Künstler fahnden per "Kopfgeld" nach rechten Demonstranten

Eine Denunzierungsaktion Berliner Künstler sorgt im Internet sowie in Chemnitz für Furore - und ruft die Polizei auf den Plan.

Berlin/Chemnitz.

Die Aktion einer Berliner Künstlergruppe hat am Montag einen Polizeieinsatz in Chemnitz provoziert. Die Gruppe "Zentrum für politische Schönheit" um den Polit-Aktivisten Philipp Ruch sucht auf einer Denunziationsplattform im Internet nach Teilnehmern der teils rechten Demonstrationen, die im Nachhall der tödlichen Messerattacke beim Stadtfest in Chemnitz Ende August stattgefunden hatten. "Denunzieren Sie noch heute Ihren Arbeitskollegen, Nachbarn oder Bekannten und kassieren Sie Sofort-Bargeld", wirbt die Aktion auf der Website "soko-chemnitz.de". Dort werden Hunderte Fotos von mutmaßlich rechten Demonstrationsteilnehmern gezeigt.

Den Autoren bekannte Personen werden mit abgekürzten Namen und steckbriefartigen Informationen benannt, ihre Fotos mit Augenbalken unkenntlich gemacht. Eine weitere Galerie zeigt unverpixelte Nahaufnahmen einzelner Personen, angeblich aus dem Demogeschehen, und fragt nach Namen und Arbeitgeber. Für Hinweise loben die Künstler "Kopfgelder" aus. Das Geld sollten sich Tippgeber ab Donnerstag an einer Adresse in der Chemnitzer Innenstadt abholen können.

Unter besagter Adresse befindet sich ein Ladenlokal, dessen Schaufenster am Montag mit steckbriefartigen Postern von 18 der noch unbekannten Demonstrationsteilnehmer beklebt waren. Vermieterin ist die Grundstücks- und Gebäudewirtschaftsgesellschaft (GGG), eine Tochter der Stadt Chemnitz. Nach Hinweisen von Passanten kündigte diese am Montag den Mietvertrag, weil sie sich zur Nutzung der Räume getäuscht sah. Das teilte ein GGG-Sprecher mit. Man ließ das Lokal von einem Schlüsseldienst öffnen, um die Steckbriefe zu entfernen. Die ebenfalls eingeschaltete Polizei verwies am Abend auf "Gefahrenabwehr" als Grund für die Öffnung des Lokals. Immerhin war der Laden zuvor von Gruppen teils kopfschüttelnder, teils empörter Passanten umlagert.

Der Chemnitzer Anwalt Martin Kohlmann, der für die rechtspopulistische Bewegung Pro Chemnitz im Stadtrat sitzt und einer der Initiatoren der Chemnitzer Demonstrationen war, schrieb von Strafanzeigen gegen die Aktion. Laut Polizeisprecher Andrzej Rydzik lag am Abend zumindest eine solche Anzeige vor. Als mögliches Delikt stehe Verstoß gegen das Kunsturhebergesetz im Raum sowie Beleidigung. "Immerhin stehen die Fotos unter dem Aufruf 'Gesucht: wo arbeiten diese Idioten?'", so Rydzik. Da könnten sich Betroffene schon beleidigt fühlen.

Die wegen der Berliner Urheberschaft zuständige Berliner Datenschutzbeauftragte prüft die Zulässigkeit der Kunstaktion ebenfalls, wie ein Sprecher der "Freien Presse" mitteilte. Die Künstler sollen noch diese Woche zur Stellungnahme aufgefordert werden. Von der sächsischen Landesregierung wird die Gruppe abgemahnt, weil sie auf ihrer Website das Marketing-Logo "So geht sächsisch" verwandt hat. Laut MDR will der Berliner Verband Jüdisches Forum wegen unautorisierten Verwendens von Filmmaterial gegen die Aktion klagen.

Im Netz nahm die Gruppe bereits Stellung: Die Soko melde Vollzug: "Über 1000 Hinweise innerhalb weniger als 5 Stunden", hieß es auf der Website. Und weiter: "Polizei ... hat unser Recherchebüro OST vor Ort ... aufgebrochen (Hausfriedensbruch), wahrscheinlich um die Kunst zu ,schützen'. So geht sächsisch!"

Vor einem Jahr machte das "Zentrum für politische Schönheit" Schlagzeilen mit einer kleineren Kopie des Berliner Holocaust-Mahnmals, das die Gruppe AfD-Politiker Björn Höcke neben sein Haus im Thüringischen Eichsfeld bauen ließ. Für ihre aktuelle Aktion bedient sich die Gruppe der Strategie jener Steckbriefkampagnen, die Rechtsextreme gegen Gegner einsetzen. Auch ähnelt die Rechtsargumentation der, die für Scherze der rechten Szene bemüht wird: Alles Satire, die unter die Freiheit der Kunst fällt. (kok/ape/dy/eu)

 

Bewertung des Artikels: Ø 3.9 Sterne bei 10 Bewertungen
46Kommentare
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  • 2
    4
    Distelblüte
    10.12.2018

    @30april: Die Aktionskünstler haben mit voller Absichten Methoden benutzt, die auf rechtsextremen Internetportalen gang und gäbe sind. Damit haben sie der rechten Szene den Spiegel vorgehalten und einmal die Rollen der Gejagten und des Jägers vertauscht. Wenn man ein wenig darüber nachdenkt, ist das eigentlich offensichtlich.
    Was mich noch interessiert: was wollen Sie mit Ihrem Pseudonym ausdrücken? Googeln bringt interessante Ergebniss zu diesem Datum.

  • 1
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    Blackadder
    10.12.2018

    @30april: Das macht die Bildzeitung regelmäßig. Als Künstler würde ich sie deshalb aber nicht bezeichnen.

  • 5
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    30april
    10.12.2018

    Man stelle sich vor, selbsternannte "Künstler" hätten kriminelle Schutzsuchende (schon von der Begrifflichkeit her unerträglich) per Fahndungsfoto gesucht.
    Und würden dafür vom Staat "gefördert".
    Wären das dann auch AKTIVISTEN - oder eher Naaaziiis?

  • 3
    2
    OlafF
    08.12.2018

    Malleo: Entsorgen, geht ja nicht. Eher herabwürdigen, ignorieren und versuchen andere ins Abseits zu drängen. Aber das kann nicht gelingen. Dafür sind es schon zu viele.
    Warum auch entsorgen? Die Menschen, welche er verachtet sind nur in seiner Gesellschaft nicht gesellschaftsfähig. Wenn vielleicht auch nicht bewusst ähnelt er damit Putin und Erdo?an. Meinungsfreiheit ja, aber nur wenn sie ins richtige Bild passt. Philipp Ruch nimmt die Meinungsfreiheit für sich in Anspruch, hingegen anderen gesteht er diese nicht zu, so funktioniert seine Logik. Aber brauchen Künstler Logik?
    Er und manche seiner Kollegen leben förmlich von Spaltung und Provokation. Menschen hingegen, welche offen ihre Gedanken austauschen und friedlich miteinander diskutieren, Kompromisse finden und gemeinsam Probleme lösen, entziehen schon immer Extremisten die Lebensgrundlage.
    Eine Verständniskultur der Medien leitet sich für mich jedoch nicht aus der aktuellen Berichterstattung der Medien ab. Ich fand die Berichterstattung erstaunlich sachlich, man könnte eher dafür plädieren, dass ein „schön reden“ durch die Medien bzw. eine Rücksichtnahme auf antifaschistische Propaganda weniger erfolgte.
    Widerspruch und Diskussion fand zur Genüge durch die Bevölkerung statt. Die Leute interessieren sich wieder etwas für Politik und Kunst, anstatt für Sonderangebote vorm Fest, den Wetterbericht und die Sportseiten.

  • 5
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    Malleo
    07.12.2018

    @OlafF
    Das klingt schon besser,wenngleich ich geneigt,bin jenen Herrn Rauch als das zu bezeichnen,was er anderen vorwirft: einen radikalen Extremismus-hier nur faschtioid links verortet- denn er bezeichnet Menschen als nicht gesellschaftsfähig.
    Frage: Will er sie dann "entsorgen"?
    Rauch ist krank im Kopf.
    Mich würde einmal interessieren, welche Kunstaktion ihn für islamistische Extremisten einfallen würde.
    Aber dazu reicht seine kognitive Intelligenz trotz 12 Jahre Studium offensichtlich nicht aus.
    Schlimm ist nur, dass Hofmann diese kruden Sichtweisen des Herrn Rauch völlig unwidersprochen stehen läßt.
    Leitet sich daraus nicht zwangsläufig eine gewisse Verständniskultur ab?

  • 3
    0
    OlafF
    07.12.2018

    Malleo: Sie haben schon in gewisser Weise recht, nur nicht Andere, oder ich bin gemeint, sondern die Künstler (bitte genau lesen und nicht missverstehen).

    Künstler sind in den meisten Fällen Realitätsverweigerer und Utopisten. Sie leben in ihrer eigenen Welt und Utopisten sind schon immer die Quellen von Veränderungen. Denken Sie in einer homogenen Gesellschaft kann sich Kreativität entwickeln?

    Durch zunehmende Individualität besteht jedoch ein gewisses Unvermögen, sich in die Lage des jeweils anderen hineinzuversetzen.

    Die Gesellschaft braucht genauso Werte und Stabilität um zu bestehen, wie Kreativität und Kunst um sich zu entwickeln. Wir dürfen uns nicht spalten lassen , sondern sollten Vielfalt dort zulassen, wo sie sich kreativ entwickeln kann und willkommen ist. Aber nicht überall und an jedem Ort. Unsere eigenen Werte und unsere Stabilität müssen wir hingegen dringend erhalten.

    Auch die „Kreativen“ werden bald merken, dass nicht Alle für die Verwirklichung ihrer Ideen geeignet sind und es noch eine Wirklichkeit gibt, auch wenn es für sie schmerzlich wird.

  • 6
    6
    Malleo
    06.12.2018

    @OlafF
    ...eine Gesellschaft ohne Werte, Multikultiidylle?
    Träumer!
    Zeige mir das Land mit funktionierender Multikulturalität.
    Genau da beginnt aber die utopische Ignoranz der Realität.
    Dieses Land gibt es nicht, denn an der eigenen Idetität endet jede Toleranz.
    Aber wer selbst nicht weiß,wer er ist, muss sich auch darüber keine Gedanken machen.

  • 5
    4
    norbertfiedler
    06.12.2018

    @DTRFC2005
    Technik macht es möglich, Profile automatisiert abzurufen.

  • 7
    7
    DTRFC2005
    06.12.2018

    @norbertfiedler: Hm, bescheidene Frage, wie können Sie 550 Profile gesehen habe, wenn Ihnen, wie nun bekannt, lediglich 20 gezeigt wurden?

  • 6
    7
    OlafF
    05.12.2018

    Der Sinn der Übung ist gelungen: Kunst als Schwert, um die Menschen zu spalten. Kunst um den Menschen eine bestimmte Meinung aufzuzwingen. Kunst als Antwort auf den Versuch der AFD Lehrer zu denunzieren, welche gegen das Neutralitätsverbot verstoßen würden?

    Kunst ist vielleicht oft auch ein Experiment, dessen Ergebnis nicht absehbar sein kann und den ursprünglichen Zweck verfehlt.
    Die aktuelle künstlerische Aktion sollte vielleicht den Menschen klar machen, dass der Aufbau einer multikulturellen Gesellschaft, einer Gesellschaft ohne Grenzen und ohne eigenständigen Werte, eines jeden Pflicht sein muss, und diejenigen, welche dies nicht wollen oder können müssen von der Gesellschaft um jeden Preis geächtet werden.

    Methoden werden klar und deutlich dargestellt. Immer wenn die andere Meinung nicht passt, muss diese geächtet werden. Wenn dies nicht gelingt, müssen diese daran gehindert werden ihre Meinung öffentlich zu machen. Es könne in diesem Punkt nur eine richtige Meinung geben und keine andere. Die Aktion ruft ferne Erinnerungen wach.

    Ein Versuch zur Erziehung im Sinne eines sozialistischen Menschenbildes, wird wieder einmal verfehlt, so wie bisher in einem jeden Staat dieser Erde und kann auch nicht gelingen, den dazu wären positive Erfahrungen und etwas Wirklichkeitsverständnis notwendig. Diese Erwartungen werden nicht erfüllt, nicht einmal Hoffnung, bestenfalls Wunschdenken.

    Ob diese Wunschvorstellungen ausreichen, wird sich zeigen. Bis jetzt wurde genau das Gegenteil erreicht. Denn viele Menschen kennen die Methoden. Die der Zeit des Nationalsozialismus genauso, wie die des Stalinismus und Sozialismus.

    Den vielen Millionen Opfern war ziemlich egal, ob die Verursacher der Denunziation von rechts oder von links kam, sie beabsichtigten nur eines die Konzentrationslagern und die Gulags zu überleben?

  • 7
    14
    DTRFC2005
    05.12.2018

    Eine Aufregung hier. Für die Künstlergruppe hat es sich gelohnt. Und vermutlich stellt sich heraus, das die Fotos nicht einmal von echten Demo - Teilnehmern stammen.

  • 13
    5
    norbertfiedler
    04.12.2018

    @DTRFC2005
    Bei Verletzung des Persönlichkeitsrecht ist es mit der Strafverfolgung für Betroffene nicht so einfach. Straftaten mit Verletzung der Persönlichkeitsrechte sind i.d.R. Antragsdelikte, d.h. der Betroffene muss Anzeige erstatten. Dabei werden die Personalien des Anzeigenerstatters/Betroffenen festgehalten. Der Beschuldigte wiederum kann die persönlichen Daten des Betroffenen dann per Akteneinsicht erhalten. Was im Fall #SokoChemnitz wohl kaum im Sinne des Betroffenen ist.

    Heute 18:00 Uhr waren noch über verschiedene 550 Fahndungsprofile bei der Aktion einsehbar. Wahrscheinlich waren es mehr, da schon vorher das ZPS eine Unterlassungserklärung gegenüber dem JFDA abegeben und angeblich die vom JFDA beanstandeten Fotos aus dem Internet entfernt hatte.

  • 22
    9
    Realist
    04.12.2018

    Es wird Zeit, diese selbsternannten "Künstler" ( "Kunst" kommt von "können", was hier nicht zutrifft) mal einer ehrlichen Arbeit zuzuführen, daß sie mal mitkriegen, wie das wirkliche Leben funktioniert und der Normalbürger sein Geld verdienen muß. Ich hoffe, daß diese Denunziation strafrechtlich auf's härteste betraft wird.
    Und: Sie sollten sich mal um die Berliner Szene kümmern, statt modegerecht aus der Ferne in Chemnitz Stunk zu provozieren...

  • 22
    5
    Einspruch
    04.12.2018

    @ Simple Man: Sie machen ihrem Pseudonym alle Ehre.
    Was wollten Sie mir und allen angesprochenen denn sagen? Das Sie einer der "Künstler" sind und Anarchie wünschen, natürlich nur für Ihresgleichen? Das Sie, wenn Sie inhaltlich am Ende sind, allen, die anders denken, unterstellen, AFD Mitglied oder Nazi zu sein? Oder wollten Sie witzig sein?
    Haben Sie in der Geschichte nicht aufgepasst und wünschen sich ein (linkes) System, in dem alle, die nicht der gleiche Meinung sind, Repressalien ausgeliefert sind? Also Denunziation und üble Nachrede oder Verleumdung haben keinen Anspruch auf Kunst. Da könnte man ja auch über jeden, der andere Meinungen vertritt, eine Fotomontage machen, wenn man ihn zufällig auf einer Gegendemo filmt.
    Wünschen Sie sich, dass das Niveau im Forum soweit abgesenkt wird, das wir nur noch Beleidigungen und Unterstellungen austauschen?
    Also mir ist das zu blöd, das überlasse ich Ihnen und Ihresgleichen. Und lesen Sie nochmal nach, was Kunst beinhaltet und wie sich ein echter Künstler verhält, wenn er jemand als sein Objekt verwenden möchte.
    Für echte (nicht radikale) Linke , die ich auch kenne, ist solch ein Verhalten jedenfalls undenkbar. Deren Argumente kann man ja noch akzeptieren, auch wenn man sie nicht teilt.

  • 6
    23
    DTRFC2005
    04.12.2018

    @norbertfiedler: Ich denke, das war der Sinn der Übung( Leute zum Nachdenken bringen, aufwühlen, Dinge in Frage stellen ). Zumal, das Büro nur für eine kurze Zeitspanne angemietet wurde ( zumindest der Presseinfo nach). Auch wenn hier viele schimpfen, aber Kunst an sich will dem Betrachter oder Zuhörer etwas vermitteln. Kunst ist nicht immer schön und angenehm und zielt darauf ab, möglichst eine große Wirkung zu erzielen. Die Freiheit der Kunst ist in Deutschland ein im GG geschütztes Grundrecht. Ich persönlich bezweifel ganz stark, das die Namen zu den Gesichtern passen. Aber das wird Aufgabe der Polizei sein, das zu filtern und rechtlich korrekt einzuordnen. Würde diese Künstlergruppe tatsächlich mit Klarnamen zum passenden Bild agiert haben wäre das Strafbar, aber das wird diese Künstlergruppe wissen. So dumm ist kein Künstler, das er sich vorsätzlich und öffentlichkeitswirksam freiwillig strafbar macht. Aber es hat ja die richtige Wirkung erzielt. Man diskutiert darüber und zieht Vergleiche zu anderen. Es dürfen gern rote Daumen gegeben werden, das stört mich gar nicht, im Gegenteil, zeigt es doch, das ich einen wunden Punkt getroffen habe.

  • 18
    5
    norbertfiedler
    04.12.2018

    Die Aktion #SokoChemnitz hat wenig mit Kunst eher mit strafrechtlich relevantem Verhalten zu tun. Es hätte Kunst sein können, wenn dabei nicht nach bisher öffentlich unbekannten Personen gefahndet werden würde. Beim selben Format und der "Fahndung" ausschließlich nach Höcke, Bachmann & Co. hätte man noch ernsthaft darüber streiten können.

    Die Aktion taugt allerdings "das Grauen" zu "personalisieren", "dem Bösen ein Gesicht" zu "geben", "den Rechtsextremismus in Deutschland raus aus der Anonymität" zu "hieven", also die "Gesinnungskranken" zu demaskieren, und zwar diejenigen, welche die Aktion nicht aus Prinzip ablehnen sondern diese in irgendeiner Art rechtfertigen, gut finden oder gar befürworten. Was mich dabei allerdings erschreckt, wie weit verbreitet diese demokratiefeindliche, totalitäre, diktatorische, faschistoide Gesinnung in D selbst im Feuilleton verbreitet und en vogue ist. Viel scheint in D nicht aus den beiden Diktaturen des letzten Jahrhunderts gelernt worden sein. Armes Deutschland.

  • 24
    2
    Lesemuffel
    04.12.2018

    Und was soll dann mit diesen denunziert Menschen geschehen. Arbeitsplatz weg, Existenz weg? Ausstoßen aus der Gesellschaft wie damals bei den Nazis? Komische "Schönheit der Politik". Diese Handlungen sind ja vermutlich noch schlimmer als die der öffentlich an den Pranger Gestellten. Darf jetzt jeder nach eigener Fasson denunzieren? Früher hieß es mal "Der größte Lump im ganzen Land das ist und bleibt der Denunziant". Nun gibt es Leute, die sich selbst auserkoren haben, das salonfähig zu machen. Wo hört das auf?

  • 9
    4
    aussaugerges
    04.12.2018

    Eben MDR alle Plakate wurden von der Polizei entfernt.

  • 21
    8
    acjw
    04.12.2018

    Aha, die linken Gutmenschen nennen das "Kunst".Manstelle sich vor, die AfD würde mit solch einer Aktion (sogar berechtigt) nach Linksextremen fahnden. Ganz Deutschland wäre in Aufruhr . Aber Linke dürfen das natürlich, die sind per Definition ja "die Guten".
    Eine Schande, dieses Deutschland

  • 8
    28
    cn3boj00
    04.12.2018

    Kunst oder Provokation? Wo ist die Grenze? Mir egal, ich finde: Provokation gelungen! Da kann ich echt nur schmuzeln. Endlich mal nicht bloß immer diese Provokationen auf rechtsnationalen Portalen, sondern einfach mal eine, die richtig für Aufsehen sorgt. Die Idee könnte von Böhmermann sein...

  • 4
    7
    DTRFC2005
    04.12.2018

    @Franziskamarcus: Also das Lehrerportal ist nicht anonym, außer für die Öffentlichkeit.

  • 16
    4
    kartracer
    04.12.2018

    Franziska oder Markus, letzter Satz, Rechtschr. 5 setzen!

    @Blackadder, kann es sein, daß Sie notorisch kontrovers gesteuert sind, selbst wenn es nur irgend ein Web Verweis als Argument ist, aber erst mal dagegen?

    Hier überhaupt den Begriff "Kunst" zu verwenden, ist schon die hohe Kunst Rechtsstaatlichkeit und Demokratie ins Jenseits zu schicken.

  • 19
    3
    Hirtensang
    04.12.2018

    Wann kommt die Lynchjustiz? Bei Verstößen von Rechts oder Links gegen Demokratie und Rechtsordnung kann und darf nur die Exekutive in Verbindung mit der Judikativen handeln. Der Staat muss verhindern, dass Situationen wie in der Weimarer Republick, wo sich Nazis mit Linken geprügelt haben entstehen.

  • 16
    10
    Franziskamarcus
    04.12.2018

    Das Afd Meldeportal ost doch komplett was anderes. Dort kann man Lehrer anonym melden, die das Neutralitätsgebot verletzten, letztendlich gegen Dienstvorschriften verstossen! Und ja, das ist Anscheixxen, was ich genau so verachte.Aber da wird weder zur verfolgung und zerstörung des Beruflichen lebens aufgerufen beziehungsweise eine Hetzjagt indirekt gefordert.

  • 25
    5
    HHCL
    04.12.2018

    @Blackadder: Wenn ich Ihren Kommentar so lese, wundere ich mich, dass Sie weiter unten die G20-Aktion der Bild noch kritisierten. Ich hätte jetzt eher erwartet, dass Sie schreiben: "Wer in der Öffentlichkeit mit Steinen wirft, Läden plündert und Barrikaden anzündet "um öffentlich zu zeigen, was er vertritt [...] will ja bewusst gesehen werden. Sonst würde er ja nur zuhause in sozialen Medien schreiben." Der Bild-Pranger war also völlig in Ordnung, wenn man die Maßstäbe anlegt, die Sie jetzt anlegen.

    Gleiches bei Lehrern: Wer so einen Beruf wählt, sich also der Öffentlichkeit aussetzt, muss dann eben auch damit klar kommen, wenn man ihn öffentlich an seinen Aussagen misst. Damit wäre der AfD-Pranger nicht der Rede wert. Sie haben ihn hier massiv kritisiert (zu Recht!).

    Merken Sie eigentlich noch wie ungeheuerlich Ihre Argumentation ist!

    Es ist wohl auch ein Unterschied, ob ich zu einer Demo gehe und dort für die Zeit der Demo gesehen werden kann, oder ob man das noch Monate später dem Arbeitgeber mitteilt, dass Person xy dort anwesend war. Was Sie hier zur Normalität erklären, erinnert mich massiv an Zersetzungsmaßnahmen der Stasi. Ich weiß ja nicht, wo Sie 1989 waren.

  • 9
    25
    Blackadder
    04.12.2018

    @StoneP: "Vergessen werde ich auch nicht, als ein Demonstrant darum bat, nicht gefilmt zu werden."

    Manche hier scheinen zu vergessen, was eine Demonstration ist: nämlich die öffentliche Zurschaustellung einer Meinung. Mit der Betonung auf öffentlich. Wer zu einer Demo geht, tut dies, um öffentlich zu zeigen, was er vertritt und will ja bewusst gesehen werden. Sonst würde er ja nur zuhause in sozialen Medien schreiben.

  • 24
    6
    Klapa
    04.12.2018

    Diese Gruppe veranstaltet ganz einfach demokratiefeindliche und gesetzwidrige Aktionen, sonst wären Staat und Polizei nicht eingeschritten.

    Die Verwendung des Substantivs 'Künstler' durch Journalisten, die ernst genommen werden wollen, für derartige Aktivisten liegt hier außerhalb jeder inhaltlichen Begrifflichkeit. Wenn sie sich selbst so nennen, muss ich dem nicht zwangsläufig folgen.

    Wer für solche 'Künstler' mit fadenscheinigen, wenig glaubhaften Gründen um Verständnis heischt, begibt sich auf deren Niveau. Wer ihnen Provokation beinahe widerspruchslos zugesteht, darf andere gesellschaftliche Gruppen, die dieses probate Mittel gleichfalls nutzen, nicht ausschließen, wenn er sich nicht unglaubwürdig machen will.

    Wer das AfD-Portal wegen seines Denunziationscharakters zu Recht verurteilt und selbst ein ähnliches installiert, arbeitet mit denselben polarisierenden Mitteln.

    Wortwahl und Mittel kennzeichnen eben den Extremismus auf beiden Seiten.

  • 24
    3
    Stonep
    04.12.2018

    Vorweg, ich bin mit dieser Kunstaktion nicht einverstanden. Leider ist es so, dass unter dem Deckmantel der Kunst jeder sich profilieren kann. Solange man einen gewählten Präsidenten als Ziegenf…. titulieren darf und dafür noch ausgezeichnet wird, muss man sich nicht wundern, wenn andere Abartigkeiten als Kunst bezeichnet werden. Vergessen werde ich auch nicht, als ein Demonstrant darum bat, nicht gefilmt zu werden. Im Ergebnis musste sich die Polizei wegen Einschränkung der Pressefreiheit entschuldigen. Mir liegt weder der Präsident noch der Demonstrant am Herzen, aber ein bisschen mehr Anstand und Ordnung täte uns schon gut.

  • 25
    5
    Steuerzahler
    04.12.2018

    @Blackadder: Unglaublich! Eine richterlich bestätigte Öffentlichkeitsfahndung wie im Falle Köln setzen Sie mit kriminellen Aktivitäten selbst ernannter Künstler gleich? Diese Ideologie offenbart alles!

  • 19
    2
    HHCL
    04.12.2018

    @DTRFC2005: Mag ja sein, dass es einen tiefsinnigen Unterbau unter dieser Aktion gibt. Das Problem ist, was in der Masse der Gesellschaft ankommt, die sich nicht Stunden mit dieser Seite beschäftigen wird, und das ist meiner Meinung nach, dass man unliebsame Leute mit abweichenden Ansichten bloßstellen sollte, sie aus ihren Jobs drängen sollte und aus der Gesellschaft ausschließen sollte.

  • 24
    3
    HHCL
    04.12.2018

    @simpleman: Da ich das ganze nicht für Kunst halte, bin ich auch nicht Teil irgend einer Kunstaktion geworden. Nur weil irgendwelche Leute sich Künstler nennen, sind sie es noch lange nicht. In diesem Fall sehe ich keine Kunst, sondern einen massiven Angriff auf Grundsätze unseres Rechtsstaates. Ich werde solche Aktionen auch weiterhin kritisieren, den sonst müsste ich jede Frechheit unwidersprochen stehen lassen, wenn irgend jemand das ganze unter dem Lable Kunst oder Satire veranstaltet. Solche Aktionen sind aus meiner Sicht unglaublich gefährlich für die Gesellschaft.

    @Blackadder: Das waren genau so indiskutable Aktionen und Angriffe auf den Rechtsstaat. Weder die Springer-Presse noch die AfD haben in diesem Land das Gewaltmonopol. Ich kann mich aber an eine andere Berichterstattung darüber erinnern. Dass hier die Sprachregelung der Organisatoren beibehalten wird und man von einer Künstlergruppe spricht und die Aktion dann auch noch in der Rubrik "Kultur & Service" (heutige Druckausgabe der Freien Presse) besprochen wird, unterscheidet den Fall vom AfD-Pranger, wo man klar und deutlich im Politikteil schrieb um was es sich handelt.

  • 5
    17
    Blackadder
    04.12.2018

    @Deluxe: Kleiner Nachtrag. Natürlich gab es diese Fahndung nach Silvester Köln in den Medien. Eine Aufschrei gab es (natürlich) nicht.

    https://www.welt.de/regionales/nrw/gallery153052309/Polizei-veroeffentlicht-Fahndungsfotos.html

    "Rund um den Kölner Hauptbahnhof waren Frauen an Silvester von Männergruppen umzingelt, sexuell bedrängt und bestohlen worden. Nun fahndet die Polizei mit Fotos. "

  • 6
    23
    Blackadder
    04.12.2018

    @Deluxe: "Vielleicht mit Fotos aus der Kölner Silvesternacht oder von anderen Gelegenheiten, die es ja durchaus gibt."

    Die Bildzeitungsaktion-Aktion nach G20 kennen Sie? Oder das Lehrer-Denunziationsportal der AfD?

  • 15
    4
    Hinterfragt
    04.12.2018

    Dankesbekundungen richten Sie bitte an:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_Ruch

  • 25
    8
    Hinterfragt
    04.12.2018

    Was sich heutzutage so alles Künstler nennt .........
    Straftaten als Kultur, wie abartig.

  • 36
    7
    Deluxe
    04.12.2018

    Man stelle sich bloß mal vor, eine ähnliche Aktion hätte jemand mit Bildern von Migranten gemacht.
    Vielleicht mit Fotos aus der Kölner Silvesternacht oder von anderen Gelegenheiten, die es ja durchaus gibt.

    Da wäre der Aufschrei aber groß!!!!

    Es hätte keine Nachrichtensendung ohne entsprechende Meldungen gegeben, die öffentliche Empörung über den nazistischen Angriff auf den Datenschutz wäre enorm, sicher würde es auch wieder Fischkonservenkonzerte gegen Rechts geben und die Stadt der Urhebers wäre für Jahre kollektiv in Mißkredit geraten.

    Aber hier?
    Teilweise gar keine Berichterstattung. Oder eine sehr leise, gemäßigte. Kaum ein Wort darüber, daß es sich um einen massiven Gesetzesverstoß handelt.

    Als es um Hetzjagden ging, die bis heute nicht bewiesen sondern eher widerlegt sind, waren die Worte sehr viel deutlicher, lauter und empörter. Und zwar weit bevor irgendwer dazu richtig ermittelt hatte.

    Zweierlei Maß?

  • 36
    12
    Malleo
    03.12.2018

    Maaßen lag mit seinen Einschätzungen zur Antifa nicht falsch.
    I.Silone: "Der neue Faschismus wird nicht sagen, ich bin der Faschismus.
    Er wird sagen, ich bin der Antifaschismus."
    Besser kann man diese Künstler nicht beschreiben.

  • 11
    25
    SimpleMan
    03.12.2018

    @HHCL, franzudo2013, Einspruch, voigtsberger, Klapa, 881924 Liebe Kommentatoren Sie sind gerade ein Teil eine Kunstaktion geworden. Vielen Dank für Ihre Mitarbeit.

  • 9
    15
    DTRFC2005
    03.12.2018

    Eine Aktion bei der man mehrfach verstehendes lesen üben kann. Die Website mutet dem Leser ganz schöne Gehirnverbiegungen zu, um zu filtern, nachzudenken und begreifen um was es der Künstlergruppe geht. Letztlich weiß ich persönlich aber auch so was zu meinen Nachbarn usw .ist . Besonders wenn man sich die Videos und Bilder die im Internet kursieren genauer besieht.

  • 40
    13
    HHCL
    03.12.2018

    Ich finde es auch bemerkenswert, dass einige Kommentatoren hier wieder auf Tauchstation sind, wenn sie nicht gegen Rechts schreiben können, sondern mal vor der eigenen Tür kehren müssten.

  • 33
    11
    franzudo2013
    03.12.2018

    Weder Kunst, noch schön, noch politisch.

  • 48
    14
    Einspruch
    03.12.2018

    Die haben im Prinzip Kopfgeld ausgesetzt und Aufrufe zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen wegen Meinungsäußerung gestartet. Man könnte auch Selbstjustiz dazu sagen. Das hat eine ganz andere Dimension, als der Artikel rüber bringt. Das Vorgehen dagegen ist viel zu lasch.
    Im umgedrehten Fall scheute man sich nicht, Schnellverfahren einzuleiten.
    Und hier? Wenn das die Vorstellung von politischer Schönheit ist, dann ist an irgendeiner Stelle im Oberstübchen was durcheinander geraten.

  • 42
    16
    voigtsberger
    03.12.2018

    Am Ende muss man noch froh sein, das die FP darüber berichtet, denn im öffentlich rechtlichen Fernsehen (Sachsenspiegel) wird man darüber nichts hören, wie auch von den vielen anderen Sachverhalte der so Toleranten im Land und erst von den fast täglichen Vergehen der Gäste, wo gerade einmal die Spitze des Eisberges an die Öffentlichkeit gelangt und genau das sind auch die Personengruppen, die etwas gegen Videoüberwachung im öffentlichen Raum sind und was werden diese Personen wohl so alles zu verbergen haben, oder!

  • 47
    15
    HHCL
    03.12.2018

    Aus meiner Sicht genau dasgleiche, wie die selbst ernannten Bürgerpolizisten von Rechtsaußen und der Lehrer-Pranger der AfD; Selbstjustiz und demokratiefeindlich. Mit "Kunst" hat das rein gar nichts zu tun. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum diese Leute im Artikel als Künstlergruppe beschrieben werden. Mehr als eine Selbstbeschreibung dieser Leute ist das nicht und gehört daher in Anführungszeichen oder mit dem Zusatz "sogenannte" versehen. Aber Linke-Extremisten werden ja in der Presse auch zu Aktivisten weichgespült. Ich habe noch nie gelesen, dass man Pro-Chemnitz als Gruppe von Aktivisten bezeichnet hätte. Diese Ungleichbehandlung von Rechts- und Linksextremen halte ich für unglaublich schädlich und auch nicht sachgerecht. Die Differenzierung hat meiner Meinung nach ausschließlich ideologische Gründe.
    Ich bin mal gespannt, wie die "roten" Berliner Behörden den Fall einordnen werden.

  • 43
    17
    Klapa
    03.12.2018

    Rechte wie linke Extremisten versuchen, ihre Vorstellungen von Ordnung und Sicherheit auch schon mal durch gewalttätige Aktionen in Deutschland in die Tat umzusetzen, ohne dass ihnen manchmal, so scheint es, genügend Widerstand von staatlicher Seite entgegen gesetzt wird.

    Hinzu kommt, dass sich verschiedene linke Portale auch anmaßen, unter widerrechtlicher Inanspruchnahme staatlicher Logos, durch Denunziation und Aufforderung dazu die Ermittlerrolle unserer Polizei- und Justizorgane quasi zu übernehmen und dadurch " normale Menschen ..., ... tausende Arbeitnehmer oder Staatsdiener" - (so kann man Aussagen verfälschen) - diffamieren und willkürlich in die rechte Ecke stellen. Die Abmahnung durch die Sächsische Staatskanzlei war überfällig.

    Da gab es in der alten DDR eine Organisation, die auf ähnlicher Grundlage gearbeitet hat.

  • 45
    29
    881924
    03.12.2018

    Ihr Artikel kommt hier mehr wie Werbung für die Internetseite rüber. Völlig unverständlich, es fehlt hier auch nur im Ansatz an einer kritischen Betrachtung dieser illegalen Aktion. Das hat weder was mit Demokratie noch mit Rechtsstaatlichkeit zu tun. Nur weil jemand sein demokratisches Recht zu demonstrieren war nimmt darf er doch nicht öffentlich gesucht und angeprangert werden! Welches Logo diese Sp..... für ihren Schmarrn verwenden ist dabei das Unwichtigste.



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