Jugendliche können ab August in der Stadtpolitik mitreden

Zehn junge Leute arbeiten in neuem Beirat mit - Sprecher soll an Ausschuss-Sitzungen teilnehmen

Limbach-Oberfrohna.

Der Jugendbeirat in Limbach-Oberfrohna steht in den Startlöchern. Im August soll das neue Gremium offiziell seine Arbeit aufnehmen. Welche Rechte er hat, wurde am Montagabend im Stadtrat bekannt. Die "Freie Presse" fasst Fragen und Antworten zusammen.

Wer arbeitet im Jugendbeirat mit?

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Er soll aus zehn Jugendlichen plus zwei Stadträten bestehen. Die meisten der jungen Leute im Alter von 15 bis 23 Jahren haben sich am Montagabend den Stadträten vorgestellt. Die Gruppe setzt sich unter anderen aus Oberschülern, Gymnasiasten und Auszubildenden zusammen. Die jungen Leute, zehn Mitglieder plus zwei Stellvertreter, sollen während der nächsten Stadtratssitzung im Mai offiziell ernannt werden.

Ist das Gremium dann arbeitsfähig?

Noch nicht ganz. Die beiden Stadträte, die den Beirat ergänzen, sollen erst während der ersten Stadtratssitzung nach der Kommunalwahl gewählt werden. Diese findet Mitte August statt. Dann kann der Jugendbeirat seine Arbeit aufnehmen.

Welche Rechte hat der Jugendbeirat?

Die Jugendlichen sollen in Planungen, die ihre Belange betreffen, frühzeitig eingebunden werden. Wie Oberbürgermeister Jesko Vogel erklärte, können die Jugendlichen zum Beispiel zu Beginn der Haushaltsberatungen Wünsche anmelden. Der Stadtrat muss dann entscheiden, ob er diese unterstützt und ob sie finanzierbar sind. Zudem darf der Sprecher des Jugendbeirats, der noch gewählt werden muss, als sogenannter sachkundiger Bürger an den Sitzungen des Stadtratsausschusses für Kultur, Jugend und Soziales teilnehmen und dort die Sichtweise der jungen Leute vortragen.

Darf der Jugendbeirat ähnlich wie Fraktionen auch Anträge in den Stadtrat einbringen?

Nein. Vogel empfiehlt den Jugendlichen, sich mit Anträgen entweder an die Stadtverwaltung oder an Stadträte zu wenden. Falls eine Chance auf Umsetzung gesehen wird, könne das Thema auf diese Weise auf die Tagesordnung des Stadtrates gesetzt werden.

Sind die Jugendlichen mit diesen Möglichkeiten der Einflussnahme zufrieden?

"Wir sind damit voll einverstanden", sagte Marvin Müller, der das Berufliche Gymnasium an der Hohensteiner Straße besucht. Der 18-Jährige hatte gemeinsam mit Lucas Schreckenbach, der zum vorläufigen Sprecher des Jugendbeirats gewählt wurde, mehrere Gespräche mit OB Vogel geführt. Er glaube daran, dass der Jugendbeirat mit den genannten Einflussmöglichkeiten in der Stadt etwas bewegen könne, bekräftigte Müller.

In welchem Rhythmus trifft sich der Jugendbeirat?

Vorgesehen sind vier Zusammenkünfte pro Jahr. Vogel bat die jungen Leute darum, sich die Termine freizuhalten. Andernfalls verliere man bei wichtigen Themen schnell den Anschluss.

Für welche Dauer werden die Mitglieder des Jugendbeirats ernannt?

Für zwei Jahre. Eine Dauer von fünf Jahren wie beim Stadtrat sei bei Jugendlichen, die zur Ausbildung vielleicht den Ort wechselten, zu lang, argumentierte Vogel. Falls doch jemand aus Limbach-Oberfrohna wegzieht, kann ein Stellvertreter nachrücken.

Wie haben sich die designierten Mitglieder des Jugendbeirats gefunden?

Schreckenbach und Müller, die sich beide bereits im Arbeitskreis Jugend der Stadtverwaltung engagieren, hatten einen Aufruf in den sozialen Netzwerken gestartet. Auch in den weiterführenden Schulen wurde für eine Mitarbeit geworben.

Sind im designierten Jugendbeirat alle Ortsteile vertreten?

Nein. Alle jungen Leute, die mitarbeiten wollen, wohnen in der Kernstadt. Bräunsdorfs Ortsvorsteher Hartmut Reinsberg fragte, warum nicht Vertreter der Jugendklubs, etwa in Bräunsdorf und Wolkenburg, einbezogen wurden. Lucas Schreckenbach antwortete, jeder Interessierte hätte sich auf den Aufruf melden können. OB Vogel ergänzte, für eine Mitarbeit sei es noch nicht zu spät. Weitere Stellvertreter seien willkommen.

Welche Ideen haben die jungen Leute für die Stadt?

Über konkrete Vorhaben wurde am Montagabend noch nicht gesprochen. Im Vorfeld hatte Lucas Schreckenbach der "Freien Presse" gesagt, mit Blick auf die Dirtbike-Anlage auf der Kellerwiese müsse etwas passieren. Sie sei lange kaum genutzt und nicht gepflegt worden. Marvin Müller will sich dafür einsetzen, dass ein Ort unter freiem Himmel eingerichtet wird, an dem Jugendliche grillen und sich entspannen können. jop

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