Junge Frau von Hund angefallen

Bei einem Spaziergang wurde eine 24-Jährige in den Arm gebissen, liegt in der Klinik. Mehrere Passanten kamen zu Hilfe - und werden jetzt gesucht.

Bernsdorf.

Was als allabendliche Gassi-Runde mit ihrem Yorkshire Terrier begann, endete für eine junge Chemnitzerin vor wenigen Tagen im Krankenhaus. "Als wir an der Bernsdorfer Straße, vom Bernsbachplatz kommend, gerade die Turnstraße überqueren wollten, kamen plötzlich zwei große, graue Hunde ohne Halsband und Leine aus Richtung Zschopauer Straße und beschnupperten meine kleine Lilli", erinnert sich die 24-Jährige. Zur Sicherheit habe sie ihre Hündin hochgehoben. "Da biss mich einer der großen Hunde in den rechten Arm", erzählt die Studentin unter Tränen: "Ich habe vor Schmerzen geschrien und um Hilfe gerufen." Zwei junge Männer mit dunklen Haaren seien ihr zu Hilfe gekommen und hätten den großen Hund dazu gebracht, von ihr abzulassen. Kurz darauf hätten sich eine junge Frau und zwei Mädchen um sie gekümmert. "Die Mädchen riefen den Rettungswagen und warteten mit mir, bis er da war."

Auch ihr Freund, der gerade nach Hause gekommen war, wurde alarmiert und eilte zu seiner Freundin. "Die beiden Weimaraner, jeder etwa 30 bis 35 Kilogramm schwer, liefen immer noch frei herum und wollten auf mich losgehen. Ich habe sie dann auf das Grundstück getrieben, wo sie sonst immer als Wachhunde herumlaufen und jeden Passanten anbellen. Das Tor stand einen Spalt offen", berichtet er.

Die zusammen mit dem Rettungsdienst alarmierte Polizei habe ausrichten lassen, dass sie die Anzeige am nächsten Tag aufnehmen werde. "Dazu bin ich aufs Revier an der Annaberger Straße gefahren", sagt der 27-Jährige. Auch das Ordnungsamt habe er informiert.

Seine Freundin erlitt zwei große und tiefe Bisswunden am rechten Ellenbogen und Unterarm. Offenbar wurden auch Muskeln durchtrennt, zum Glück keine Knochen. Sie wurde im Klinikum noch am selben Abend und ein weiteres Mal zwei Tage später operiert, erhält nach wie vor Antibiotika und Schmerzmittel. Ihre größte Sorge: "Wir wissen nicht, ob der Hund, der zugebissen hat, gegen Tollwut geimpft war." Denn von dessen Halter hätten sie bisher nichts gehört.

Daher hofft das Paar jetzt, dass sich die beiden jungen Männer und die junge Frau, die der 24-Jährigen zu Hilfe gekommen waren, melden. "Ich möchte mich bei ihnen bedanken", sagt die Studentin, die eigentlich in drei Wochen schriftliche Prüfungen hätte. Zudem könnten die Aussagen weiterer Zeugen für die Polizei wichtig sein. "Und wir möchten andere Passanten vor den Hunden an der Turnstraße warnen", ergänzt ihr Freund.

Die Polizei bestätigt auf Anfrage, dass eine Anzeige zu dem Fall vom 11. Januar gegen 20.30 Uhr vorliegt und gegen den Hundehalter wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt wird. Über weitere Sanktionen gegen ihn entscheide das Ordnungsamt. Von dort gab es die Auskunft, Hundehalter könnten nach dem Tierseuchengesetz gezwungen werden, Impfnachweise vorzulegen oder Impfungen vorzunehmen.

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