Kirchen erinnern an Ereignisse im August 2018

Menschenkette, Andacht und Friedensgottesdienst - Pro Chemnitz plant Demo

Anlässlich des ersten Jahrestages der Ereignisse in der Stadt im August 2018 bereiten die Kirchen für kommenden Montag einen ökumenischen Friedensgottesdienst und eine Menschenkette um Rathaus und Jakobikirche vor. Evangelische, katholische und freikirchliche Christen wollen damit an die Unruhen erinnern, die sich damals im Anschluss an das Stadtfest entwickelt hatten, teilte das Evangelische Forum mit. Anlass war der gewaltsame Tod eines jungen Chemnitzers, der bei einer Auseinandersetzung in der Nacht zum 26. August erstochen worden war. Der Gottesdienst soll um 18 Uhr in der Stadtkirche St. Jakobi beginnen, anschließend ab 19Uhr die Menschenkette gebildet werden.

Bereits für den Abend zuvor um 18 Uhr plant die Evangelische Allianz Chemnitz in der Kirche eine musikalische Andacht "Frieden auf Erden". Sie soll an die Tradition der Stadtfestgottesdienste anknüpfen, sagte Ronald Unger vom Jubilate-Chor Chemnitz. Zugleich wolle man mit der Andacht ein Zeichen setzen für Frieden und Nächstenliebe sowie gegen Hass und Gewalt.


Nach Bekanntwerden des Tötungsverbrechens am 26. August vergangenen Jahres hatte eine rechte Fangruppierung des ChemnitzerFC ihre Anhänger dazu aufgerufen, sich am Nachmittag in der Innenstadt zu versammeln. Um zu zeigen, "wer in der Stadt das Sagen hat", wie es in einem Aufruf hieß. Aus Angst vor Ausschreitungen wurde das Stadtfest daraufhin vorzeitig abgebrochen. Mehrere Hundert Menschen zogen wenig später durch die Innenstadt. Es kam zu Übergriffen auf Migranten und Journalisten, die Polizei musste einschreiten. Tags darauf folgten mehrere Tausend Menschen einem Aufruf der rechtsextremen Gruppierung Pro Chemnitz zu einer Kundgebung am Marx-Monument, unter ihnen etliche gewaltbereite Neonazis. Die Bilder der Demonstration gingen um die Welt.

Zum ersten Jahrestag will Pro Chemnitz am Sonntagabend erneut auf die Straße gehen. Auf dem Parkplatz am Tietz ist nach Angaben der Stadt eine Kundgebung mit dem Titel "Sicherheit für Chemnitz" geplant. Die Anmelder erwarteten rund 1000 Teilnehmer, heißt es.

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