Kunst oder Steuerverschwendung? Negativpreis für Auto im Chemnitzer Schloßteich

Wurde bei der Gegenwarten-Ausstellung mit einem Auto auch viel Geld im Schloßteich versenkt? Der Bund der Steuerzahler Sachsen behauptet das - und erntet Widerspruch.

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2525 Kommentare
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  • 3
    3
    lupus
    18.11.2020

    Was ist eigentlich geschehen?
    Ein Schweizer hat ein altes Auto im Schloßteich versenkt und gesagt das ist meine Kunst.
    Da wäre doch die einfachste Reaktion dem Mann zu sagen :"Hol das Auto aus dem Deich und gut ist es"
    Es bedürfte keiner weiteren Diskussion

  • 5
    3
    lupus
    12.11.2020

    Bienebissig schrieb;
    "Oje, ich hätte echt nicht gedacht, dass das Kultur- und Bildungsniveau bei uns so schnell so krass gesunken ist."
    Dieser Feststellung kann ich in Anbetracht des versenkten Autos voll zustimmen!

  • 3
    6
    defr0ke
    11.11.2020

    Wenn es danach gänge, dürfte der Staat, außer Corona-Hilfen, überhaupt nichts mehr finanzieren.

    Der Staat stellt mehr als genug Corona-Hilfsgelder zur Verfügung... Es muss halt nur abgerufen werden. Warum das so wenig tun, kann ich nicht sagen. Aber dass es funktioniert und der Staat den (Einzel-)unternehmen genug gibt, seh ich ja an dem Unternehmen wo ich arbeite. Letzte Woche ging bereits das zweite finanzielle Hilfspaket bei uns ein... Beides im 7stelligen Bereich. Man muss sich halt nur drum kümmern.

  • 8
    3
    KTreppil
    11.11.2020

    @defr0ke, auch wenn die Mittel zweckgebunden sind, sind es dennoch öffentliche Gelder, wurden sie nicht im Keller gedruckt, sondern vom Steuerzahler erarbeitet. Deshalb bin und bleibe ich der Meinung, dass diese Sümmchen in diesen Zeiten und vor dem Hintergrund von Corona verantwortungsvoller hätten ausgegeben werden können. Vielleicht schon angefangen bei der Zweckbindung und Zuweisung. Ich wüsste auch nicht, warum der Bund der Steuerzahler neidisch auf den Zuschlag Kulturhauptstadt sein sollte. Theoretisch könnte dies viel bewirken und weit über Chemnitz hinaus wirken. Warum sollte man also neidisch sein? Es geht um öffentliche Gelder und da ist es gut so, dass es Institutionen gibt, die näher hin schauen. Nur weil es einem in diesen speziellen Fall nicht passt, sollte man dennoch objektiv bleiben. Es sind auch nicht alles Kunstbanausen, die dies kritisch sehen.

  • 13
    5
    Zeitungss
    11.11.2020

    Alles sehr schöne Beiträge, verständlich ist nur nicht, wie dieser versenkte Blechhaufen der Kunst zugeordnet werden kann. Zeigt es doch lediglich, wieweit der Level gesunken ist. Bis auf wenige Ausnahmen, wird der Normalbürger den Kopf schütteln und gespannt auf die nächste Aktion warten. Wer dafür sein Geld opfert, wird wissen warum, mit der Hand musste man es mit Sicherheit nicht erarbeiten.

  • 7
    10
    defr0ke
    11.11.2020

    "450.000 Euro kamen von der Kulturstiftung des Bundes, 400.000 Euro von der Stadt, der Rest von Stiftungen aus der Schweiz und den Niederlanden"

    Hätte es die Kunstprojekte nicht gegeben, hätte Chemnitz auch nicht die Hälfte dieses Geldes zur Verfügung gehabt. Hier wird erzählt, dass man das Geld für anderes hätte ausgeben können...

    Wie soll das denn bei zweckgebundenen Geldern funktionieren? Mind. die Hälfte des Budgets wurde nur für diese Aktionen bereitgestellt. Somit kann man gar nicht in andere Projekte investieren, weil es die Mittel dann nicht gegeben hätte.

    Beim Bund der Steuerzahler sitzen bestimmt nur Neider, dass ausgerechnet Chemnitz Kulturhauptstadt wird. Und dann wird eben die Kunst schlecht geredet...

  • 11
    6
    Bienebissig
    10.11.2020

    Oje, ich hätte echt nicht gedacht, dass das Kultur- und Bildungsniveau bei uns so schnell so krass gesunken ist. Ich bin in den 70er und 80er Jahren noch auf Kunstausstellugen gefahren, um etwas jenseits des Mainstreams zu sehen. Jetzt liefert man den Chemnitzern Kunst in ihrer wahrhaftigen, widersprüchlichen Art frei Haus. Und statt dankbar zu sein, dass jemand so ein riesiges Projekt stemmt und die Aufmerksamkeit auf Chemnitz zieht, kommt ganz viel Mimimi. Noch 20 Jahre, und die Gartenzwerge haben gesiegt.

  • 9
    6
    eme
    10.11.2020

    @Maschinenbauer: Es geht nicht um den fehlenden Respekt anderer Meinungen, sondern um die sich einem populistischen Ansatz beugenden (dort nämlich finden sich die meisten Beleidigungen) Diffamierung der GEGENWARTEN. Selbstverständlich erregt Kunst im öffentlichen Raum die Gemüter mehr als jene, die man in dafür vorgesehenen Räumen findet. Und das ist auch gewollt und gut so. Derartige einerseits bereichernde wie auch diskussionswürdige Projekte können allerdings ohne monetäre Förderung, ohne Vergütung der Künstler:innen nicht gezeigt werden. Dass der gewünschte Diskurs jedoch trotz nachweislich zweckgebundenen und verhältnismäßigen Budgets in Diskreditierung (seitens des Negativpreises) umschlägt, zeugt nicht vom Unverständnis die Kunst betreffend - da mag jeder seine Meinung haben, sondern gegenüber des gesamten Projekts. Und das wiederum ist nicht nur schade, sondern - und vor allem mit Sicht auf eine künftige Kulturhauptstadt - zu kurz gedacht.

  • 3
    11
    Haju
    10.11.2020

    @Maschinenbauer
    Das Kunstwerk erinnert mich an:
    "Mein Sohn landet auch eine Waschmaschine sicher!" (Die Mutter des Kommandanten von Apollo 13, James Lovell, in den kritischen Tagen)
    Hierbei wird durch die Künstler auf die "Erfolgsintelligenz" verwiesen: Aus dem Kind, das Eltern immer wieder ermutigen und loben, wird wirklich mal etwas Besonderes. Aus demselben Kind, das aber Eltern immer wieder mit: "Aus dir wird mal sowieso nichts!" entmutigen, wird tatsächlich auch nichts.
    Bei diesen Künstlern handelt es sich ganz gewiß um Personen, aus denen nichts geworden ist oder wird.

  • 15
    7
    lupus
    10.11.2020

    Weiter unten steht dass kleine Krämerseelen kein Kunstverständnis haben.
    Vielleicht können sie aber Kunst von Charlatanerie unterscheiden.
    lupus

  • 10
    11
    cn3boj00
    10.11.2020

    Wie armselig, kulturelle Aktionen als Steuerverschwendung zu brandmarken. Ich glaube, denen die dieses Voting veranstalteten, ging es gar nicht ums Geld, sie wollten nur ihr Unverständnis über Dinge, die als Kunst zu betrachten sind, zum Ausdruck bringen.
    Dabei ist die öffentliche Hand nun einmal der wichtigste Geldgeber für Kunst und Kultur, würden dafür keine Steuergelder aufgebracht, wäre bald das Licht aus. Und was dieser Bund unter Nachhaltigkeit versteht, weiß er wohl selber nicht. Jedes Werk, über das man spricht, auch überregional, und das Menschen berührt (egal wie), und Einfluss auf den Ruf hat (in diesem Fall sicher auch für die Kulturhauptstadtbewerbung) ist nachhaltiger als viele materielle Projekte.

  • 16
    6
    Maschinenbauer
    10.11.2020

    @ eme: Den Negativpreis als Mahnung verstehe ich so, dass man sehr verantwortlich mit dem Geld umgehen sollte, welches durch die Steuerzahler erarbeitet wird. Natürlich kann man sich darüber echauffieren, dass jemand wie der Bund der Steuerzahler oder FP-Leser eine andere Meinung haben. Oder man respektiert einfach, dass nicht alle den versenkten Schloßteich-Skoda gut finden. Bin manchmal überrascht, mit welcher Anspruchshaltung Geld für Kunst eingefordert wird. Das müssen erst mal Leute erarbeiten!!

  • 15
    7
    Maschinenbauer
    10.11.2020

    Woanders ist es Vandalismus, in Chemnitz ist es Kunst ;-)

    https://www.freiepresse.de/mittelsachsen/floeha/falkenau-waschmaschine-fliegt-vom-viadukt-artikel11182600

  • 7
    5
    vonVorn
    10.11.2020

    Ich empfehle dem Generaldirektor, "Picasso war kein Scharlatan" von Ephraim Kishon. Da wird die moderne Kunst, ohne Vorurteile, wunderbar seziert und zerlegt. Er kommt zu dem Schluss die moderne Kunst gibt es nur als Begründung für die Existenz von Kunstkritikern, irgendwie scheint das der Generaldirektor ähnlich zu sehen.

  • 14
    11
    KTreppil
    10.11.2020

    Den von diesen Kunst-Installationen Begeisterten möchte ich natürlich nicht zu nahe treten. Chemnitz ist nicht arm, aber auch nicht wirklich reich. Wenn Chemnitz Dank dieser Projekte Kunsthauptstadt werden darf, hat es ja einen Sinn. Was aber wenn nicht, dann wäre nichts Nachhaltiges geblieben und einiges an Geld im wahrsten Sinne im Schloßteich versenkt worden. Ich meine, soviel Geld um es zu versenken hat auch C nicht. Insofern wäre es dann eher Steuerverschwendung. Unter Kultur verstehe ich nicht nur Kunst(aktionen), da gehört viel mehr dazu. Sinnvolle Investitionen in Kultur wären z. Zt. auch fin. Hilfen an Kulturschaffende in und um Chemnitz, die von Corona gebeutelt sind, damit es auch nach Corona noch Kultur gibt. Diese Arten der Kultur, die mit diesen Geldern finanz. bzw. gefördert wurden, gehören eher zu der Sparte, die von Corona nicht ganz so beeinflusst wurde, die Schlossteich-Installation bot ein Schweizer Künstler dar. Aber bitte, mein Geld ist es ja nicht, oder....?

  • 6
    11
    Haju
    10.11.2020

    Also soweit ich weiß, gibt es für das tektonische Versenken von Teilen vulkanischer Inseln vom Westen viel mehr Geld, weil der nach Auffassung esoterischer Verschwörungstheoretiker dran schuld ist. (Kein Geld gibt's für das gleichzeitige Heben anderer Inselteile, was Relotius hätte sehen können.)
    Ich jedenfalls mußte bei dem Werk an einen älteren Kölner denken, der befürchtete, demnächst Küstenbewohner zu werden, weil der NORDpol abschmilzt...

  • 13
    11
    Interessierte
    10.11.2020

    Da kann diese Aktion doch der Chef der Kunstsammlungen bezahlen ...

    Der Generaldirektor ..
    "Und ich halte den Steuerzahlerbund nicht für kompetent, sich ein Urteil über die Werke zu bilden."
    ( da brauchen diese unkompetenten "Steuerzahler" von diesem Bund wohl auch nicht seine Ausstellungen und Werke zu besuchen ???

    Übrigens ...........
    Die hatten in Moritzburg die Karpfen aus dem Schlamm geholt und mußten aufpassen , dass sie nicht stecken bleiben ..

  • 33
    35
    eme
    10.11.2020

    Kaum zu fassen ... der Bund der Steuerzahler schwingt sich auf, Mittelverwendung für Kunst zu beurteilen, die - wie von den Kunstsammlungen transparent dargelegt - völlig im Rahmen des durchaus Üblichen bleibt und sie als „Verschwendung“ zu deklarieren. Aus vermutlich populistischen Gründen, wegen der „vielen kritischen Zuschriften“. „Wir haben nichts gegen Kunst ...“. In welchem Kontext hat man einen ähnlichen Satz schon einmal gehört? Kunst muss, will und darf nicht (immer) gefallen, muss finanziell nicht „nachhaltig“ und darf auch „Eintagsfliege“ sein. Wer nicht bereit ist, sich mit ihr auseinanderzusetzen, mag bitte auch nicht zetern und sie als missraten bezeichnen. Die GEGENWARTEN sind ein wesentlicher Beitrag zur Kulturhauptstadt 2025. Eine Diskussion jederzeit willkommen. Ein „Negativpreis“ als „Mahnung“ (wovor?) ist jedoch eine dreiste Frechheit.

    @KTreppilt: Sind die beteiligten Künstler(kollektive) nicht auch Kulturschaffende, die „in der Coronakrise in Not geraten“ sind?

  • 17
    33
    Neuchemnitzer
    10.11.2020

    "Alle sechs "Schleudersachsen"-Kandidaten dieses Jahres waren Kunstwerke, die in den zurückliegenden Monaten im öffentlichen Raum in Chemnitz aufgebaut wurden und Teil der Bewerbung der Stadt um den Titel Kulturhauptstadt 2025 waren"

    gute Vorauswahl ;)

    @KTreppil
    "In Chemnitz sitzt das Geld nicht für alles so locker. "
    -> Was genau meinen Sie denn damit? Die Finanzlage der Stadt in den letzten Jahren war ja nicht gerade schlecht. Hier im Forum hört es sich immer so an als wäre Chemnitz die ärmste Stadt überhaupt, wie so oft scheint die Selbstwahrnehmung negativer zu sein als die Realität

    "Gab und gibt es nicht sinnvollere Möglichkeiten, Geld in Kultur zu investieren?"
    -> Dann machen Sie doch gerne mal einen Vorschlag

  • 31
    31
    hkremss
    10.11.2020

    Man kann, darf und muss vielleicht sogar über jede Kunstaktion und jedes Kunstwerk streiten. Fakt ist, dass den Initiatoren und Organisatoren auch mit solchen Aktionen gelungen ist, was viele für unwahrscheinlich, ja sogar völlig idiotisch gehalten haben: Chemnitz wird Kulturhauptstadt 2025! Und das kann man kaum hoch genug bewerten. Es ist ein großartiger Erfolg! Das wird der Stadt mittelfristig mehr bringen, als jede Werbeaktion, die man für das gleiche Geld hätte finanzieren können.

  • 32
    45
    acals
    10.11.2020

    Ich finde das Argument "ich habe noch nie erlebt das in Chemnitz soviel ueber Kunst gesprochen wurde" durchaus bezeichnend.

    Als Daniel H niedergestochen wurde sprach die ganze Stadt darueber, und nicht nur die. Daraufhin gab es sogar Buergertreffen im Stadionbau zu Chemnitz - weil die Legislative einsah das auch Buerger eine eigene Meinung haben (duerfen, die abweichend ist).

    Aktuell wird billigend in Kauf genommen das bis auf die Protagonisten C den Nischel schuettelt, es wird einfach weiter durchgezogen. (Gepostet hatte ich hier zu diesem Thema ueberregionale Artikel die feststellten, dass nach 1.maliger Bekanntgabe in der FP tagelang nur Meinungen bei der FP einliefen, die dieses Projekt nicht lobten.)

    Fatal - wenn sich wenige aufschwingen (und beratungsresistent) dem Rest "ihr Kunstverstaendnis" aufzwingen.

  • 60
    26
    KTreppil
    10.11.2020

    Was einem persönlich diese Kunst vermitteln kann, wurde genug diskutiert, ob es entscheidend für den Zuschlag Kulturhauptstadt war, ist Auslegungssache. Wenn ich aber lese, was für Summen für diese auf jeden Fall polarisierenden Aktionen ausgegeben wurden, komm ich ins grübeln. Wer hat der kann (noch)....? In Chemnitz sitzt das Geld nicht für alles so locker. Gab und gibt es nicht sinnvollere Möglichkeiten, Geld in Kultur zu investieren? Hätte man damit vielleicht lieber den einen oder anderen Kulturschaffenden unterstützen können, dem 2020 die Einnahmen wegbrachen? Das wäre sicher auch ein gutes Argument für die Bewerbung gewesen und vielleicht auch eher von Nachhaltigkeit.

  • 46
    64
    Albatros
    10.11.2020

    Dass kleine Krämerseelen kein Kunstverständnis haben, können wir nun also auch schwarz auf weiß lesen. Danke für diese Erkenntnis, lieber "Bund der Steuerzahler". :o)

  • 44
    62
    Konda
    10.11.2020

    Die Projekte sind keine Eintagsfliegen gewesen. Ich habe noch nie erlebt, dass in Chemnitz so viel über Kunst diskutiert wurde. Das hat so manches permanentes Kunstwerk nicht geschafft. Auch wenn die Diskussionen sich zu oft leider darauf beschränkt haben, ob die Kunst denn nun Kunst sei. Ich persönlich zahle dafür gerne Steuern.

  • 47
    55
    898188
    10.11.2020

    Und ich halte den Steuerzahlerbund nicht für kompetent, sich ein Urteil über die Werke zu bilden."
    Dieses Zitat sagt doch alles. Wer den Finger in die offene Wunde legt, hat einfach keine Ahnung. Lieber Herr Bußmann, dann fehlt auch vielen Chemnitzern die Kompetenz, nämlich denen, die über soviel Unsinn unter dem Deckmantel der Kunst nur den Kopf schütteln.