Kreistag sucht nach Hilfen für Bankkunden

Parteien fordern Angebote nach Schließung von Filialen der Sparkasse

Freiberg/Claußnitz.

Das Aus für 16 der 43 Geschäftsstellen der Sparkasse Mittelsachsen - darunter auch die im Claußnitzer Ortsteil Markersdorf - soll nach Forderungen aus vielen Orten im Landkreis und aus dem Kreistag verträglicher für Kunden gestaltet werden. Nach der Ankündigung von Landrat Matthias Damm (CDU), am heutigen Mittwoch in der Kreistagssitzung über Lösungen zu informieren, gehen einzelne Fraktionen weiter.

So fordern die Grünen, Service-Leistungen vor Ort wenigstens tageweise zu erhalten oder mobile Angebote auszubauen. Sie beantragen, dass der Landrat als Vorsitzender des Verwaltungsrates auf Änderungen hinwirken soll. So soll neben Bank-Serviceleistungen wie Bargeldabhebungen und Überweisungen mindestens einmal wöchentlich eine persönliche Beratung möglich sein, etwa im mobilen Beratungs- und Servicebus. Kreisrätin Lea Fränzle begründet den Antrag mit vielen älteren Kunden im ländlichen Raum. Für sie seien Online-Banking und Wechsel zu den nicht flächendeckend vorhandenen Selbstbedienungsterminals keine Option bzw. nicht leistbar.

Nach Beschwerden aus Städten und Gemeinden hat die SPD gefordert, den Punkt "Filialschließung Sparkasse Mittelsachsen" auf die Tagesordnung zu setzen, so Fraktionsgeschäftsführer Stefan Kraft. Die Sparkasse sei aufgefordert, mit Kreis und Gemeinden eine für die Kunden angemessene Lösung zu finden.

Großen Informationsbedarf sehen auch die Linken: Fraktionschef Gottfried Jubelt geht davon aus, dass Damm ausführlich referiert und hofft, dass Fragen aus dem Kreistag zugelassen werden. Er hält für denkbar, dass bereits in der Einwohnerfragestunde Fragen kommen. Der Landrat habe sich mit der Begründung zur Verschwiegenheitspflicht des Verwaltungsrates sehr dürftig geäußert.

CDU/Bauernverband als größte Fraktion zeigt sich von den Schließungen nicht überrascht. Die verhängnisvolle Niedrigzinspolitik und das veränderte Nutzungsverhalten zwängen zu dem Schritt, den andere Kreditinstitute bereits gegangen sind, so Chef Jörg Woidniok. Man sei sicher, dass Schritte eingeleitet sind, damit Kunden die wichtigsten Bankdienstleistungen und der Bestand der Sparkasse gesichert sind.

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