Kreative wollen Kunst-Open-Air wiederbeleben

Nach 14 Auflagen kam für die Veranstaltung in Wolkenburg 2016 das Aus. Frühere Teilnehmer bedauern das. Einige ihrer Werke sind jetzt in einer Ausstellung zu sehen.

Wolkenburg.

Eigentlich sollte in der vergangenen Woche eine ganz andere Ausstellung im Wolkenburger Schloss eröffnet werden. "Weil die Künstlerin aber erkrankt ist, kam uns kurzfristig die Idee mit den Open-Air-Rückblicken", erklärt Reinhard Iser, Vorsitzender des Schlossfördervereins. 40 Werke aus den Jahren 2001 bis 2009, darunter Aquarelle, Tuschezeichnungen, Grafiken und Acrylgemälde, zieren jetzt die Ausstellungsräume.

Alle Bilder verbindet eine ganz persönliche Sicht der Künstler auf das Wolkenburger Schlossareal - mal zeigen sie das Gebäude selbst, mal den umliegenden Park, den Felsen oder das Gärtnerhaus. Geschaffen wurden die Bilder von Kreativen, die der Förderverein seit 2001 regelmäßig zu einem Kunst-Open-Air einlud. Sie konnten sich an einem Wochenende ganz dem Umfeld hingeben und sich auf Papier oder Leinwand ausprobieren. Neben Malereien und Grafiken zeigt die Ausstellung auch Eisenguss-Medaillen, die 2007 als Zusammenarbeit mehrerer Künstler entstanden. Die Kunst-Open-Airs lockten in der Regel etwa 20 Kreative an. Sie kamen meist aus der Region, aber nicht nur. 2015 reisten sogar Gäste aus den USA an. Casey McKee und Erika Morey waren ganz entzückt vom Schloss und der Landschaft ringsherum. "Die Atmosphäre hier und die Stimmung unter den Künstlern ist toll", sagte Casey McKee damals.

Doch nach 14 Auflagen war im Jahr 2016 Schluss mit dem Kunst-Open-Air. Laut Reinhard Iser gab es zwei Gründe für das Aus der Veranstaltung: ein zu geringes Besucher-Interesse und ein zu hoher Organisationsaufwand für den Schlossförderverein, der das Ganze nicht mehr stemmen wollte. Dennoch wünscht sich Iser persönlich eine Neuauflage. "Ich vermisse das Kunst-Open-Air sehr, es war für mich eine Herzensangelegenheit", sagt er.

So wie Reinhard Iser geht es auch etlichen Künstlern, die früher am Open Air teilnahmen und zur Vernissage der aktuellen Ausstellung ins Schloss kamen. Brigitte Dietrich beispielsweise war zehnmal bei der Freiluftveranstaltung dabei und findet es schade, dass das Treffen "so sang- und klanglos vorbei war", sagt sie. Dietrich bedauert, dass nicht mehr alle im Verein hinter dem Fest standen. Dabei hätte der Verein deutlich weniger Aufwand für das Open Air betreiben können, so Dietrich. "Wir wurden beispielsweise kulinarisch bestens verpflegt, was aber gar nicht hätte sein müssen", erzählt sie. Genauso wie Brigitte Dietrich wünscht sich der Limbacher Maler Joachim Walter, der mehrmals am Kunst-Open-Air teilnahm und dieses als einen kulturellen Höhepunkt von Limbach-Oberfrohna sieht, eine Neuauflage. Aus seiner Sicht fehle ein künstlerisches Zentrum in der Stadt, erläutert Walter. "Das Open Air auf dem Schloss, in diesem besonderen Kleinod, könnte so ein Zentrum werden", sagt der Maler.

Reinhard Iser ist offen für Gespräche über ein neues Kunst-Open-Air auf dem Schlossgelände. "Ich würde das Vorhaben unterstützen", sagt er. Konkrete Pläne dazu hat Johannes Borges. Der Künstler aus Mühlau, ebenfalls ein Stammgast beim Open-Air, will schnellstmöglich einen Kreis von Künstlern zusammenholen, um noch in diesem Jahr ein Treffen auf dem Schloss zu organisieren. "Ein Termin steht noch nicht fest, aber Besucher, die uns dann beim Malen und Zeichnen über die Schulter schauen, sind willkommen", so Borges.

Die Ausstellung "Rückblicke" ist noch bis zum 14. Oktober im Schloss Wolkenburg zu sehen. Geöffnet ist die Schau dienstags bis sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...