Krematorium verzichtet auf Zusatzkosten für Angehörige

Keine Extra-Gebühren wegen zusätzlicher Kühl- und Lagerkapazitäten

Angehörigen von Verstorbenen sollen wegen der Engpässe im Chemnitzer Krematorium keine Mehrkosten durch den Betreiber der Anlage entstehen. Die mit der Nutzung zusätzlicher Kühl- und Lagerkapazitäten verbundenen Aufwendungen werden ihnen vom Friedhofs- und Bestattungsbetrieb nicht in Rechnung gestellt, sagte ein Sprecher der Stadt auf Anfrage.

Wegen des seit November deutlich erhöhten Aufkommens an Sterbefällen und der begrenzten Lagerkapazitäten des Krematoriums auf dem Städtischen Friedhof war kürzlich auf einem Gelände in Ebersdorf eine zusätzliche Lagerhalle in Betrieb genommen worden. Die Kosten für dadurch notwendige zusätzliche Transportfahrten können sich in den Rechnungen der Bestattungsunternehmen an Hinterbliebene niederschlagen.

Dem Krematorium wurden nach Angaben des Rathauses im vergangenen Monat insgesamt fast 1000 Verstorbene zur Einäscherung übergeben; nicht nur aus Chemnitz, sondern auch aus dem Umland. Die Zahl der Einäscherungen habe mit reichlich 800 mehr als doppelt so hoch gelegen wie im Schnitt der Monate Dezember in den Jahren zuvor. Eine deutliche Entspannung scheint nicht in Sicht: Das im Zweischichtbetrieb arbeitende Krematorium nahm in der vergangenen Woche laut Rathaus erneut mehr als 250 Einäscherungen vor. Das sind mehr als üblicherweise in einem halben Monat anfallen.

Überlegungen, zur Bewältigung der Situation Verstorbene anderswo kremieren zu lassen, gibt es aktuell offenbar nicht mehr. "Derzeit besteht die Chance, die Situation mit den vorhandenen Kapazitäten im Krematorium Chemnitz zu bewältigen", heißt es. Voraussetzung dafür sei, dass es keinen weiteren Anstieg der Fallzahlen gebe, keine technischen Havarien auftreten und keine Personalausfälle zu verzeichnen seien. Angesichts der Überlastung sind andere Krematorien in Sachsen zeitweilig dazu übergegangen, Einäscherungen in anderen Bundesländern vornehmen zu lassen.

Nach Angaben des Robert-Koch-Institutes sind allein seit November mindestens 250 Chemnitzer in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben.

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