Kitabeiträge in Limbach steigen um bis zu 15 Prozent

Die Stadtverwaltung hält die höheren Gebühren für vertretbar. Auch Eltern können die Gründe für die Entwicklung nachvollziehen.

Limbach-Oberfrohna.

Viele Eltern in Limbach-Oberfrohna werden ab August weniger Geld in der Tasche haben. Grund ist, dass die Kitagebühren zum Monatsbeginn erhöht werden. Wie dem Stadtspiegel zu entnehmen ist, verlangt die Kommune künftig für eine neunstündige Betreuung in der Krippe 243,74 Euro im Monat - eine Erhöhung um gut 15 Prozent. Im Bereich Kindergarten fällt der Anstieg weniger drastisch aus. Dort sind für neun Stunden künftig 141,30 Euro fällig - sechs Prozent mehr als bisher. Für die sechsstündige Betreuung im Hort gilt ab August ein Satz von 76,30 Euro, das bedeutet eine Steigerung von ebenfalls sechs Prozent. Im Vergleich mit einigen Kommunen in der Region verlangt Limbach-Oberfrohna damit künftig am meisten Geld (siehe Tabelle).

Die neuen Beiträge wurden nicht vom Stadtrat beschlossen, sondern ergeben sich automatisch aus den Kosten für Personal und Betrieb der Kindereinrichtungen aus dem Vorjahr. Für die Kosten kommen neben den Eltern auch der Freistaat und die Kommune auf. Die Stadt hat dabei den gesetzlichen Rahmen, der auf die Eltern umgelegt werden darf, bis zur Höchstgrenze ausgereizt. Die zuständige Fachbereichsleiterin im Rathaus, Katrin Heiber, erklärt die gestiegenen Kosten vor allem mit einem besseren Betreuungsschlüssel, einer Erhöhung der Löhne für die Mitarbeiter in den Kitas der kommunalen Tochtergesellschaft Bona Vita sowie einer gestiegenen Kinderzahl. Sie weist zudem darauf hin, dass die Stadt den größten Anteil der Kinderbetreuungskosten übernimmt.


Über die Kitabeiträge wurde zuletzt auch im Stadtrat diskutiert. Die Fraktionsgemeinschaft von Linken und Grünen hatte die Stadtverwaltung damit beauftragt, mehrere Modelle durchzurechnen, wie Eltern entlastet werden können. Unter anderem brachte die Fraktion ein kostenloses Vorschuljahr ins Gespräch. Laut Oberbürgermeister Jesko Vogel (Freie Wähler) hat die Verwaltung die geforderten Zahlen inzwischen vorgelegt. Linke und Grüne haben diese aber noch nicht ausgewertet. Die Größe der Fraktion im Stadtrat ist durch die Neuwahl von fünf auf vier geschrumpft, obwohl sich auch die SPD der Fraktion angeschlossen hat.

Vogel hat mehrfach betont, dass er eine Senkung der Elternbeiträge zum jetzigen Zeitpunkt ablehnt. Familien profitieren nach seinen Angaben in Limbach-Oberfrohna von vielen freiwilligen Leistungen. So sei die Nutzung von städtischen Sportstätten für die Nachwuchsabteilungen von Vereinen kostenfrei. Andere Kommunen könnten auch nicht mit einem Tierpark aufwarten. Vogel verweist zudem darauf, dass viele Eltern nicht die vollen Kitabeiträge zahlen müssen, etwa weil sie Rabatt für Geschwisterkinder erhalten, alleinerziehend oder bedürftig sind.

Bei den Eltern selbst scheint die anstehende Erhöhung wenig Aufregung auszulösen. Kay-Uwe Langenhagen, Mitglied des Elternrates in der Kita Lindenstraße in Oberfrohna, sagt, dass das Thema unter Müttern und Vätern derzeit nicht diskutiert werde. Auch in der Vergangenheit sei er nicht wegen der Kitabeiträge angesprochen worden. "Die Eltern wissen, dass die höheren Löhne für die Erzieherinnen der Grund sind. Und dass diese vernünftig bezahlt werden, wollen alle." Ähnlich hatten sich in der Vergangenheit auch andere Elternvertreter geäußert. Langenhagen ergänzt, dass nach seiner Erfahrung zumindest im Krippenbereich nur wenige Eltern ihre Kinder neun Stunden pro Tag betreuen lassen. Die meisten Familien entschieden sich für weniger Stunden und müssten deshalb auch weniger zahlen, so der Vater von zwei Kindern.

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