Jobcenter in Rochlitz und Hainichen schließen

Betroffene der Burgstädter Region müssen künftig nach Mittweida

Freiberg/Burgstädt.

Aus fünf mach drei: Künftig soll es nur noch die Jobcenter-Standorte in Freiberg, Döbeln und Mittweida geben. Das Jobcenter in Hainichen, wozu auch die Gemeinde Lichtenau gehört, wird voraussichtlich Ende 2022 geschlossen. "Es kann aber auch durchaus sein, dass dieser Termin noch einmal geändert wird", sagte Jörg Höllmüller, der Zweite Kreisbeigeordnete. Das Jobcenter in Rochlitz werde seinen Betrieb bereits zum 31. März nächsten Jahres einstellen. Dazu gehören die Stadt Burgstädt und die Gemeinden Hartmannsdorf, Mühlau, Taura und Claußnitz.

Für Rochlitz bedeutet das, dass von Januar bis Ende März nur noch Empfänger von Sozialleistungen betreut werden, die eine Einladung und somit einen Termin haben. Ab April gehen dann im Jobcentergebäude an der Bismarckstraße die Lichter aus. Für die darin untergebrachte Arbeitsagentur ist bereits ab 1. März Schluss. Auch diese Behörde verlässt die Muldestadt.

Laut Höllmüller reagiere die Hartz-IV-Behörde, die gemeinsam von der Bundesagentur für Arbeit und dem Landratsamt Mittelsachsen betrieben wird, damit auf die gesunkenen Arbeitslosenzahlen aufgrund der Konjunktur. Die Anzahl der betreuten Bedarfsgemeinschaften, die Leistungen der Grundsicherung erhalten, habe sich nahezu halbiert. In Mittelsachsen gab es Ende 2010 17.833 Bedarfsgemeinschaften, Ende 2018 waren es nur noch 9344. "Wir verlieren zehn Prozent der Kunden pro Jahr. Da müssen wir mit den Standorten nachziehen", so der Zweite Beigeordnete.

Martina Neubert, die Geschäftsführerin des Jobcenters Mittelsachsen, machte die Entwicklung an einigen Zahlen deutlich. So hatte die Geschäftsstelle Rochlitz im Oktober nur noch 633 Arbeitslose aus dem Einzugsgebiet zu betreuen, direkt aus der Stadt Rochlitz waren dies gerade mal 190. Etwa die Hälfte aller Leistungsempfänger sei älter als 50 Jahre, sodass sich bei vielen der Übergang in die Rente abzeichne. "Wir haben uns für den Standort Mittweida entschieden, weil er gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist", sagte sie. Wer eingeladen werde und einen Termin habe, bekomme die Fahrtkosten erstattet. Zudem könne vieles künftig auch telefonisch geklärt werden.

Die Leistungsempfänger aus Burgstädt und Umgebung würden somit der Geschäftsstelle Mittweida zugeordnet. (mit ule/bj)

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