Jeder zweite Asylbewerber wird geduldet

Etwa 740 Flüchtlinge im Landkreis ausreisepflichtig

In Mittelsachsen sind rund 1550 Asylbewerber und Geduldete untergebracht. Wie der Leiter der Stabsstelle Asyl, Dieter Steinert, informiert, habe der Landkreis seine Kapazitäten als Unterbringungsbehörde inzwischen auf 1800 Plätze reduziert. Die Kapazität werde an die tatsächlichen Zahlen der Neuankömmlinge orientiert.

Knapp die Hälfte der Betroffenen sind nach Steinerts Worten "vollziehbar Ausreisepflichtige". Konkret handele es sich um 740 Personen, "die hier aus unterschiedlichen Gründen geduldet werden".

Von Januar bis Ende Juli 2018 seien dem Landkreis 257 Asylbewerber neu zugewiesen worden, so der Chef der Stabsstelle weiter. Um die Asylbewerber zur Mitwirkung an ihren Verfahren zu motivieren, werde auch weiter auf Sanktionen gesetzt: "Derzeit werden zirka 60 Leistungskürzungen vollzogen und weitere 30 befinden sich im Verfahren."

Bis Ende Juni habe es in diesem Jahr 21 Abschiebungen und 57 freiwillige Rückreisen aus Mittelsachsen gegeben. Steinert: "Deshalb setzen wir auch weiterhin auf eine intensive Rückkehrberatung."

Insgesamt habe sich die Anzahl der Ausländer im Landkreis Mittelsachsen auf etwa 9500 Personen erhöht. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr waren zwischen Neuhausen und Rochlitz noch 9100 Ausländer registriert; 2013 seien es etwa halb so viele gewesen. Steinert betont zugleich, dass in diesen Zahlen auch EU-Ausländer, Studenten und Fachkräfte aus den Nicht-EU-Ausland erfasst seien. (jan)

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