade begonnenen Schuljahr reichlich Überstunden schieben zu müssen.

Dabei ist es gar nicht so einfach festzustellen, wie viele Lehrer im Landkreis unterrichten. In einer Statistik des Kultusministeriums ist von 2461 unterrichtenden Lehrern und pädagogischen Fachkräften die Rede. Arndt Schubert nannte auf eine Anfrage der "Freien Presse" jedoch lediglich 2226. Er präzisierte daher auf eine erneute Nachfrage die Angaben. "Tatsächlich haben wir derzeit 2348Lehrkräfte unter Arbeitsvertrag", sagte er. Im täglichen Einsatz seien allerdings nur besagte 2226. Die anderen sind entweder langzeitkrank, im Erziehungsurlaub oder in Mutterschutz.


Dazu kommt ein anderes Problem: die Teilzeitarbeit. Wie Schubert sagte, arbeiten 651 Lehrer und Pädagogen verkürzt. "Teilzeitverträge werden in der Regel für ein Jahr abgeschlossen", erklärte Schubert. Danach gilt für die Teilzeitlehrer eigentlich automatisch wieder Vollzeit. "Es sei denn, der Lehrer stellt erneut einen Antrag auf Teilzeit", sagte der Pressesprecher. Solange jemand einen Rechtsanspruch darauf habe, könne der ihm auch nicht verwehrt werden. Heißt das also: Wenn alle Teilzeitkräfte wieder den vollen Stundensatz arbeiten würden, wäre das Problem der fehlenden Lehrkräfte gelöst? Schubert bestätigte das. "Wir streben zwar schon wegen der Lehrkräftesituation grundsätzlich Vollzeit an, respektieren jedoch in begründeten Fällen auch ein geringeres Arbeitsvolumen."

Für das neue Schuljahr stand für den Landkreis Zwickau und den Vogtlandkreis ein Kontingent zur Einstellung von 108 Lehrern zur Verfügung. 103 der Stellen wurden besetzt. "Das Einstellungsverfahren ist nicht wirklich abgeschlossen", sagte Arndt Schubert. Weiterhin werde jede Bewerbung von ausgebildeten Lehrkräften berücksichtigt. Lehrer für Grund- und Förderschulen seien schwerer zu finden als für Gymnasien.

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