Jugendweihe in Chemnitz: "Das ist schon ein schönes Gefühl"

Die Jugendweihesaison läuft auf Hochtouren - auch im Wasserschloß Klaffenbach. Was finden junge Leute überhaupt an diesem Ritual?

Als die zehn Mädchen und Jungen des Chemnitzer Sportgymnasiums das Wasserschloß Klaffenbach am Samstag betraten, waren sie Kinder. Verlassen haben sie jedoch es als junge Erwachsene. Wie das? Die diesjährige Jugendweihesaison ist in vollem Gange und das Wasserschloss - vor allem dessen Dachgeschoss - ist ein beliebter Ort, um den Abschied von der Kindheit zu feiern. Initiiert wurde das Ganze am Samstag von der Veranstaltungsagentur Midea, die in diesem Jahr fast tausend Kinder aus dem Chemnitzer Raum in die Jugend begleiten will. Dabei passen sich die Organisatoren auch an aktuelle Trends an.

Immer häufiger wollten die Jugendlichen das Fest gemeinsam mit ihrer Schulklasse feiern - dann kommen beispielsweise nur die Eltern zur Jugendweihe und die Konfirmation wird als großes Familienfest gefeiert, weiß Rita Hoffmann von der Veranstaltungsagentur. Charlotte Wahren ist eine von denen, die in diesem Jahr gleich zwei Feste begehen. Sie feierte am Samstag mit ihren Patenonkeln und Eltern, die Großeltern lädt sie dann zur Konfirmation. Für sie ist die Jugendweihe ein großer Schritt. "Mein Patenonkel sagte mir, dass er in mir nun nicht mehr die kleine Charlie sieht, sondern eine junge Frau. Das ist schon ein schönes Gefühl", so die Schülerin des Sportgymnasiums. Für ihren Mitschüler Jonas Kusche ist die Jugendweihe eher eine Formalität. "Für mich ändert sich eigentlich nicht sehr viel, außer dass ich einen anderen Titel bekomme. Ich kann jetzt gesiezt werden und gelte gesetzlich als junger Mann", sagt er. Auf das "Sie" beharren wolle er aber nicht, sein Augenmerk gelte eher den Geschenken, die sich mit dem großen Tag ankündigen.


Wie Rita Hoffmann erklärt, erfreue sich das Ritual der Jugendweihe zunehmender Beliebtheit. Immerhin sei es ein Fest mit etwa 160-jähriger Tradition, sagt sie. Nach der Wende habe es einen Einbruch gegeben, langsam mausere es sich wieder zum Anlass für Familienfeste. Um keine Massenabfertigung zu bieten, achte man darauf, einzelne Schulklassen zu feiern. Am Samstag etwa feierten erst die zehn Jugendlichen des Sportgymnasiums und am Nachmittag waren noch die 14-Jährigen der Diesterwegschule an der Reihe. Sie alle wurden beim Eröffnungssong von Künstlern des "Studio W.M." mit Namen genannt und persönlich begrüßt, später bekamen sie noch einen persönlichen Sinnspruch und ein Buch mit auf dem Weg. "Weltall, Erde, Mensch - der Klassiker zu DDR-Zeiten sei übrigens nicht darunter gewesen, so Rita Hoffmann, eher Fotobücher, Atlanten und Kniggeratgeber.

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