Jugendklub in neuen Räumen: Die "Alte Wanne" zieht um

Mehr als 20 Jahre lang war der Treff in der Grundschule zu finden. Die Zeiten sind vorbei. Ganz freiwillig war der Umzug allerdings nicht.

Harthau.

Eine Tischtennisplatte, ein Kickertisch, Dartscheiben und jede Menge Spiele: Im neuen Domizil des Kinder- und Jugendtreffs "Zur alten Wanne" in Harthau sieht es genauso aus, wie man sich typischerweise einen Ort dieser Art vorstellt. Jahrelang im Erdgeschoss der Grundschule an der Stöcklstraße ansässig, ist der Treff nun nebenan zu finden, im Gebäude der ehemaligen Harthauer Mittelschule.

Für die Harthauer Luther-Kirch- gemeinde, den Träger der Einrichtung, bedeutet die heutige Eröffnung das Ende einer Übergangsphase, die im Juni 2013 ihren Anfang nahm.


Wieder einmal war damals die vor den beiden Schulgebäuden vorbeifließende Würschnitz über die Ufer getreten und hatte unter anderem den Jugendtreff unter Wasser gesetzt. "Das kannten wir schon aus den Jahren 2002 und 2010, in denen die Schäden sogar noch größer waren", berichtet Andreas Grundig, Leiter des Treffs. Doch nach dem dritten Vorfall dieser Art binnen elf Jahren wollte die Stadt eine Alternative und habe das Gespräch gesucht. "Es gab den Wunsch, dass wir den Standort wechseln. Die Idee, ins Nachbargebäude zu ziehen, kam von der Verwaltung", so Grundig. So kam der Vorschlag des Umzugs in die ehemalige Mittelschule, die seit ihrer Schließung 2006 leer stehe. Angst vor einer erneuten Überflutung beim nächsten Hochwasser hat der Leiter des Treffs nun nicht mehr: Die neuen Räume lägen mehrere Meter höher.

Im September 2016 begann die Stadt schließlich mit der Sanierung. Dabei seien bis zum Mai dieses Jahres unter anderem der Keller entfeuchtet, der Dachstuhl repariert sowie eine neue Heizung und Sanitäranlagen eingebaut worden, heißt es aus der Stadtverwaltung. Die etwa eine Million Euro teure Maßnahme sei vollständig über das Förderprogramm der Sächsischen Aufbaubank zur Hochwasserschadensbeseitigung finanziert worden. Der Jugendtreff nutzt künftig zwei Zimmer im Erdgeschoss, wobei den Besuchern 118 Quadratmeter zur Verfügung stehen - etwa 20 Quadratmeter mehr als im vorherigen Domizil. Die beiden darüber liegenden Stockwerke sollen laut Stadt bis 2020 ausgebaut werden und danach vom Hort der Grundschule genutzt werden.

Insgesamt besuchen den Treff, den die Stadt jährlich mit rund 55.000 Euro fördert, rund 30 junge Menschen regelmäßig. Bei weitem nicht alle sind Schüler der Grundschule, viele kommen auch aus den angrenzenden Stadtteilen Altchemnitz, Erfenschlag, Einsiedel und Klaffenbach nach Harthau. "Unser Altersspektrum reicht von sieben bis 26 Jahren", so Grundig. Die Einrichtung existiere seit 1996, der Name "Zur alten Wanne" gehe tatsächlich auf ein altes Wannenbad zurück, das es an dem Standort bis 1992 gegeben habe. "Früher hatten viele Menschen zuhause keine Badewanne stehen. Sie konnten dann dorthin gehen, wenn sie ein Vollbad nehmen wollten", so der Treffleiter.

Im Zuge der Neueröffnung unter dem alten Namen sollen nun schrittweise auch die Angebote ausgebaut werden. So wolle man neben Sportturnieren und Faschings- beziehungsweise Kinderdiskos, die man bislang schon organisiere, künftig auch Ferienfreizeiten anbieten. Zudem könne man sich vorstellen, die neuen Räume zu vermieten, zum Beispiel an Bands, die proben wollen.

Die Eröffnung des Jugendtreffs in der Stöcklstraße 4 wird heute von 17 bis 23 Uhr gefeiert. Nach einem offiziellen Teil gibt es ein Musikprogramm.

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