Junge Leute demonstrieren gegen Kohle und die AfD

Erneut sind auch hunderte Chemnitzer dem Aufruf zum Aktionstag "Fridays for Future" gefolgt. Diesmal ging es nicht nur um den Klimaschutz.

"Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut" und "Es gibt kein Recht auf Kohlebaggerfahren!" Mit Sprechchören wie diesen sind am frühen Freitagnachmittag wieder mehrere hundert fast ausschließlich junge Leute durch die Chemnitzer Innenstadt gezogen. Die Veranstalter vom Bündnis "Fridays for Future" Chemnitz sprachen von etwa 700, die Polizei von rund 400 Teilnehmern, die sich ab 12 Uhr am Karl-Marx-Monument versammelten und anschließend bis gegen 15 Uhr eine Runde über die Theater-, Bahnhof- und Brückenstraße liefen.

Damit waren dem neuerlichen Aufruf zu weltweiten Klimastreiks wieder mehr Chemnitzer Schüler, Studierende und Auszubildende gefolgt als bei der vorangegangenen Protestaktion am 12. April, jedoch deutlich weniger als zur ersten Freitagsdemonstration dieser Art in der Stadt Mitte März. Damals hatten sich insgesamt etwa 2500 Jugendliche auch aus dem Umland und dem Zwickauer Raum beteiligt.


Viele Redebeiträge bei den insgesamt vier Auftakt-, Zwischen- und Abschlusskundgebungen wurden diesmal von den am Sonntag bevorstehenden Europa- und Kommunalwahlen bestimmt. Sprecher, darunter Stadtratskandidat Erik Neubert von der freien Liste "Chemnitz für alle", riefen zur Stimmabgabe für klimafreundliche Parteien auf, die sich für einen schnellen Stopp des Braunkohleabbaus einsetzen. Neben der AfD, die den Klimawandel leugne, wurde auch die CDU für ihre Landwirtschaftspolitik kritisiert, bei der sie Pflanzenschutz über den Schutz von Bienen und anderen Tieren stelle.

Doch es ging nicht nur um Klima- und Artenschutz. Auf der Theaterstraße schrieb ein Demonstrant mit Kreide "Refugees Welcome" (Flüchtlinge willkommen) auf die Fahrbahn und gegenüber vom Büro des AfD-Kreisverbandes riefen die Teilnehmer im Sprechchor "Alerta, alerta, Antifascista!" In Reden und mit Handzetteln wurden die Friday-for-Future-Demonstranten aufgerufen, sich an Protesten gegen den sogenannten "Tag der deutschen Zukunft" am 1. Juni zu beteiligen, zu dem rechte und rechtsextremistische Initiativen nach Chemnitz einladen.

Bewertung des Artikels: Ø 4.3 Sterne bei 6 Bewertungen
6Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 9
    11
    ArndtBremen
    25.05.2019

    @Distelblüte: Thema verfehlt! Nicht ich habe Probleme mit der Meinungsfreiheit, sondern Herr oder Frau DTRFC. Ich akzeptiere andere Meinungen, DTRFC lässt diese gar nicht erst zu.

  • 8
    10
    Hinterfragt
    25.05.2019

    Statt gegen die AfD zu demonstrieren, die ja nun definitiv an der derzeitigen Umweltpolitik keinerlei Aktien hat, hätte man sich doch mal lieber für Gerechtigkeit einsetzten können und für eine Freilassung von J. Assange demonstrieren können ...

  • 14
    12
    25.05.2019

    Und dann beschweren das das Abi zu schwer ist.

  • 14
    6
    Distelblüte
    25.05.2019

    @ArndtBremen: auch Pro Chemnitz darf Posten, was es will. Auch wenns der größte Schwachsinn ist. Das IST Meinungsfreiheit. Sie dürfen nur nicht glauben, dass Meinungsfreiheit gleich Zustimmung für abstruse Thesen und Beleidigung ist.

  • 9
    12
    ArndtBremen
    25.05.2019

    @DTRFC: Und wiedereinmal ist die Meinungsfreiheit das größte Verbrechen für Sie. Kommen Sie auf den Boden der Realität.

  • 13
    11
    DTRFC2005
    25.05.2019

    Die Jugend ist noch nicht wütend genug und die Kommentare z.B bei Pro Chemnitz - Zitat :" ich seh nur H I R N T O T E auf dem bild" u.a einfach nur widerlich. Wie nenne ich dann alle, die Neonazis hinterherlaufen oder leugnen, das der Mensch mit verantwortlich ist, das unsere Erde langsam aber sicher kaputt gemacht wird?



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...