Kaum Bedarf an Einkaufshelfern

Eine gemeinsames Angebot von Ortsvorstehern und der Gemeinde Callenberg wird nur von wenigen Bewohnern genutzt. Lob gibt es für das Engagement trotzdem.

Callenberg.

Judita Petzold aus dem Callenberger Ortsteil Reichenbach freut sich: "Ortsvorsteher Günter Vogel bringt mir die Brötchen vorbei. Das ist eine feine Sache", sagt sie. Selbst will sie nicht so gern einkaufen gehen. Zu groß ist das Infektionsrisiko für die 69-Jährige. Wegen einer Chemotherapie gilt sie als Hochrisikopatientin. Seit ihr Ehemann vor ein paar Jahren verstorben ist, lebt Petzold allein. Das macht die Versorgung derzeit schwieriger.

Die gemeinsame Aktion der Gemeinde Callenberg mit den Ortsvorstehern kam ihr wie gerufen. Ein Schreiben vom 17. März, das die Bürger der sieben Ortsteile in ihren Briefkästen fanden, informierte darüber, dass betroffene Personen ihre Bestellungen telefonisch bei den Ortsvorstehern aufgeben können. Die Tüten mit den bestellten Waren würden dann abends vor die Tür gestellt. Später bekomme die "Kundin" eine Sammelrechnung von der Gemeinde. Es ging dabei nicht um Luxusgüter, sondern einfach um Dinge der Grundversorgung. "Tolle Aktion. Schon die Tatsache zu wissen, dass man in einer Notsituation nicht alleingelassen wird, ist ein beruhigendes Gefühl", sagt Judita Petzold.

Sie ist allerdings auch die einzige Bedürftige im Ort, die das Angebot bisher genutzt hat. "Auf dem Land funktionieren Familienbande und Solidarität noch. Da helfen Freunde, Nachbarn und Verwandte sofort aus", erklärt Günter Vogel. Auch im Ortsteil Callenberg hielt sich die Resonanz auf das Angebot in Grenzen. "Ich habe vier- oder fünfmal für eine betroffene Familie eingekauft, aber das war es dann auch schon", sagt Ortsvorsteher Björn Wetzel. Er weiß: Der Bedarf hätte auch deutlich höher sein können. "Die Initiative war ja auch für den absoluten Ernstfall gedacht. Wenn uns die Coronawelle überrollt hätte, hätte es ganz anders ausgesehen. Aber das ist in der Gemeinde Callenberg zum Glück bisher ausgeblieben", zeigt er sich erleichtert.

In Langenchursdorf konstatierte Ortsvorsteher Frank Haupt null Bedarf. "Aber dafür haben sich sofort eine Studentin und drei weitere Langenchursdorfer gemeldet, die helfen wollten, wenn es nötig gewesen wäre", sagt er.

In Bereitschaft bleiben die Ortsvorsteher und die potenziellen Helfer dennoch. Ausgestanden ist die Coronapandemie bekanntlich noch lange nicht. Falls sich die Situation zuspitzt, stehen die Ortsvorsteher weiterhin bereit.


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