Lange Wunschliste fürs Chemnitzer Radwegenetz

Konzeption sieht über 500 Maßnahmen vor, die Chemnitz bis 2020 zur fahrradfreundlichen Stadt machen sollen

5Kommentare
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  • 1
    0
    23.06.2013

    Alles, was sich bis jetzt tut, sind neue Schilder. So rote Sperrscheiben mit ´nem Fahrrad drin. An übersichtlichen Stellen, wo auch drei Fahrräder aneinander vorbei passen würden. Wenn´s nach den Schildern geht, hab ich bald kein Fahrrad mehr, sondern ein Schiebrad.
    Wenn Verbesserung des Radwegenetzes Überreglementierung bedeutet, dann - nein danke.

  • 2
    0
    FPcomment
    19.06.2013

    Wer lauthals nach immer mehr Radwegen ruft, möglichst gar ein Radwegenetz, wird genau das bekommen wie auf der Frankenberger Str. siehe huebsch-gemacht.de/radwege/2012/20120707_112238_1072.jpg.
    Nur leider müssen dann alle Radfahrer diesen gefährlichen Mist benutzen und nicht nur die Schreier nach mehr Radwegen.

  • 2
    0
    Insel
    19.06.2013

    Selbstverständlich habe ich meine Wünsche eingereicht. Aufgrund einer Urlaubsreise konnte ich den Wunschtermin der Stadt nicht ganz einhalten, aber eingebracht habe ich mich schon.

    Meine Anregungen sind unberücksichtigt geblieben, soweit ich die Maßnahmenliste überblicke.

    Das Problem liegt woanders. Die ganze Radwegenetzerei, die hier betrieben wurde, läuft auf Neubau, Ergänzung, Korrektur von Radverkehrsanlagen hinaus, zum großen Teil entlang bestehender Straßenverbindungen. Meine Vorstellung läuft aber darauf hinaus, mit dem Fahrrad ganz einfach die bestehenden Straßen zu benutzen wie mit allen anderen Fahrzeugen auch, wenn man vielleicht von einer Stadtautobahn wie dem Südring und einigen wenigen anderen Ausnahmen absieht.

    Das ist der status quo hier in Chemnitz und insbesondere das Gegenteil irgendwelcher Radwegenetzträume und "Konzepten".
    Entweder einfach Fahrrad fahren, oder Streifchen und Wegelchen haben. Beides gleichzeitig ist nicht möglich. Das ist der Konflikt.

    Überspitzt formuliert: Ich will nicht hübsch bemalte Radfahrerghettos am Straßenrand, sonden eine Teilnahme am Straßenverkehr auf dafür geeigneten Verkehrseinrichtungen. Und die sind wie gesagt schon längst da und in Betrieb, man braucht sich nur aufs Rad zu setzen und loszufahren.
    Insbesondere will ich nicht, dass für viel Geld ein Konzept umgesetzt wird, was das Radfahren womöglich mühselig, umständlich und z.T. gefährlich macht. Genau das ist meine Befürchtung, wenn ich die Maßnahmenliste lese und mir in Erinnerung rufe, wie sowas hier (und anderswo) aussieht, wenn es fertig ist.

  • 1
    0
    ramon
    19.06.2013

    @Insel: Dann haben Sie Ihre Kommentare und Änderungswünsche hoffentlich bei den 500 Bürgervorschlägen mit eingereicht. Die meisten Vorschläge sind nämlich berücksichtigt worden und werden mit umgesetzt (sofern der Stadtrat zustimmt).

  • 2
    1
    Insel
    18.06.2013

    Es ist zum Heulen.

    Als Radfahrer wünsche ich mir, genauso am Verkehr teilnehmen zu dürfen wie mit motorisierten Verkehrsmitteln auch. Eine Sonderbehandlung oder irgendwelche Extrawürste brauche und will ich nicht. Stattdessen soll ich ein ganzes Netz an Sonderwegen übergestülpt bekommen.

    Das, was da als "Radwegnetz" euphemisiert wird, wird wohl leider größtenteils auf die Schaffung von verkehrsuntauglichen Radfahrerghettos hinauslaufen. Zumindest, soweit es sich um Maßnahmen an Hauptstraßen dreht. Die winzig schmalen Schutz- und Radfahrstreifchen auf der Blankenauer Straße und der Frankenberger Straße (beispielsweise) lassen grüßen. Oder soll tatsächlich mehr Platz da sein, bloß weil man eine zusätzliche Markierung auf die Fahrbahn pinselt? Wohl kaum. Allerhöchstens triggert man den Hupreflex einiger (nicht vieler) Kraftfahrer, wenn man sich mit dem Rad nicht brav auf das Streifchen begibt und fast in Tuchfühlung an den parkenden Autos entlangschleicht.

    Bei Strecken wie dem Chemnitztalradweg liegt die Sache etwas anders, aber die o.g. Strecken verlaufen hauptsächlich entlang von Straßen.

    Die Zwickauer Straße (westlich der Kappeler Drehe) ist beispielsweise wunderbar mit dem Rad befahrbar. Ich tue das werktäglich in beide Richtungen. Das allerletzte, was dort fehlt, wäre irgendein Streifchen. Noch dazu, wo es ohnehin eine Alternativstrecke am Kappelbach gibt.

    Auch die Bahnhofstraße ist gut mit dem Rad befahrbar, auch wenn es anscheinend derzeit eigentlich nicht zulässig ist. Ich fahre dort trotzem gelegentlich, weil ich mir die "offizielle" Route durch den Fußgängerbereich und Teile der Zentralhaltestelle nur ungern zumute. Vermutlich wollen auch Fußgänger und ÖPNV-Fahrgäste nicht gerne von Radfahrern "durchquert" werden. Warum darf ich nicht wenigstens entscheiden, ob ich auf der Fahrbahn fahren möchte oder ob ich mich um die Passanten herum schlängle?

    Warum darf ich nicht vom Bahnhof Mitte auf der Reichstraße bis zur Annaberger fahren, sondern muß auf der anderen Straßenseite den linksseitigen Radweg nehmen (auch da fahre ich gelegentlich trotzdem auf der Fahrbahn)?

    Die Liste ließe sich fast beliebig fortsetzen.

    Mir dem vielen Geld ließen sich Dinge tun, die deutlich sinnvoller wären, als Radfahrer in einem "Netz" aus Sonderstreifen und -wegen einzufangen. Z.B. Winterschäden auf den Straßen beheben. Oder von Radfahrern häufig befahrene Nebenstraßen (z.B. die Semmelweisstraße) mit einem brauchbaren Belag versehen. Oder die völlig verkorkste Anbindung des Chemnitz-Center bzw. Röhrsdorf von der Leipziger Straße aus in Ordnung bringen - hier ist die Fahrbahn für Radfahrer vielleicht wirklich nicht geeignet. Vorschläge gäbe es auch hier mehr als genug.


    Mit dem Konzept, wie es hier vorgestellt wird, wiederholt man in Chemnitz nur die Fehler, die man in anderen Städten auch schon gemacht hat. Eigentlich könnte man es besser wissen.

    Es bleibt nur die Hoffnung, dass die Sache am Geld scheitert, auch wenn dann leider die positiven Aspekte wie der Bahnsteckenweg oder die Abstellmöglichkeiten ebenfalls nicht umgesetzt werden können.



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