Kretschmer zum Fall CFC: Rechtsextreme Netzwerke zerschlagen

Nach der Trauerbekundung im Stadion für einen gestorbenen Rechtsextremisten fordert Sachsens Regierungschef weitere Konsequenzen vom Chemnitzer FC. Rainer Koch nahm die Menschen in Chemnitz in die Pflicht.

Dresden (dpa) - Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) hat nach den Vorfällen beim Fußball-Regionalligisten Chemnitzer FC ein konsequentes Handeln angemahnt. «Wir müssen diese rechtsextremen Netzwerke zerschlagen», sagte er am Mittwoch im Landtag in Dresden. Man habe am vergangenen Wochenende einmal mehr gesehen, dass da «mehr vorhanden ist, als wir gedacht haben», so Kretschmer. «Wir lassen nicht zu, dass an dieser Stelle Rechtsextremisten das Kommando übernehmen.»

Am vergangenen Samstag hatten Fans des CFC den gestorbenen Hooligan und Rechtsextremisten Thomas H. mit einer aufwendigen Choreographie geehrt. Er gilt als Gründer der Hooligan-Vereinigung HooNaRa (Hooligans, Nazis, Rassisten). CFC-Stürmer Daniel Frahn hielt zudem bei seinem Torjubel ein T-Shirt mit der Aufschrift «Support your local Hools» (Unterstütze deine lokalen Hools) hoch. Das sorgte für Empörung und rückte die Stadt Chemnitz erneut in ein schlechtes Licht. Der CFC reagierte unter anderem mit der Freistellung von Mitarbeiten.

Es sei richtig, dass die Verantwortlichen Konsequenzen gezogen hätten. «Das kann noch nicht das Ende sein. Es muss hier weitergehen. Wir brauchen da eine klare Handschrift», sagte Kretschmer. Weder die Stadt noch die CFC-Fans dürften sich solche Vorfälle bieten lassen.

Auch DFB-Vizepräsident Rainer Koch forderte eine eindeutige Reaktion. «Ich hoffe, dass jetzt deutlich gemacht wird, in der Stadt Chemnitz von den Menschen, dass das eine kleine Minderheit ist, die sich so verhält und dass Chemnitz, wie alle anderen Städte in Deutschland auch, bereit ist, Flagge zu zeigen», sagte Koch am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin.

Bewertung des Artikels: Ø 4.5 Sterne bei 4 Bewertungen
8Kommentare
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    1
    Freigeist14
    13.03.2019

    Lesemuffel@ über die Aktionen der "Antideutschen " an Dresdens Jahrestag der Zerstörung wurde allerdings berichtet . Übrigens sind diese Aktionisten trotz des behaupteten Selbstbildes alles andere als "links " .

  • 9
    9
    BlackSheep
    13.03.2019

    @Lesemuffel, Lückenpresse, ein echt sehr treffender Begriff.

  • 12
    12
    Lesemuffel
    13.03.2019

    Es verwundert aber schon, dass es den sächsischen MP nie stört, wenn in seiner Stadt Aktivisten demonstrieren mit "Nie mehr Deutschland" und "Harris do It again". Merkwürdigerweise wird das von unseren Medien generell verschwiegen, obwohl diese immer behaupten, es gäbe keine Lückenpresse.

  • 11
    12
    franzudo2013
    13.03.2019

    Großes Kino. Die Polizei war doch irgendwie involviert? Was macht eigentlich der Verfassungsschutz mit seinen Erkenntnissen? Wird da immer Freitags geschreddert?
    Eine gleiche Aussage zu linksextremen Netzwerken, die Prof. Patzelt das Auto abfackeln und Leipzig-Connewitz terrorisieren, würde ich mir auch mal wünschen.

  • 9
    10
    Lesemuffel
    13.03.2019

    Als Ministerpräsident sollte er dafür sorgen, dass die Bürger weder von Rechter Gewalt, noch Linker bedroht werden. Letztere sind auch gut vernetzt und deren Slogans, wie "Nie mehr Deutschland" sind auch gefährlich, abgesehen von deren Anschlägen gegen Infrastrukturen und von ihnen ungeliebten Politikern. Rechts blind und Links tolerant?

  • 9
    18
    thomboy
    13.03.2019

    Viel wichtiger ist es die Linksextremen Netzwerke zu zerschlagen!

  • 11
    6
    derBuerger
    13.03.2019

    Prima Forderung, aber vieleicht sollte man zunächst im eigenen Bereich aufräumen und klare Anweisungen geben!
    Mathäus 7
    Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht?

    Was ist los? Bisher war die Sächsische Regierung auf dem rechten Auge blind. Dies hat auch viel zu Stärkung des braunen Sumpfes in Sachsen geführt, der solches ermöglichte.
    Wahljahr?
    Wenn die Sächsische Regierung jetzt auf einmal gegen Rechtsradikale vorgehen will ist viel zu tun. Angefangen von untätigen sympatisierenden Polizisten, die bei rechten Übergriffen bisher teilweise wegesehen haben, oder nicht so durchgegriffen haben wie es angemessen gewesen währe.
    Zur Klarstellung: Ich bin den meisten Polizisten dankbar für Ihre Arbeit, die mir in Chemnitz ein Gefühl der Sicherheit geben und voll hinter dem Grundgesetz stehen.

  • 13
    5
    Tauchsieder
    13.03.2019

    Sagt ich es nicht erst gestern, da muss der Rotschopf jetzt mal ran.
    Hätte er sich in seiner Aschermittwochsrede in Penig nicht am Naturschutz und den Naturschutzverbänden abgearbeitet, sondern hätte er sich mal den wichtigen Themen zugewendet, müsste er jetzt nicht Betroffenheit suggerieren.
    Mittlerweile kennen die Sachsen aber die Masche, erst weggucken, dann Betroffenheit zeigen und dann mit erhobenen Zeigefinger die Lösung dieses Problems aufzeigen. Leider fällt da niemand mehr darauf rein.



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