Kirche kürzt Gottesdienste in Oberfrohna

Ein neuer Pfarrer stellt sich am Sonntag den Katholiken vor. Dabei muss er die Gläubigen auf eine Vielzahl von Veränderungen vorbereiten.

Limbach-Oberfrohna.

Am Sonntag wird Pfarrer Dietrich Oettler offiziell in seine neue Gemeinde eingeführt. Der 44-Jährige kommt aus Bischofswerda und war seit 2012 als Pfarrer in Borna tätig, wofür er weiterhin zuständig bleibt. Die katholische Glaubensgemeinschaft in Oberfrohna, die ihr Gotteshaus an der Waldenburger Straße hat, verabschiedete kürzlich ihren langjährigen Pfarrer Slawomir Niemczewski, der nun in Bayern sein Amt ausüben wird. Für die derzeit etwa 680 Mitglieder wird ab Sonntag aber nicht nur ein neuer Pfarrer die Predigt halten. Es kommen noch mehr Veränderungen auf die Gemeinde zu.

Laut Oettler gibt es bereits seit 2013 einen sogenannten Erkundungsprozess im Bistum Dresden-Meißen, in dem sich Geistliche die Frage stellen, wozu Kirche heute eigentlich da sei. "Es war klar, dass finanzielle, personelle und strukturelle Veränderungen kommen werden", so Oettler. Vor vier Jahren wurde die Gemeinschaft aus den Pfarreien Limbach-Oberfrohna, Mittweida, Wechselburg, Geithain/Bad Lausick und Borna gebildet. Im Mai 2020 soll in Limbach-Oberfrohna die Pfarrei Heilige Edith Stein gegründet werden, erläutert Oettler. Edith Stein war eine deutsche Philosophin und Frauenrechtlerin jüdischer Herkunft, die 1942 im Konzentrationslager Auschwitz starb. Es sei eine Auszeichnung für die Stadt, dass die Pfarrei bald ihren Namen trägt.

Doch es gibt noch mehr Veränderungen. Künftig werden in Oberfrohna drei Messfeiern, also Gottesdienste, gestrichen: Montags, freitags und samstags wird es keine Termine mehr geben. Die Gottesdienste am Mittwoch und Sonntag bleiben wie gehabt bestehen. "In Limbach braucht es den Verzicht auf Gottesdienste, in Borna und Geithain auf Gotteshäuser", erklärt Oettler. Die Messfeiern am Montag und Freitag seien in der Regel von etwa einem Dutzend Gläubigen besucht worden. Die Samstags-Dienste nahmen hingegen bis zu 40 Personen wahr.

Der Pfarrer habe bei der Bekanntgabe der Neuerungen gegenüber den Gemeindemitgliedern in Oberfrohna alle möglichen Reaktionen gespürt - von Trauer über die Veränderungen bis hin zu Verständnis. "Für viele war zwar eine Umstellung absehbar, aber wohl nicht in dieser Form", sagt er.

Wichtig sei es nun, Angebote zur Einkehr und zum "Runterkommen", wie er es nennt, zu offerieren. Ein erstes sei der Alpha-Kurs, der immer dienstags um 19 Uhr im Pfarrsaal stattfinde. An dem Abend soll es zunächst ein Essen in Gemeinschaft geben, dann einen Vortrag und Diskussion. Eine weitere Idee ist es laut Oettler, Gemeindeteams zu bilden, um Verantwortungen umzuverteilen - so für den Pfarrbrief, Aushänge in der Kirche oder Arbeiten in Hof und Garten.

Aber nicht nur für die Gemeindemitglieder in Limbach-Oberfrohna wird sich vieles ändern. Auch der Alltag ihres neues Pfarrers bekommt eine völlig andere Struktur. Als Oettler im Frühsommer erfuhr, dass er zu seiner Gemeinde in Borna auch die in Limbach-Oberfrohna übernehmen soll, sei er erst gefasst gewesen. "Später in meinem Urlaub, als ich Zeit hatte nachzudenken, bekam ich plötzlich auch Angst und stellte mir die Frage, wie das alles funktionieren soll", erzählt er. Er wolle in jedem Fall auch weiter Ansprechpartner für seine Gemeinde im 45 Kilometer entfernten Borna sein. Wenn er in Limbach-Oberfrohna arbeitet, sei stets eine Rufumleitung geschaltet. Dreimal in der Woche werde er künftig in Oberfrohna sein.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...