Jugendliche aus Indonesien auf Stippvisite

Für drei Wochen sitzen Gäste aus Asien neben Schülern im André-Gymnasium. Gemeinsam haben sie Partner in Altendorf besucht.

Altendorf.

Indonesische Schüler sind derzeit in Chemnitz zu Gast und lernen für kurze Zeit gemeinsam mit André-Gymnasiasten. Drei Wochen dauert ihr Aufenthalt. Untergebracht sind die 11- bis 17-Jährigen in Gastfamilien. "Da der Flug relativ teuer ist, wird der Schüleraustausch von mehreren Institutionen, aber auch von Chemnitzer Eltern unterstützt", sagt Sarah Frommhold, Sport- und Englisch-Lehrerin am André-Gymnasium.

Die Besucher aus Padang auf der Insel Sumatra werden zu Hause an einer Privatschule unterrichtet. Diese ist von einer indonesischen Pädagogin gegründet worden, die zunächst in Deutschland studiert hatte und jetzt die Schule leitet. Im Stundenplan stehen neben Englisch- auch einige Deutschstunden. Die Kooperation zum André-Gymnasium entstand über eine Bekanntschaft der indonesischen Schulleiterin und einer Chemnitzer Lehrerin. Im kommenden Jahr wollen die Chemnitzer zum Gegenbesuch starten. Doch vorher erkunden die Gäste aus Asien ihre Gastgeberstadt, ebenso wie Berlin und Dresden.

Am Mittwoch haben Gastschüler und André-Gymnasiasten gemeinsam die Landesschule für Blinde und Sehbehinderte besucht. Die Verbindung der beiden Chemnitzer Einrichtungen besteht bereits seit 2012. Absolventen der Sehbehinderten-Schule erhalten so leichter die Möglichkeit, einen höheren Abschluss zu erwerben, erklärt Michael Theiss, Leiter der Landesschule. Derzeit nutzen zwei Schüler diese Chance. Mehrfach im Jahr tauschen Gymnasiasten und Sehbehinderte für drei Wochen die Schulbank, so Theiss. Die Jugendlichen besuchen aber auch gemeinsam Konzerte, unternehmen Ausflüge oder organisieren zusammen ein Sportfest.

Sportlich ging es auch am Mittwoch zu. Die Gäste aus Indonesien beteiligten sich am Goalball-Spiel ebenso wie die Chemnitzer. Einst für Kriegsverletzte erfunden, wird der Sport blind ausgeübt. Sehbehinderte setzen eine abgeklebte Schwimmbrille auf, damit auch sie nichts sehen. Der Ball wird bei dem Spiel gerollt. Im Spielgerät befindet sich eine Glocke, damit die Beteiligten hören können, aus und in welche Richtung der Ball kommt.

Den 13-jährigen Gymnasiasten Patrick fasziniert das Spiel. Auch bei ihm ist ein indonesischer Schüler zu Gast. Beide treiben gern Sport und treffen sich außerhalb der Schule mit Freunden. Patrick schätzt den kulturellen Austausch, wie er sagt, und festige gleichzeitig seine Englischkenntnisse. Unterschiede gebe es jedoch beim Essen. Die indonesische Küche sei etwas scharf. "Aber die Gastschüler essen auch Pizza, da kommt man auf einen gemeinsamen Nenner", sagt er. Patrick freut sich auf nächstes Jahr. Dann will er im Flieger nach Indonesien sitzen.

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