Klinikum beginnt größtes Neubauprojekt seit Jahrzehnten

Bis Herbst 2022 wird an der Flemmingstraße ein völlig neuer Teilkomplex für mehrere Kliniken errichtet. Deren Konzentration an einem Standort soll nicht zuletzt den Patienten zugutekommen.

Als das Bezirkskrankenhaus an der Flemmingstraße Anfang der 1980er-Jahre fertiggestellt war, gehörte es zum Modernsten, was das Gesundheitswesen der DDR zu bieten hatte. Nun, fast vier Jahrzehnte später, steht gleich nebenan der größte Neubau am Klinikum Chemnitz seit jener Zeit an. Wo sich heute noch ein großer Parkplatz befindet, soll bis Herbst 2022 für fast 88 Millionen Euro ein völlig neuer viergeschossiger Teilkomplex entstehen. Auf dem Gelände werden künftig mehrere Kliniken und Bereiche des kommunalen Krankenhauses, die bislang noch auf verschiedene Standorte verteilt sind, unter einem Dach vereint. Zeit- und personalaufwendige Transportfahrten quer durch die Stadt - etwa von der Dresdner an die Flemmingstraße und wieder zurück - werden durch die Konzentration an einem Ort überflüssig.

Profitieren sollen von den Veränderungen vor allem die Patienten, Mediziner und Pfleger in den Kliniken für Neurologie, Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie, für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie sowie für Augenheilkunde. Letztere muss seit Längerem schon mit vergleichsweise beengten Verhältnissen zurechtkommen. Künftig sollen die jeweiligen Stationen am Standort Flemmingstraße zentral untergebracht werden. Weitere Flächen sind dort für ein neues Operationszentrum und für technische Bereiche vorgesehen.

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Nach den Worten von Geschäftsführer Dirk Balster geht es dem Klinikum beim Schaffen effizienterer Strukturen in erster Linie nicht um das Optimieren von Renditen. Vielmehr sollen durch künftig kürzere Wege nicht zuletzt zusätzliche Ressourcen für die medizinische Behandlung und die Versorgung der Patienten freigesetzt werden. Diesem Aspekt komme in Zeiten zunehmenden Fachkräftemangels eine wachsende Bedeutung zu, betonte der Krankenhauschef. Denn angesichts des angespannten Arbeitsmarktes, so Balster, werde auch das Klinikum künftig eher mit weniger Personal auskommen müssen.

Die Bedeutung des Krankenhauses hat in den zurückliegenden Jahren indes weiter zugenommen - weit über die Stadt hinaus. Als sogenannter Maximalversorger zählt es neben den Uni-Kliniken in Dresden und Leipzig zu den drei am breitesten aufgestellten Krankenhäusern in Sachsen. Mittlerweile, so betont Sachsens Sozialministerin Barbara Klepsch, spielt es auch eine wichtige Rolle in der Ausbildung von Medizinern - nicht nur für den eigenen Bedarf, sondern auch, um die medizinische Versorgung auf dem Lande sicherzustellen.

Für Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig stellt das Klinikum, dessen Aufsichtsrat sie vorsteht, daher nicht zuletzt auch einen wichtigen Standortfaktor für Chemnitz dar. Ein solches Krankenhaus mit Versorgung auf höchstem medizinischen Niveau, das auch als Arbeits- und Ausbildungsstandort attraktiv ist, wirke im besten Fall wie ein Magnet und erhöhe damit die Attraktivität von Chemnitz als Arbeits- und Lebensmittelpunkt, sagte sie. Derzeit sind am Klinikum einschließlich aller angeschlossenen Unternehmen rund 6500 Menschen aus mehr als 45 verschiedenen Nationen beschäftigt.

Weil mit dem Neubau ein Großteil des Parkplatzes vor dem Krankenhaus Flemmingstraße wegfällt, ist als einer der ersten Schritte am Rande des Geländes der Bau ein neues Parkhauses geplant. Die etwa 600 Stellplätze dort sind laut Geschäftsführer Balster perspektivisch in erster Linie für Mitarbeiter vorgesehen. Für Patienten und Besucher sollen im Zuge des Neubaus neue Parkmöglichkeiten mit kurzen Wegen ins Krankenhaus entstehen, sagte er.

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