Kampfsportler schauen auf Vereine im Erzgebirge

Die Clubs Goju-Kai Kemtau und Amtsberg haben die Deutschen Meisterschaften im Karate ausgerichtet. Doch für beide war es längst nicht die größte Veranstaltung, bei der sie den Hut aufhatten.

Kemtau/Amtsberg.

In der Leichtathletikhalle in Chemnitz hatten am vergangenen Wochenende nicht wie gewohnt die Läufer, Hoch- und Weitspringer oder Werfer das Sagen, sondern die Karatesportler. An zwei Tagen ermittelten sie die Deutschen Meister in der Leistungsklasse.

Nahezu 400 Teilnehmer, darunter 60 Sportler mit Handicap, kämpften um die Medaillen. Ausrichter der nationalen Titelkämpfe waren mit dem Goju-Kai Kemtau und Amtsberg zwei Freizeitsportvereine mit nur knapp über 100 Mitgliedern. "Wir hatten uns im Juni des vergangenen Jahres um die Austragung der Titelkämpfe beworben. Zwei Monate später bekamen wir den Zuschlag", sagte Gerrit Kretzschmar, 1. Vorsitzender vom Goju-Kai Kemtau. Darauf sei man sehr stolz.

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Seit Jahren gibt es zwischen den zwei benachbarten Clubs eine gute Zusammenarbeit. "Es existiert keinerlei Rivalität", ergänzte Daniel Vetters, Vorstandsmitglied in beiden Vereinen. Auch bei den Deutschen Meisterschaften harmonierten beide, die von Helfern des Chemnitzer Freizeit- und Wohngebietssportvereins unterstützt worden sind, hervorragend. "Das war schon ein gewaltiger Kraftakt", so der 31-Jährige.

Auch beim Deutschen Karate-Verband (DKV) haben sich die zwei Vereine aus dem Erzgebirgskreis längst einen Namen gemacht. "Sie sind sehr engagiert und immer gute Ansprechpartner", sagt DKV-Sportdirektor Christian Grüner. Ein Beweis für ihre gute Arbeit war, dass bei den Titelkämpfen in Chemnitz mit Caroline Lohmann und Sue Fröhlich zwei Kemtauerinnen auf die Matte gingen, auch wenn sie nur geringe Medaillenchancen hatten. "Ich bin seit 2010 im Verein. Vorher war ich beim Synchroneiskunstlaufen. Das hat mir aber keinen Spaß mehr gemacht", so die 18-jährige Lohmann. Für Sue Fröhlich, die bereits mit vier Jahren zum Karate kam, war es die dritte Teilnahme an den nationalen Meisterschaften. "Der Verein ist wie eine zweite Familie", sagt die 21-Jährige, die jüngst Landesmeisterin wurde. Für den Kemtauer und den Amtsberger Verein sind die Deutschen Meisterschaften aber nicht der größte Wettbewerb, bei dem sie als Veranstalter auftreten. "Der größte Wettkampf ist für uns der Zwönitztalpokal", so Vereinsvorstand Vetters. Der Wettbewerb fand in diesem Jahr zum 14. Mal statt. In der Eurofoam-Arena Burkhardtsdorf gingen rund 600 Sportler an den Start. Seit fünf Jahren sei das Turnier sogar international, so Vetters. Darüber freut sich auch Andras Nagy. Der 30-Jährige, der in beiden Vereinen im Vorstand arbeitet, will noch mehr Nachwuchs für Karate begeistern. "Ich werde im zweiten Halbjahr in die Kindertagesstätte Kemtau gehen und ein Training für Mädchen und Jungen anbieten." Wenn das Vorhaben gut laufe, will er auch in Amtsberg ein solches Projekt in Angriff nehmen.

Zufrieden sind die Vereine mit der Unterstützung ihrer Gemeinden. Die Kemtauer können die Halle kostenlos nutzen, die Amtsberger müssen nur für Erwachsene eine Hallennutzungsgebühr zahlen, so Nagy. Aber einen Wunsch gibt es laut Daniel Vetters noch: "Wir benötigen neue Wettkampfmatten, eine kostet an die 2500 Euro. Zudem würden wir uns über einheitliche Anzüge mit unserem Vereinslogo freuen."

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