Karl-May-Haus steht kurz vor der Schließung

Das als Museum genutzte Geburtshaus des Erfinders von Romanfiguren wie Winnetou kann seine Pforten bis Dezember für Besucher nicht öffnen. Dabei spielen Fragen der Sicherheit eine Rolle.

Hohenstein-Ernstthal.

Das alte Gebäude in der Karl-May-Straße in Hohenstein-Ernstthal steht nicht auf festem Untergrund.

Im Inneren muss es bereits jetzt gestützt werden. Nun steht die zeitweilige Schließung unmittelbar bevor. Es geht um das als Museum genutzte Geburtshaus von Karl May (1842 bis 1912), das berühmteste und geschichtsträchtigste Gebäude der Stadt. Bauamtsleiter Ulrich Weber teilte auf Anfrage mit, dass das Karl-May-Haus noch in diesem Monat für mehrere Wochen schließen würde. Die Sicherheit der Besucher sei nicht mehr gewährleistet.

Hintergrund der Schließung ist der geplante Erweiterungsbau an das May-Geburtshaus. Für den Neubau wurden bereits zwei andere historische Gebäude abgerissen. Dabei entdeckten Bauarbeiter, dass das May-Haus überhaupt kein Fundament besitzt, also lediglich auf normalem Grund steht. Das soll jetzt geändert werden. "Am 28. Oktober beginnen die Arbeiten", sagte Bauamtsleiter Weber weiter. Nach Lage der Dinge werde die Einrichtung noch am selben Tag geschlossen. Die sogenannte Unterfangung nehme viel Zeit in Anspruch, denn das Fundament könne immer nur stückweise eingebracht werden, um keinen Einsturz des Hauses zu riskieren. Weber: "Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis 6.Dezember. So lange wird das Haus für den Besucherverkehr wohl auch geschlossen bleiben."

Der Auftrag zum Bau des Fundaments ist von Oberbürgermeister Lars Kluge (CDU) nun vergeben worden, wie er mitteilt. Zwei Unternehmen hatten sich an der Ausschreibung beteiligt. Den Zuschlag hat laut Kluge eine Firma aus der Region erhalten. Weil die nächste Stadtratssitzung erst am 29. Oktober stattfindet, die Arbeiten aber bereits einen Tag vorher beginnen sollen, hat der Oberbürgermeister mit einem sogenannten Eilentscheid den Auftrag vergeben. Die Kosten für das neue Fundament belaufen sich nach Auskunft von Kluge auf rund 40.000 Euro. Sie liegen damit etwas höher, als noch vor ein paar Wochen angenommen worden war.

2020 soll mit dem Rohbau des geplanten Erweiterungsbaus, in dem mehrere Indianer-Sammlungen deponiert werden sollen, begonnen werden.

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