Kamerafrau begleitet Extrem-Bergsteiger in die Kälte Alaskas

Eine Chemnitzerin wirkt an einem Film über ein Abenteuer mit. Zum Team stieß sie durch einen Zufall.

Minus 20 Grad Celsius. Am Tag. Darauf musste sich die Chemnitzerin Josefin Kuschela einrichten. Vor allem tat sie das mit der passenden Kleidung. Schuhe, Jacken, eine Daunenhose, die man unter die normale Hose zieht und besonders dicke Fäustlinge gehören dazu.

Mit diesen warmen Sachen im Gepäck ist sie am Sonntag nach Alaska geflogen. Dort wird sie Teil eines Filmteams sein, das eine Doku über den Chemnitzer Extrem-Bergsteiger Jost Kobusch drehen wird. Dieser will den Berg Denali in Alaska allein besteigen. "Und das Ganze im Januar, wo dort nur zwei Stunden Licht am Tag sind und Minus 60Grad Celsius auf dem Berg", beschreibt Kuschela das Vorhaben. Während der Besteigung wird Kobusch allein sein und sich selbst filmen. Das Filmteam begleitet ihn aber in den Tagen vor dem Start. Wenn alles nach Plan läuft, meldet sich Kobusch nach einer erfolgreichen Tour und wird mit der Kamera und per Flugzeug wieder abgeholt.

Hinter der Kamera wird Kuschela stehen. Bei der Arbeit wird die Kälte eine große Rolle spielen. "Bei den Temperaturen würden die Akkus nur fünf Minuten halten", sagte sie. Darum wird die Kamera mit Wärmekissen versehen, die mit Aktivkohle und Eisenpulver arbeiten.

Dass Kuschela Teil des Film-Abenteuers ist, liegt nicht etwa daran, dass sie Kobusch in Chemnitz, wo beide leben, begegnet wäre. Die Sache war komplizierter. Die 29-Jährige studiert Regie an der Filmhochschule Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Eines Tages sagte ihr dort ihre Kommilitonin Feline Gerhardt, dass sie an jenem Tag "noch übel weit fahren" müsse. Kuschela fragte, wohin und erhielt die Antwort: Chemnitz. Gerhardt berichtete, dass sie als Diplomarbeit einen Film über den Bergsteiger Jost Kobusch drehen will. Da Kuschela auch aus Chemnitz kommt, was ihre Kommilitonin nicht wusste, war der Weg, Teil des Teams zu werden, nicht mehr weit. Und wo die Chemnitzerin einmal in Alaska ist, dreht sie dort auch gleich noch ihren eigenen Diplomfilm - über eine Schlittenhundeschule.

Sie sei sehr glücklich, die Chance zu haben, nach Alaska zu reisen - und das im dort kältesten Monat Januar. "Ich wollte schon immer mal wohin, wo es einfach nur kalt ist", sagte sie. Am liebsten stehe sie übrigens hinter der Kamera. Da sie nach ihrem Studium aber ihre eigenen Filme drehen wolle, habe sie sich als Fach für Regie entschieden. Bereits jetzt ist sie weltweit unterwegs und dreht Imagefilme, zum Beispiel über Flusskreuzfahrten in Myanmar, Portugal oder auf dem Rhein.

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