Katarina-Witt-Stiftung finanziert Kletterwand für Förderschule

Die frühere Eiskunstläuferin hat eine Sportstätte am Terra-Nova-Campus übergeben. Es war nicht ihr erstes Projekt in der Einrichtung.

Sonnenberg.

Mia Celine Schmidt bewegt sich geschickt. Mit Bedacht setzt sie ihre Füße auf kleine Tritte, umfasst mit ihren Händen die farbigen Griffe. Sie ist eine der ersten Schülerinnen des Terra-Nova-Campus, die am Mittwoch die neue Kletterwand in Beschlag nehmen durften. Die sei größer und vielfältiger als die bisherige Wand, meinte die Elfjährige. "Wenn man gut ist, kann man nun viel mehr machen."

Klettern sei an der Schule für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen ein wichtiger Sport, berichtete Schulleiterin Annett Goerlitz. Im Jahr 2011 hätten sich Schüler im Rahmen der Aktion "Ich kann was, ich bin wer" im Klettern ausprobiert. "Es ging darum, neue Herausforderungen zu finden und dadurch selbstbewusster zu werden." Das funktionierte. Die Lehrkräfte besuchten mit den Jungen und Mädchen fortan Kletterhallen. Später wurden im Foyer der alten Körperbehindertenschule Klettergriffe angebracht. Die seien auch mit auf den neuen, 2016 eröffneten Campus umgezogen, sagte Goerlitz. Sportlehrer hätten aber die Idee für eine große Kletterwand gehabt. "Die Idee verschwand erst in der Schublade, weil wir keine Möglichkeit zur Finanzierung gesehen haben", erinnerte sich die Schulleiterin.

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An diesem Punkt kam Katarina Witt ins Spiel. Die ehemalige Eiskunstläuferin und Olympiasiegerin unterhält seit 2005 eine nach ihr benannte Stiftung. Deren Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Sportmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche mit Behinderung. Rund 350 Projekte würden aktuell gefördert, vom Fußballfeld im afrikanischen Simbabwe bis zum Sledge-Hockey in Berlin, einer speziellen Eishockey-Variante. Mal würden nur 500 Euro fließen, ein anderes Mal 25.000 Euro. Das Geld stamme unter anderem aus einer Kooperation mit der Deutschen Postcode-Lotterie.

Ein Förderschwerpunkt ist der Terra-Nova-Campus in Chemnitz. "Mir liegt es einfach am Herzen, in meiner ehemaligen Heimat zu helfen", sagte Witt, die viele Jahre in Karl-Marx-Stadt gelebt hat. "Die Schule beeindruckt mich und die Lehrer zeigen unheimliches Engagement", meinte die 53-Jährige am Mittwoch. Hier und da fehle es aber noch an kleinen Dingen, bei denen ihre Stiftung behilflich sein könne. Die hat bislang unter anderem eine Schaukel für Rollstuhlfahrer und die Umgestaltung eines Raumes zu einem grünen Klassenzimmer finanziert. Als die Schulleiterin mit der Idee der Kletterwand anrief, sei man schnell zusammengekommen.

Binnen weniger Wochen fertigte eine Chemnitzer Firma die 25 Quadratmeter große Wand im Gymnastikraum, die nun freigegeben wurde. Sie ist etwa 3,50 Meter hoch und auf Bouldern ausgelegt. Der Begriff bezeichnet das Klettern ohne Sicherung in Absprunghöhe, weiche Matten federn die Sportler bei einem Sturz ab. An dieser Wand ist aber auch eine Sicherung über ein Seil möglich. Die verschiedenen Segmente der Sportstätte sind unterschiedlich geneigt und bieten Routen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. So könne man nicht nur therapeutisches Klettern anbieten, sondern auch Schüler für Wettbewerbe trainieren, sagte Sportlehrerin Judith Fickenscher. Einige Jungen und Mädchen der Schule würden regelmäßig bei einem Turnier in Leipzig starten.

Indes wird es vermutlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Witt zugunsten des Terra-Nova-Campus in die Stiftungskasse greift. "Wir müssen mal in die Schublade schauen", sagte die 53-Jährige mit einem Lachen und bezog sich auf die Ideen-Sammlung der Schulleiterin.

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