Kita statt Notdienst: Anwohner erleichtert

Neue Einrichtungen für in Obhut genommene Kinder und Jugendliche

Mit Erleichterung haben Anwohner des Kinder- und Jugendnotdienstes im Flemminggebiet auf die am Mittwoch bekannt gewordenen Pläne der Stadt zur Schließung der Einrichtung in ihrer Nachbarschaft reagiert. "Eine andere Lösung hätte es aus unserer Sicht nicht mehr gegeben", sagte eine Vertreterin der örtlichen Bürgerinitiative. Die Initiative hatte sich nach einer Reihe von Vorfällen mit einigen der dort betreuten Kinder und Jugendlichen lange Zeit um eine Lösung des Problems bemüht. Eine Schließung stand dabei zunächst nicht zur Debatte. Nach neuerlichen Vorfällen im Frühjahr - darunter ein brutaler Überfall auf eine 66-jährige Frau - waren jedoch auch das Jugendamt und Kommunalpolitiker im zuständigen Ausschuss des Stadtrats zu der Ansicht gelangt, dass der Standort nicht mehr vertretbar sei.

In der für 17 bis maximal 25 Plätze konzipierten Unterkunft werden Kinder und Jugendliche vorübergehend in Obhut genommen, bis sich ihre Krisensituation geklärt hat oder sie in eine andere Jugendhilfeeinrichtung wechseln. Immer wieder kam es dabei zu Überbelegungen. Als eine der Hauptursachen nennt das Jugendamt eine "immer größer werdende Anzahl pädagogisch schwer führbarer bzw. sehr aggressiver Jugendlicher". Kinder von Migranten und Ausländern spielten dabei eine eher geringe Rolle. Ihr Anteil lag 2016 bei vier Prozent.

Künftig sollen die Inobhutnahmen über mehrere, günstiger gelegene Standorte im Stadtgebiet verteilt werden. Vorgesehen sind laut Jugendamt zwei dezentrale Wohneinheiten für 7- bis 17-Jährige mit jeweils maximal sechs bis acht Plätzen. Wo, stehe noch nicht fest. Für Jugendliche, die keine konzeptionelle Betreuung benötigen, solle umgehend eine andere Unterbringungsmöglichkeit gesucht werden. Der Kleinkindbereich für Vorschulkinder wird ins ehemalige "Haus der Familie" an der Parkstraße wechseln. Der Jugendhilfeausschuss muss den Plänen noch zustimmen.

Für die Zukunft des derzeit genutzten Gebäudes am Ende der Flemmingstraße gibt es auch schon Ideen. Der Komplex soll nach Möglichkeit wieder eine Kindertagesstätte werden. Ein zuletzt für die Gegend geplanter Kita-Neubau würde damit überflüssig. Die Chemnitzer Siedlungsgemeinschaft, größter Vermieter im Flemminggebiet, hat bereits Bereitschaft zur Unterstützung beim Umbau signalisiert. (micm)

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