Kita wird saniert - Kinder ziehen vorübergehend in Schulgebäude

Die Einrichtung in Limbach-Oberfrohna erhält für 2,8 Millionen Euro ein neues Aussehen. Während der gut einjährigen Bauphase werden die Kinder anderswo betreut - Tür an Tür mit Fünftklässlern.

Limbach-Oberfrohna.

Der gestrige Freitag war ein besonderer Tag für die derzeit etwa 100 Kinder, die in der Kita Am Hohen Hain in Limbach-Oberfrohna betreut werden, und ihre Eltern. Denn mehr als ein Jahr lang werden die Familien den beigefarbenen Flachbau nicht mehr betreten. Das stark sanierungsbedürftige Gebäude, das wie das umliegende Wohngebiet in den 1970er-Jahren entstand, wird umfassend modernisiert; zudem erhält es einen Anbau. Damit die Arbeiten so schnell wie möglich realisiert werden können, ziehen Kinder und Erzieherinnen um - zwei Etagen der Wasserturmschule dienen für mehr als ein Jahr als Interim. Ab 21. Oktober wird dort eine Betreuung angeboten. Für die Woche des Umzuges bietet die Bona-Vita-Gesellschaft als Betreiber den Eltern Plätze in anderen Kitas an; viele Familien haben zudem selbst eine Betreuung organisiert, was in den Herbstferien leichter fallen dürfte als sonst.

Für Bona-Vita-Geschäftsführer Helge Walther steht außer Frage, dass mit Blick auf die Kita Am Hohen Hain Handlungsbedarf bestand. "Anlass ist der schlechte bauliche Zustand", sagt er. Die Gesellschaft habe mehrere Varianten geprüft, neben einer Sanierung stand auch ein Neubau im Raum. Aus mehreren Gründen habe man sich dann aber für eine Modernisierung des Flachbaus entschieden. "Das architektonische Konzept ist nicht schlecht. Das Gebäude ist nur etwas zu klein geworden", erklärt Walter. Zudem solle das Außengelände mit vielen Bäumen erhalten bleiben, was im Falle eines Neubaus kaum möglich gewesen wäre.

Die Kita dürfte nach dem Umbau kaum wiederzuerkennen sein - weder von innen noch von außen. Wo sich derzeit der Haupteingang befindet, entsteht ein Anbau. Dieser soll ein Kinderrestaurant samt -küche aufnehmen, in dem die Kindergartenkinder essen und sich manchmal selbst etwas zubereiten können; die Krippenkinder werden ihre Mahlzeiten auch künftig in den Gruppenräumen erhalten. Durch die Erweiterung des Gebäudes wird außerdem Platz für einen Mehrzweckraum geschaffen, der für Sport oder Veranstaltungen genutzt werden kann. Zugleich erhöht sich die Kapazität von 118 auf 140 Betreuungsplätze. Das liegt vor allem daran, dass nach dem Umbau eine weitere Krippengruppe aufgenommen werden kann.

An der generellen Aufteilung - die Krippenkinder werden im Erdgeschoss betreut, die älteren Mädchen und Jungen eine Etage höher - ändert sich nichts. Im Detail aber umso mehr: Wände erhalten einen frischen Anstrich, Fußböden und Bäder werden erneuert. Es entstehen mehrere Projekträume, in denen etwa eine Bibliothek eingerichtet oder mit Kleingruppen gearbeitet werden kann. Im Erdgeschoss ist künftig eine zentrale Garderobe vorgesehen; bislang werden die Jacken und Schuhe jeweils vor den Gruppenräumen deponiert. Der Eingang wird sich künftig nahe jenem Gebäudeteil befinden, den die Geschwister-Scholl-Oberschule nutzt. "Bislang waren wir sehr versteckt. Man hat den Eingang der Kita gar nicht richtig gesehen", stellt Walter fest. Positiver Effekt: Eltern und Kinder müssen beim Bringen und Abholen künftig nicht mehr denselben Weg nehmen wie der Lieferverkehr. Die Bona-Vita-Gesellschaft investiert etwa 2,8 Millionen Euro in den Umbau. Der Zeitplan sieht vor, Mitte November mit den Bauarbeiten zu beginnen und sie Ende 2020 abzuschließen. Spätestens Anfang 2021 könnten die Kinder dann in die Kita Am Hohen Hain zurückkehren, erläutert der Geschäftsführer.

Über die Bedingungen in der Wasserturmschule, die als Ausweichstandort dient, konnten sich Eltern und Kinder in dieser Woche bei einem Tag der offenen Tür informieren. Die Besonderheit an der Konstellation: Das Gebäude wird für gut ein Jahr parallel als Schule und Kita genutzt. Im zweiten Obergeschoss sowie im Keller lernen die Fünftklässler des neuen Evangelischen Schulzentrums, in den beiden Etagen dazwischen zieht die Kita ein. "Schul- und Kitabereich werden klar getrennt", betont Walter. Das habe das Landesjugendamt als Aufsichtsbehörde gefordert. Aus diesem Grund gibt es zwei separate Eingänge und auch zwei getrennte Treppenhäuser - eines wurde extra außen angebaut. Auch der Außenbereich wird zwischen Kita und Schule aufgeteilt. Walter betont, er sei mit dem Interim sehr zufrieden. "Die Gruppenräume sind größer als bisher, weil es sich um frühere Klassenräume handelt."

Eine betroffene Mutter, die sich beim Infotag einen Überblick verschafft hat, stellt der Bona Vita ein überwiegend gutes Zeugnis aus. "Mit Blick auf die Räumlichkeiten wurde das gut gelöst", sagt die Limbach-Oberfrohnaerin. Sie lobt zudem die Parkmöglichkeiten im Wasserturmgebiet. Etwas skeptisch blickt die Mutter jedoch auf den zwar langen, aber recht schmalen Kita-Außenbereich im Interim. "Ob die Spielgeräte für die Kinder ausreichen, muss man sehen." Laut Walter soll es unter anderem eine Wippe und eine Rutsche geben. Im Vergleich zum Stammgelände müsse man aber Abstriche machen.

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