Jugendklub wird modernisiert - Kosten für Vorhaben steigen

Mit dem Baustart erfüllt sich für junge Wolkenburger ein lang gehegter Wunsch. Nach der Fertigstellung können sie ein voluminöses Möbelstück anschaffen.

Wolkenburg.

Auf dieses Bild haben junge Leute in Wolkenburg lange gewartet: Bauarbeiter haben den Jugendklub "Laberschuppen" neben dem Rathaus des Ortes in Beschlag genommen. Seit etwa zwei Monaten sind die Handwerker aktiv. Sie wurden von der Limbacher Stadtverwaltung damit beauftragt, einen Toilettenanbau zu errichten und den Altbau zu modernisieren. Dazu gehören unter anderem eine komplette Entkernung, Wärmedämmung und die Installation einer neuen Heizung. Das Dach wird verstärkt, damit es auch dann stabil bleibt, falls einer der nahen Bäume auf das Gebäude stürzen sollte.

Bislang waren die Verhältnisse beengt, die einzige Toilette konnten die Nutzer nur von außen erreichen. Seit 50 Jahren habe sich an dem Gebäude kaum etwas geändert, sagt Maurice Hausmann, Vorsitzender des Jugendklubvereins. Die etwa 40Mitglieder wurden bei den Planungen mit einbezogen. Nicht alle, aber viele ihrer Wünsche konnte die Stadtverwaltung erfüllen. "Wir wollten vor allem mehr Platz haben", erklärt Hausmann. Deshalb werden einige Wände, die für die Statik des Gebäudes nicht entscheidend sind, entfernt. "Es entsteht ein großer Raum in L-Form, sodass wir einen Billardtisch aufstellen können", sagt der 21-jährige Student.


Das Problem der stickigen Luft, die bislang bei Veranstaltungen im Jugendklub oft herrschte, soll durch den Einbau einer zusätzlichen Tür und eines weiteren Fensters gelöst werden. "Das Gebäude ist dann auf einem guten Stand", stellt Hausmann fest. "Da wird die Jugend in Wolkenburg lange etwas davon haben." Dass der Jugendklub während der Bauphase, die bis Ende dieses Jahres dauern soll, nicht genutzt werden kann, schmerzt die jungen Leute wenig. Laut Hausmann treffen sie sich bis dahin in anderen Jugendeinrichtungen etwa in Callenberg und Mühlau oder auf Dorffesten.

Das Bauprojekt wird am Montag auch Thema im Limbacher Stadtrat sein - aus unerfreulichem Anlass. Die Lokalpolitiker sollen Mehrkosten billigen. Mehrere Handwerker verlangen zusätzliches Geld, als der zuständige Planer zuvor geschätzt hatte. Diese Entwicklung ist derzeit nicht bei allen, aber bei vielen öffentlichen Bauvorhaben zu verzeichnen. Der Grund ist, dass die Firmen zum Teil auf Monate ausgelastet sind, sich ihre Aufträge aussuchen und es sich leisten können, höhere Preise zu fordern. Die größten Differenzen innerhalb der Gewerke ergeben sich beim Trockenbau und bei der Wärmedämmung.

Ursprünglich sollten in Wolkenburg 220.000 Euro verbaut werden. Nun kalkuliert die Stadtverwaltung mit 350.000 Euro - eine Steigerung um 60 Prozent. Hätte man angesichts dieser Summe nicht gleich einen Neubau ins Auge fassen sollen, der den Jugendlichen noch mehr Platz beschert hätte? Nein, sagt Michael Claus, der im Rathaus den Fachbereich Stadtentwicklung leitet. "Im Vorfeld wurden andere Standorte geprüft", erklärt er. Aber auch die Nutzer hätten dafür plädiert, am Standort neben dem Rathaus festzuhalten. Ein Neubau an derselben Stelle ist laut Claus wiederum nicht möglich, weil nach heutiger Gesetzgebung der Abstand zum nahen Wald zu gering ist.

Die Vereinsmitglieder schätzen den Standort vor allem wegen seiner zentralen Lage im Dorf. Auch das Problem der Lärmbelästigung der Nachbarn ist gelöst. Nachdem ein Anwohner wegen Ruhestörung vor Gericht gezogen war, einigten sich die Beteiligten in einem Mediationsverfahren darauf, dass die Anzahl der Veranstaltungen im "Laberschuppen" begrenzt wird und die Jugendlichen rechtzeitig darüber informieren. Ein wichtiges Fest steht Ende des Jahres ins Haus: Wenn der Jugendklub in neuer Form fertig ist, soll das laut Maurice Hausmann mit einer Eröffnungsparty gefeiert werden.

Der Stadtrat tagt am Montag, 1. Juli, ab 18.30 Uhr im Esche-Museum. Weitere Themen sind unter anderem das geplante Eingangsgebäude für den Tierpark und die Sanierungen der Oberschulen Pestalozzi und Geschwister Scholl.

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