Kinder pflanzen Stieleichen in Leukersdorf

Aktion des Evangelischen Schulzentrums für den Klimaschutz

Leukersdorf.

Auf einer Wiese im Jahnsdorfer Ortsteil Leukersdorf haben Jungen und Mädchen des Evangelischen Schulzentrums bei einer besonderen Pflanzaktion mit angepackt. So trugen sie zum Klimaschutz bei.

Die zwölfjährige Frieda Köhler balancierte am Mittwoch auf einem Göttinger Fahrradlenker. So heißt das Gerät, ein Spaten mit breiter Griffstange und Tritt für den Fuß. Damit gruben Frieda und ihre Mitschüler des Evangelischen Gymnasiums Leukersdorf Löcher für Bäume. 500 Stieleichen wurden auf einer Wiese neben dem Zimmermannsteich gepflanzt, nördlich von der Siedlung. "Ich find das super", sagte Frieda.


Die Stiftung Wald für Sachsen hat die Pflanzung mit den Schülern als Abschlussaktion organisiert, unterstützt vom Verein Primaklima und UDI-Beratungsgesellschaft. Zuvor wurden bereits 1300 Eichen, 600 Winterlinden, 1200 Lärchen und 125 Roterlen in den Boden gesetzt. Rund 15.000 Euro hat das gekostet, finanziert von Spendern. Laut Henrik Lindner, Geschäftsführer der Stiftung, soll ein Mischwald entstehen. "Die Region um Chemnitz ist relativ waldarm", sagte er.

Der Entwicklungsplan des Freistaates sieht vor, dass in Sachsen in den nächsten Jahren zirka 20.000 Hektar aufgeforstet werden. Die Aktion trägt dazu bei und schafft ein künftiges Biotop für Vögel und Insekten. Nicht zuletzt soll die Aufforstung dem Klima- und Hochwasserschutz dienen. "Ein Hektar Wald bindet 10 Tonnen Kohlendioxid", sagte Lindner. Er sprach von einem "Wednesday for Future", einem Mittwoch für die Zukunft.

Die Fläche in Leukersdorf wird von Günter Nietzsche zur Verfügung gestellt. Früher hat er Heu auf dem Feld geerntet. "Ich will der Natur was Gutes tun - und dem Nachwuchs", sagte er. Nietzsche selbst wird wohl kaum davon profitieren. Denn Lindner zufolge brauchen die Bäume rund 150 Jahre, ehe sie zu einem Wald gewachsen sind. "Das ist was für die Ur-ur-ur-Enkel."

Dass die Region mehr Wald gebrauchen kann, bestätigte auch Thomas Rother, der Leiter des Chemnitzer Forstbezirks. "Die Umgebung ist eher landwirtschaftlich geprägt", sagte er. Seit 2017 hätten die Sturmtiefs Herwart, Friederike und Fabienne viel Schaden angerichtet. Und der Borkenkäfer habe die Lage zusätzlich verschärft. Mit Pflanzaktionen könnten Kinder an die Natur und an den Wald gebunden werden, sagte Rother.

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