Kritik wegen Verzögerungen bei Bau von Turnhalle

Laut Beobachtern hat es in Pleißa zuletzt kaum Fortschritte gegeben. Die Stadt räumt Verzögerungen ein. Mit den Folgen müssen sich nicht nur Sportler arrangieren.

Pleißa.

Yves Tetzner hat die Turnhallen-Baustelle in Pleißa bestens im Blick. Der Betreiber der Gaststätte Schützenhaus muss nur aus dem Fenster schauen, um den Fortschritt auf dem Festplatz auf der anderen Seite der Hohensteiner Straße zu beobachten. In den vergangenen Wochen mochte Tetzner aber nicht unbedingt von Fortschritten sprechen. "Seit das Dach drauf ist, passiert wenig", sagte er während der konstituierenden Sitzung des Ortschaftsrates, dem der Vertreter der Freien Wähler neuerdings angehört. Er habe zum Teil kaum Arbeiter auf der Baustelle gesehen. Ähnlich äußerte sich ein Bürger. "Man hat den Eindruck, es geht gar nicht mehr voran", sagte er.

Diesem Anschein trat Oberbürgermeister Jesko Vogel wenige Tage später im Stadtrat entgegen. Er berichtete, dass nicht nur die Dacharbeiten abgeschlossen, sondern auch die Putzarbeiten im Innenbereich in vollem Gange seien. Die ersten Vorrichtungen für Elektrik, Heizung und Sanitär seien installiert, sagte Vogel. Auch in der benachbarten Turnhalle, die künftig Umkleideräume aufnehmen soll, sei einiges geschafft worden. "Estrich- und Innenputzarbeiten sind abgeschlossen", stellte der OB fest. Das gelte auch für die Installation von Lüftungs-, Elektro- und Heizungsanlagen. Zudem habe ein Großteil der Fassade inzwischen einen neuen Anstrich bekommen.

Auf Nachfrage der "Freien Presse" räumt die Stadtverwaltung dennoch ein, dass sich die Augenzeugen bei ihren Beobachtungen nicht getäuscht haben. "Aufgrund von Urlaub und Krankheit waren drei Gewerke in den Sommerferien personell stark unterbesetzt", sagt Michael Claus, der Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung. Demnach waren die Bereiche Elektro, Fassade sowie Heizung/Lüftung/Sanitär betroffen. Zudem sei es zu Verzögerungen gekommen, weil Fensterelemente verspätet geliefert wurden.

Es ist nicht das erste Mal, dass auf der Baustelle in Pleißa der Zeitplan nicht eingehalten wird. Beim Richtfest im Mai war bekannt geworden, dass die Turnhalle nicht wie geplant im Sommer fertiggestellt werden kann. Wegen Auflagen der zuständigen Wasserbehörde musste die Planung überarbeitet werden. "Regenwasser darf nur gedrosselt in den Pleißenbach abfließen", erläuterte Claus damals. Deshalb mussten unterirdische Rückhaltebehälter installiert werden. Hintergrund ist die Hochwassergefahr. Wegen der zusätzlichen Arbeiten verschob sich die geplante Eröffnung der Turnhalle auf Ende des Jahres. Doch auch dieser Termin steht wegen der neuerlichen Verzögerungen in Frage. Claus geht zwar davon aus, dass die Handwerker ihre Aufgaben an der Turnhalle selbst noch 2019 erledigen. Die Abnahme der Arbeiten sowie die Fertigstellung der Außenanlagen werden nach seinen Angaben jedoch erst Anfang 2020 erfolgen. In diesem Fall könnten Sportler das Gebäude also erst im nächsten Jahr in Beschlag nehmen.

Die Turnhalle wird von Vereinen sowie Lehrern und Schülern herbeigesehnt. Denn der Altbau war zu klein, um einige Sportarten wie Volleyball oder Handball vernünftig ausführen zu können. Zudem gestalteten sich die Verhältnisse in den Umkleiden so beengt - unter anderem gab es nur eine Dusche -, dass es Vertretern des TuS Pleißa mitunter peinlich war, dort Kontrahenten zu empfangen. Die Sportler müssen nun noch länger auf andere Hallen ausweichen. Die Grundschüler werden zum Sportunterricht per Bus nach Kändler gebracht.

Von den Auswirkungen der Verzögerungen sind auch die Mitglieder des Heimatvereines betroffen. Sie hatten ihr traditionelles Dorffest extra von Juni auf das Wochenende vom 6. bis 8. September verlegt - in der Annahme, der Festplatz stünde dann wieder vollständig zur Verfügung. "Eigentlich dachten wir, dass die Turnhalle beim Dorffest eröffnet werden kann", sagt Vereinschef Michael Nessmann. "Aber jetzt haben wir nur einen Rohbau. Ich verstehe nicht, was da vor sich geht." Nach Prüfung der Situation seien er und seine Mitstreiter aber überzeugt davon, dass beim Dorffest keine Abstriche nötig seien, so Nessmann. Die verbleibende Fläche sei groß genug, um dort das Festzelt aufzustellen.


Drei Tage lang Programm

Das Dorffest in Pleißa wird am Freitag, 6.September, um 20 Uhr mit einem Auftritt der Beat- und Rock'n'Roll-Band The Six Pickles eröffnet. Anschließend legen zwei DJs im Festzelt Musik auf.

Am Samstag beginnt um 13 Uhr der Festbetrieb mit Schaustellern und Ständen von Vereinen und der Grundschule. Das Bühnenprogramm wird von Kindern der Grundschule und der Kita gestaltet. Am Abend darf erneut zu DJ-Musik getanzt werden.

Zum Abschluss sind am Sonntag unter anderem ein Gottesdienst im Festzelt sowie ein Konzert des Volksmusik-Duos Breitenauer Musikanten vorgesehen. (jop)

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